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Kritik:
Evil Dead


von Daniel Schmitt

EVIL DEAD
(2013)
Regisseur: Fede Alvarez
Cast: Jane Levy, Shiloh Fernandez, Lou Taylor Pucci

Story:
In einer verlassenen Hütte finden fünf Freunde ein mysteriöses Buch und erwecken eine finstere Kraft, die nach ihren Leben trachtet. Ein unerbittlicher Überlebenskampf beginnt.

Kritik:
1981 gelang dem damaligen Neuling Sam Raimi mit seinem Film „The Evil Dead“ (hier: "Tanz der Teufel") ein Volltreffer: der Film wurde zu einem sofortigen Klassiker und erhob Hauptdarsteller Bruce Campbell zur unvergesslichen Horrorikone. Es folgten zwei Sequels, „Evil Dead II“ („Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt“) und „Army of Darkness“ („Armee der Finsternis“), welche heute zwar auch Kultstatus innehaben, es vom Wirken her aber nie geschafft haben an das Original heranzureichen. 2013 ladet mit Fede Alvarez nun erneut ein Anfänger zum blutigen Gemetzel in die einsame Waldhütte... ein neuer Raimi? 

Neuverfilmungen sind schwer. Zu viel kann schief gehen. Die falschen Schauspieler, der falsche Soundtrack, die falschen Kulissen, alles im Schatten großer Erwartungen. Überträgt man eine dreißig Jahre alte Geschichte in die Neuzeit mit Handys und Tablets, kann es an Atmosphäre verlieren. Außerdem wollen die Zuschauer einerseits etwas neues sehen, aber weicht man zu sehr vom Original ab, verzeihen es die Fans wiederum nicht. Warum sollte man sich dann an einen Klassiker herantrauen, der ein gesamtes Genre neu erschaffen hat? Doch nur, wenn man seinen Darstellern und einer großartigen Vision vertrauen kann, und genau das hat Fede Alvarez hier getan und beschert eine technisch imposante, wie beklemmend inszenierte Blutorgie, wie sie schon seit Jahren nicht mehr auf der Kinoleinwand zu sehen war. Keine billigen und ekelhaften Splattereffekte wie in „Hostel“, keine vorhersehbaren Fallen wie in „Saw“! Im Rahmen einer spannenden Handlung wird es wie ein englisches Steak möglichst blutig inszeniert, und das stets hochqualitativ.

Jane Levy (Suburgatory), erst als unschuldiges, junges Mädchen, durchlebt alle Stadien einer dämonischen Besessenheit und brilliert in einem für das Genre ungewohnt gutem Schauspiel. Ihre Mimik, ihre Körperhaltung und ihre Stimme sind geradezu teuflisch gut. Vom Schreien bis zum dämonischen Lachen, ihr Repertoire überzeugt durchgängig und lässt nicht los. Die restlichen Darsteller spielen ihre Höllenfahrt als Teufelsfutter zwar solide, aber nicht ganz so gut wie sie.

Leider kann die Neuverfilmung in manchen Belangen nicht besonders punkten. Manche Schockszenen erscheinen billig, der Einstieg ist schwach und zu sehr stützt man sich auf Klischees. Die hatte das Original auch, aber hier hätte Mut zu Überraschungen besser getan. So werden die typischen dummen Entscheidungen getroffen und man schaut kopfschüttelnd zu, wie mögliche Fluchten aus Dummheit doch wieder in fatalem blutigen Chaos enden. Das ist an sich blutgetränkt unterhaltsam, aber hätte 2013 auch anders, weniger stumpf inszeniert werden können. Dennoch, Kritik auf hohem Niveau, da der Film als packendes und stets erschreckend bis lustiges Blutbad Genrefans jenseits von Gut, aber gewiss nicht von Böse zu fesseln weiß.

Fazit:
Ein schwacher Start, ein starker Mittelteil und ein schockierend schöner Höhepunkt machen aus „Evil Dead“ einen höllisch guten Spaß für Genrefans. Blutig, brutal, abartig, das aber ohne wirklich widerlich zu werden. Wer auch nur im entferntesten etwas für guten Horror übrig hat, darf an diesem Film nicht vorübergehen - die Konkurrenz kann zur Hölle fahren!

7,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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