home  |  vorschau  |  kritiken  |  gewinnspiele  |  drehbücher  |  impressum  |  links  |  chat  |  forum


 

KURZKRITIKEN:

THE CELL
THE CELL 2
REC
REC 2
FALL 39


von Christian Mester

La Lopez zwischen Seepferdchen der Hölle

THE CELL (2000)
Regie: Singh
Cast: Jennifer Lopez, Vincent D'onofrio

Story:
Catherine Deane (Jennifer Lopez) wird Versuchskaninchen für eine Hightech-Technologie, um in den Geist eines im Koma liegenden Serienkillers (Vincent D'onofrio, die Schabe Edgar aus "Men in Black") einzudringen. In seinem Kopf versucht sie, Hinweise auf den Aufenthalt seines letzten Opfers zu finden, doch das Unterbewusstsein des Killers dreht den Spieß um und jagt sie.

Kurzkritik:
2000 sah es fast so aus, als strebe Jennifer Lopez eine Karriere im Horrorbereich an. Kurz zuvor lief sie noch vor Jon Voight und der "Anaconda" weg, nach der Zelle hatte sie den Mystery-Thriller "Angel Eyes" mit Jesus Jim Caviezel in Planung. Bei diesen dreien sollte es dann insgesamt auch schon bleiben, doch ihr Hightech-Serienkillerthriller konnte sich damals durchaus sehen lassen. Der Film von Tarsem Singh ("The Fall") war optisch einer der aufregendsten des Jahres. Als Horrorversion von "The Matrix" verbindet er kunstvolle Albtraumvisionen mit spannender Killerjagd, in der La Lopez allerdings eher Auge als Geiste speiste. Als trockene Ermittlerin ist sie hier sehr ansehnlich, aber auch so langweilig, dass ihr Cop Charakter nicht einmal in eine der vielen kursierenden Cop-Serien passen würde. Besser ist da Gegenspieler Vincent D'onofrio ("mehr.... noch mehr") als dämonischer Serienkiller und Albtraumträumer, der eine angenehm bedrohliche Präsenz hat. Lustigerweise hat er es hingegen geschafft; seit neun Jahren ermittelt er sehr erfolgreich in der Serie "Law & Order: Criminal Intent". Story, Darsteller und Spannungsaufbau sind hier relativ vertan, doch "The Cell" lebt sehr von seinen schicken Bildern, dass man den Rest getrost ignorieren kann.

Fazit:
"Inception" mit Serienkillern - "The Cell" ist visuell außerordentlich interessant umgesetzt, doch so beeindruckend das ganze Visuelle auch sein mag, inhaltlich kann es damit nicht mithalten. Dennoch einer der interessantesten Variationen des Themas und damit definitiv sehenswert.
5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

 

Die FX von THE CELL 2 erinnern an Musikvideos
von 2 Unlimited, The KLF und Snap

THE CELL 2 (2003)
Regie: Tom Iacofano
Cast: "Nicht Jennifer Lopez" Tessie Santiago

Story:
Maya ist ebenfalls Traumermittlerin, kann aber noch mehr. Sie braucht gefundene Beweisstücke nur anzufassen, um in die Vorstellungen gefährlicher Killer einzusteigen.

Kurzkritik:
Diese billigen DVD-Sequels zu bekannten Hollywoodfilmen. Immer wieder beliebt bei den Studios, da Titel so bereits Bekanntheitsgrad haben und es immer wieder genügend Neugierige gibt, die nicht wissen, dass gerade diese Fortsetzung nicht mit derselben Mühe des Erstlings erstellt wurde. "The Cell 2" beispielsweise kam trotz 9 Jahren Abstand vom ersten Teil heraus, da man tatsächlich darauf baute, dass sich noch irgendwer an den Film mit Jennifer Lopez erinnerte.

