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KRITIK:

THE EXPENDABLES


von Christian Mester

THE EXPENDABLES (2010)
Regie: Sylvester Stallone
Cast: Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger, Eric Roberts, Terry Crews, Stone Cold Steve Austin, Gary Daniels

Story:
Barney Ross (Sylvester Stallone) ist der Anführer eines Teams knallharter Kanten (Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Terry Crews, Randy Couture), die sich als Söldner darauf spezialisiert haben, die dreckigsten aller Jobs zu erledigen. Eines Tages trifft Ross den geheimnisvollen Agenten Church (Bruce Willis), der einen vermeintlichen Routine-Auftrag für sein Team hat. Sie sollen eine südamerikanische Kleinstadt von einem Diktator (David Zayas) befreien. Eigentlich ein Kinderspiel, doch vor Ort merken sie, dass hinter der Sache weit mehr steckt...

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Kritik:
Sylvester Stallone ist eine der größten Actionfilmikonen aller Zeiten - doch vor 2006 schien seine schon vorbei zu sein. Während Kollege Arnold Schwarzenegger in die Politik ging, schlitterte der ehemalige Medienliebling, der "Italian Stallion", ins Abseits und sah sich plötzlich in reinen DVD-Veröffentlichungen wieder (Avenging Angelo, Shade, D-Tox). Dann das ungeahnte Aufbäumen, das große Comeback mit Rocky 6 und Rambo 4. Worüber manch einer im Vorfeld noch witzelte, ließ die Spucke wegbleiben: Sly bewies eindrucksvoll, dass er es noch draufhatte und schuf zwei späte, sehenswerte Fortsetzungen seiner Erfolgsreihen.

Dann die große Frage, wie würde es weitergehen? Mutig stürzte er sich sodann auf ein Projekt, wie es noch die dagewesen war: ein Actionfilm im 80er Stil, gefüllt mit vielen großen Gesichtern der alten Zeit, generationsübergreifend für alte und neue Action geltend. Und was für eine Besetzung er bekam: Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Mickey Rourke (der beizeiten mal Profiboxer war), Stone Cold Steve Austin, Gary Daniels, MMA-Champion Randy Couture, Eric Roberts (der damals die Karatefilme Best of the Best hatte), sowie Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis. Ein Fest, dessen Starqualitäten auch das Highlight des Films sind.

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Dolph Lundgren gegen Jet Li kämpfen zu sehen, Stallone, wie er mit "Neuling" Jason Statham witzelt, Wrestlinglegende Stone Cold, wie er den 60jährigen Stallone in den Boden rammen darf oder ein süffisanter Eric Roberts, der es neben The Dark Knight offensichtlich gar nicht fassen kann, jemals nochmal eine Kinorolle spielen zu dürfen - ist man Fan von Filmen wie Bloodsport, Transporter, Red Scorpion, American Fighter, Missing in Action und The Perfect Weapon, fühlt sich Expendables wie ein großer Liebesbrief an ein ganzes, mittlerweile verloren gegangenes Action-Untergenre (sowie an deren Vorgänger, insbesondere Filme wie Das dreckige Dutzend Hommage führend) an. Großen Spaß macht es demzufolge, die vielen Gesichter aufeinander treffen zu sehen.

Inhaltlich und exekutiv funktioniert The Expendables jedoch eher weniger. Zwar ist der von Stallone geschriebene und auch gedrehte Film auf dem Papier eigentlich typischer Actionstoff, doch so wie die Expendables schnell merken müssen, dass ihr Auftrag keine Routine ist, ergeht es einem selbst ebenso - trotz Liebesbeweis ist der Film kein Routinetitel. Misst man den Film gar an den Filmographien der Beteiligten, fällt schnell auf - dass die Schusswechsel unübersichtlich sind und CGI-Blut stört, dass die Nahkämpfe nicht schocken (passabel: das Duell Jet Li gegen Dolph Lundgren), dass die Oneliner nicht richtig sitzen, und dass die Liebe, die beim Casting aufkam, nicht im Film zu finden ist. Fatal ist, dass das Teamplay nicht zufriedenstellend funktioniert. Jet Li ist lediglich Opfer zahlreichen Spotts, was ihm auch abseits der Rolle missfallen haben dürfte. Der von allen wohl trainierteste, Crews, bekommt nur einen einzigen Moment im ganzen Film in dem er mit seiner A10-Autoshotgun Party machen darf, während Käfigkämpfer Randy Couture nur einmal den Mund aufmacht, um sein "Blumenkohlohr" zu erklären. Schwarzenegger und Willis sind nur für einen Augenblick zu sehen und schießen dabei auch auf nichts; was demnach bleibt, sind Statham und Stallone, die die meisten Szenen bestreiten. Zwei, die sich offensichtlich gut verstehen, allerdings selbst für derartige Verhältnisse schlecht charakterisiert sind. Statham lediglich darin, dass er Buffys Charisma Carpenter zur Freundin hat und gern Nebenbuhler verprügelt; Stallone hingegen kann Barney Ross nicht in seinen sympathischen Figurenkreis aus Judge Dredd, John Rambo, Marion Cobretti oder John Spartan mit aufnehmen. Er ist der grantige, aber gutherzige Anführer, zeichnet sich sonst aber durch nichts aus.

Schräg ist zudem, dass die Expendables im Team, wohl bemerkt ein Geheimbund von illegalen Söldnern, Merchandise haben. So gibt es Flugzeuge und Motorräder mit ihrem Logo, sogar Stifte und Messer mit Expendables-Emblem. Nun ist Logik sicherlich nicht das wichtigste in einem Film wie diesem, nur überzeugen Spaß, Action und Rest nicht sonderlich. Die gewählten Oneliner sitzen nur selten und sind öfter Erinnerungen an andere Filme mit besseren, und jede Szene, die nicht aus Schießerei und Nahkampf besteht, neigt zur Langeweile. Fürchterlich ist ein Monolog Mickey Rourkes, der über unverdaute Kriegserlebnisse weint und damit so gar nicht in einen solchen Film passen will, der alles außer Der Soldat James Ryan ist.

Fazit:
Jeder, der die Actionfilme der Stallone und Schwarzenegger Ära kennt und mag, ist es beiden schuldig, ihr Zusammentreffen im Kino zu sehen - kein Frage - doch das leider nur der Nostalgie wegen. Abgesehen vom Freudenfest des Wiedersehens ist The Expendables ein nur mittelmäßiger Genretitel geworden, der von richtig Gutem viel zu wenig hat.

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel


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