BG Kritik:

Erlöse uns von dem Bösen


von Daniel Schmitt

Deliver us from Evil (USA, 2014)
Regisseur: Scott Derrickson
Cast: Eric Bana, Edgar Ramírez, Oliva Munn, Joel McHale

Story:
Ein New Yorker Polizist (Eric Bana) ist gezwungen, sich mit einem unkonventionellen Priester zu verbünden um das Übel aufzuhalten, das die Stadt terrorisiert.



Eric Bana exorziert mit Waffe und schusssicherer Weste?

Regisseur Derrickson dreht demnächst Dr Strange für Marvel


Regisseur Scott Derrickson liefert nach „Der Exorzismus von Emily Rose“ und „Sinister“ seinen neuesten Horrorfilm ab. „Erlöse uns von dem Bösen“ soll die wahre Begebenheit des Polizisten Sarchie und des Priesters Mendoza thematisieren. Tatsache ist, dass sich Derrickson viele interessant wirkende Erzählungen des echten Sarchie genommen hat, und sie mit einer Menge Hollywood zusammenwürfelte. Womit die Ereignisse im Film mit den wahren Begebenheiten ungefähr noch so viel gemeinsam haben, wie „King Kong“ mit den Forschungsberichten der Verhaltens- und Primatenforscherin Jane Goodall.

Nacht für Nacht sieht Seargent Sarchi (Eric Bana) die Abgründe des menschlichen Handelns und kommt nur schwer damit klar. Das wirkt sich auf sein Familienleben aus, sehr zum Leid seiner Frau Jen (Olivia Munn), welche glaubt ihn zu verlieren. Sarchi hat das Talent immer zu wissen, welcher Fall oder welcher Notruf sich als besonders wichtig herausstellen wird. Sein Partner Butler (Joel McHale aus "Community") nennt diese Fähigkeit spöttisch das Radar. Eines Nachts treffen sie auf einen Fall häuslicher Gewalt und auf einen Mordversuch in einem Zoo. Die beiden Begebenheiten wirken erst wie Einzeltaten, doch dann finden sich seltsame Gemeinsamkeiten, welche Sarchi zwingen den Priester Mendoza (Edgar Ramírez) um Hilfe zu bitten.

Eric Bana spielte damals den ersten Hulk im Film von 2003


Derrickson versucht hier den üblichen Exorzismus mit einem Krimi zu verbinden und das unter dem Vorschein einer wahren Begebenheit. Derrickson hat mit dem realen Fall der Anneliese Michel schon einmal versucht, den Horroraspekt mit einem anderen Genre zu verbinden und hat in „Der Exorzismus der Emily Rose“ eine Gerichtsverhandlung thematisiert, die klären soll wer für den Tod der jungen Emily verantwortlich ist. Dabei wirft man immer mehr die Frage auf, ob Emily einfach nur krank war oder doch besessen. Derrickson ging dabei nicht den üblichen Weg und offenbarte alles, sondern lässt den Zuschauer sich selbst seine Meinung bilden. Anders in „Erlöse uns von dem Bösen“. Es ist von Anfang an, glasklar hier geht etwas Paranormales vor sich. Das muss nicht schlecht sein, aber leider verliert sich der Film in klischeehaften Schockmomenten und bleibt weitgehend vorhersehbar.

Bana und Ramírez haben eine gute Präsenz auf der Leinwand und ihre Charaktere funktionieren weitgehend, aber es sind auch die einzigen Figuren, die sich durchgehend entwickeln. Charakterentwicklung sucht man bei den umstehenden Figuren vergebens. McHales Figur Butler ist nicht nur unglaubwürdig, sondern auch nur anwesend um lustige Sprüche zu klopfen und die angespannte Atmosphäre aufzulockern. Dabei geht der Film aber stellenweise zu weit und zerstört jegliche Spannung. Genau dasselbe geschieht mit Olivia Munn. Sie spielt Sarchis Frau, aber ihr Charakter besteht praktisch nur aus Horrorfilmklischees, welche nebenher ablaufen. Das steht für den gesamten Film. Die gesamte Zeit geschieht etwas nebenher, was aber meist im Nichts verläuft oder auf andere Weise schlussendlich unbedeutend ist. Während der Anfang durch eine dichte Atmosphäre und eine gelungen Visualisierung setzt, verliert sich ab der Mitte der gesamte Film in seinem Plot. Die Katze ist aus dem Sack. Ab hier verläuft alles wie auf Schienen, zwar stechen noch ein paar gut inszenierte Szenen heraus, aber die Geschichte fällt in ein Logikloch nach dem anderen, welche einfach nicht hätten sein müssen. Da wäre mehr gegangen. Möglicherweise ist der Titel „Erlöse uns von dem Bösen“ auch ein Hilfeschrei von Derrickson. Vielleicht möchte er mal was anderes machen als Horror, was erklären könnte warum er für 2016 Marvels „Doctor Strange“ übernimmt, denn nach seinem gelungen „Sinister“ und dem eindeutigen besseren „Exorzismus von Emily Rose“ ist bei „Erlöse uns von dem Bösen“ die Luft raus.

Fazit:

Nicht bösartig schlecht, aber auch keine Erlösung. „Erlöse uns von dem Bösen“ ist eine gut besetze, akzeptable Mischung aus Horror und Krimi welche stark beginnt, aber gegen Ende spürbar nachlässt. Sofern man nicht zu viel erwartet, machen Anhänger des Genres hier nichts falsch.

6 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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