Die Handlung ist in etwa dieselbe wie beim Ersten: wieder spielt eine Latina mit langen dunklen Haaren (die als Eva Longorias Zwillingsschwester durchgehen könnte) die Hauptrolle und wieder geht es um einen sadistischen Menschensammler, der Phrasen drischt und ala Saws Jigsaw im dunklen Hoodie herumläuft. Was dieses Mal jedoch völlig fehlt, ist das, was am ersten Film noch so sehenswert war - der Einstieg in Träume und Gedankenwelten. Die neue Ermittlerin sieht abgesehen von einen leuchtenden Tunneln mit Fenstern, die qualitativ an alte Folgen von "Psi Factor", "X-Factor: Das Unfassbare" oder "The Outer Limits" erinnern, nichts, nur vollkommen kunstlose Flashbacks. Wer übrigens meint, in einer der Rollen Corin Nemec aka Parker Lewis, den Coolen von der Schule, Star aus unzähligem C-Trash wie "Mosquito Man" oder "Raging Sharks" zu erkennen, irrt. Das ist nur Frank Whaley. Das einzige, was "The Cell 2" von üblichem DVD-Trash unterscheidet, ist Iacofanos amüsante Ambition, atemberaubende Actionszenen einzubauen. So gibt es Verfolgungsjagden und sogar Hubschrauberkletteraktionen, die an Actionfilme der 70er erinnern (hätte man sie heut und fast ohne Geld gemacht). Ansonsten gibt es hier nichts zu finden, nur schlechte, dritt- und viertklassige Schauspieler, die einen abgedroschenen Plot herunterleiern und zwischen PlayStation 1 Effekten herumwabern.

Fazit:
Nicht schauen, aber Fun Fact: Albträume kann man mit B oder P schreiben, wobei B sinniger ist, da das Wort auf germanische Mythenfiguren namens Alben zurückzuführen ist. Darin sind es kleine Wesen, die sich nachts auf den Bauch setzen und so für unbequemes Schlafen sorgen.

1 / 10

REC wurde kurz darauf als QUARANTÄNE
von den Amerikanern geremaked

REC (2007)
Regie: Jaume Balagueró, Paco Plaza
Cast: Manuela Velasco

Story:
In Spanien gerät eine Reporterin in einen abgeriegelten Wohnkomplex, in dem eine schlimme Seuche ihr Unwesen treibt. Menschen laufen im Wahn herum und verhalten sich wie Zombies...
 

Kurzkritik:
Schön schauriges aus Spanien. "Rec", meistens als [REC] geschrieben, ist ein hervorragender kleiner Horrorfilm aus westlicher Gegend, der das altleidige Zombiethema gelungen mit der "Cloverfield" / "Blair Witch Project" mittendrin-statt-nur-dabei Ego-Perspektive mischt. Mit Hochspannung verfolgt man die sympathische Reporterin, die unfreiwillig und ungeplant ins Seuchenzentrum gerät und sich da alsbald ihrer Haut erwehren muss. Die beiden Macher des Films bauen eine tolle Grundspannung auf und machen die Isolation im engen Wohnkomplex zum beklemmenden Ritt. Dabei verzichten sie auf typische US-Klischees und zeigen normale Leute, statt aufgestylte Schönheitsideale, die durch Zufall in etwas hineingeraten, dessen Rahmen erst nach und nach deutlich wird. Velasco wimmert zwar die meiste Zeit über nur in nassem, blutbeschmiertem weißen Top, macht das aber recht ordentlich. Effektvolle Schockmomente, solide Darsteller und ständiger Antritt sorgen dafür, dass es keinen Moment langweilig wird; ein treffendes Ende unterstreicht dann noch die Eleganz des Ganzen. Nett ist auch, dass er relativ drastisch wirkt, das aber ohne größeres Blutvergießen schafft. Vorbildlich.

Fazit:
Filme wie "Rec" müsste es weitaus mehr geben - ein tolles Beispiel dafür, dass guter Horror nicht immer aus den USA kommen, besonders blutig oder teuer sein muss.

7 / 10

Das US Remake bekommt übrigens auch einen zweiten Teil,
QUARANTÄNE 2: TERMINAL hat eine andere Handlung als REC 2

REC 2 (2009)
Regie: Jaume Balagueró, Paco Plaza
Cast: Manuela Velasco

Story:
Round two - ein Sondereinsatzkommando stürmt das isolierte Gebäude aus dem ersten Teil und versucht mit Hilfe eines Priesters, der Lage Herr zu werden. Gar nicht mal so leicht, zumal die Wahrheit immer größere Probleme ansteuert...

Kurzkritik:
"Rec" war ein echter Hit und während die US-Kollegen gleich ein Remake namens "Quarantäne" aus dem Ärmel schüttelten, ging es in Spanien bequem in die Fortsetzung. Nach dem Motto "mehr hilft mehr" kommen neue, stärkere Protagonisten dazu, die sich aufgrund ihrer Bewaffnung und Panzerung gleich noch kniffligeren und fieseren Zombieattacken stellen dürfen. Das funktioniert wieder recht gut, allerdings langweilt der zweite Besuch derselben Gegend, und da es wieder den gleichen Einsatz von Kameras und ähnliche Schocks gibt, nagt es am Gesamteindruck. Genau so hat man das schon im Erstling gesehen. Darüber hinaus sind die Offenbarungen der Handlungen zwiespältig. Zum einen könnte es gefallen, dass der Vorhang komplett gehoben und alles erklärt wird, andererseits entmystifiziert es alles zuvor Gesehene und beeinflusst sogar das tolle Ende des ersten Teils. Insgesamt ist es ein relativ unnötiger Revisit, kein schlechter, aber nur eine Art Add-on für diejenigen, die von "Rec" gern mehr gesehen hätten. Sollte man sich auch nur ansehen, wenn man den ersten bereits gesehen hat - die Handlung baut nicht nur darauf auf, sie versucht sogar, das Geschehen des ersten in neue Richtungen zu lenken.

Fazit:
Mochte man "Rec", so kann man sich den zweiten Teil getrost hinterher geben, das allerdings auch nur, wünscht man sich sehnlichst Antworten und akzeptiert fehlende Abwechslung. Zwei weitere Teile folgen übrigens noch, ein Prequel namens "Rec 3: Genesis" und ein abschließender letzter Teil namens "Rec 4: Apocalypse".

4,5 / 10

Geister zum Frühstück: Bridget Jones wird gepiesackt

FALL 39 (2009)
Regie: Christian Alvart
Cast: Renee Zellweger, Ian McShane

Story:
Bridget Jones spielt eine Jugendsachbearbeiterin, die sich eines Tages ein junges Mädchen zu sich ins Haus holt. Die Kleine, die beinahe von ihren Eltern umgebracht worden wäre, wird anscheinend von dämonischen Kräften heimgesucht...

Kurzkritik:
Im letzten Jahr war es schon reichlich lustig, Alvarts "Pandorum" vor "Fall 39" in den Kinos zu sehen - das, obwohl der Science-Fiction Grusler lange nach Zellwegers Geisterfilm abgedreht worden war. Das Studio traute dem Film offenbar nichts zu und verschob ihn x-mal, bis er dann schließlich doch noch im Kino landete und dort, wie es bereits befürchtet worden war, floppte, schlimmer noch als der eigentlich recht solide "Pandorum". Leider zu Recht, denn obwohl der Film hochwertig eingefangen ist und Renee wie immer sympathisch erscheint, gibt die Handlung einfach nichts her. Simple Story, die zu schnell vorhersehbar wird und viel Trara um nichts macht. Was mit dem Mädchen los ist, wird schnell erfasst, Spannung gibt es keine und auch wenn Renee reichlich gegen Bass, Windmaschinen und flackernde Lichter antritt, ist die Lieblosigkeit des Gesamtpakets kaum zu übersehen. Ein Schuss in den Ofen.

Fazit:
Als das Script hier im April 09 gelesen wurde, sah es bereits nach schwachem Material aus, das Endresultat ist aber nun nicht viel besser gewordne. Seelenlose Hochglanzproduktion mit einer relativ bemühten Zellweger, weder interessant, noch sonderlich effektvoll. Es gibt "Der Landarzt" Folgen, die spannender sind.

3 / 10



Das Copyright der genannten Markennamen und genutzten Promotionsmaterialien
liegt bei den entsprechenden Besitzern. Texte und nicht-promotionalen Bilder
Copyright bereitsgesehen.de
bereitsgesehen.de ist nicht für die Inhalte verlinkter Websiten verantwortlich.