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Kritik:
Fast & Furious Five


von Christian Mester

FAST FIVE (2011)
Regie: Justin Lin
Darsteller: Paul Walker, VIn Diesel

Story:
Nachdem Ex-Cop Brian O’Conner (Paul Walker).seinen Freund Dom (Vin Diesel)
am Ende des letzten Teils auf dem Weg zum Gefängnis befreite, tauchen die nun landesweit gesuchten Kriminellen im sonnigen Rio unter. Als ihnen dort das Geld ausgeht, nehmen sie den riskanten Job an, Autos aus einem fahrenden Zug zu stehlen. Trotz guten Gelingens kommen dabei Polizisten ums Leben, was ihr Auftraggeber, ein mächtiger Drogenbaron (Joaquin de Almeida), ihnen kurzerhand in die Schuhe schiebt. 

Dom und Brian schwören folglich Rache und holen sich dafür ein paar alte Freunde nach Rio. Zusammen mit Vince (Matt Schulze, Teil 1), Roman (Tyrese Gibson, Teil 2), Han (Sung Kang, Teil 3), Gisele (Gal Gadot), Tego (Tego Calderon) und Rico (Don Omar, alle Teil 4) nehmen sie sich vor, dem Baron in einer riskanten Aktion 100 Millionen Dollar zu stehlen. Derweil taucht Agent Luke Hobbs (The Rock) auf, ein bis an die Zähne bewaffneter Elite-Agent mit gepanzerten Fahrzeugen, der die gesuchten Flüchtlinge eigenhändig dingfest machen will.

Kritik: The Fast and the Furious
Kritik: 2 Fast 2 Furious
Kritik: The Fast and the Furious: Tokyo Drift
Kritik: Fast & Furious: Neues Modell. Originalteile

Kritik 5:

Als Vin Diesel 2008 für den vierten "The Fast and the Furious" mit dem einfallsreichen deutschen Titel "Fast & Furious: Neues Modell. Originalteile" unterschrieb, tat er das eigentlich nur ungern. Im Grunde hatte er mit der nachdenklichen Abspannszene im ersten Teil bereits mit seiner Figur abgeschlossen und hegte andere Zukunftspläne. Diesel hatte vor, eine epische Verfilmung des elefantösen Feldzugs Hannibals gegen Rom zu inszenieren. Nachdem aus dem teuren Sandalenprojekt jedoch nichts geworden war und sein kurzer Gastauftritt in "The Fast and the Furious: Tokyo Drift" indes Begeisterungsstürme auslöste, stieg er also zähneknirschend zurück ins schwarzes Monster. 

Mit großem Erfolg, denn sein darauf folgendes Comeback im Vierten machte den Teil zum erfolgreichsten der Reihe. Dass es nach so kurzer Zeit nun schon wieder einen neuen gibt, soll nicht überraschen, jedoch, dass der neue Film tatsächlich jede Menge frischen Wind mit einbringt. Mit Dwayne ‘The Rock‘ Johnson gibt es erstmals einen namhaften Gegenspieler für den ehemaligen Türsteher Vin Diesel. Man entschloss sich zudem dazu, viele bekannte Nebenfiguren aus den vorherigen Teilen zurück zu holen. Der Plan: ein Teamprojekt, bei dem sie zusammen einen gewaltigen Raub durchziehen – und es wäre nicht Fast & Furious, würden sie dies nicht mit getunten Autos versuchen.

Wer hätte gedacht, dass es eines Tages fünf Teile dieser Reihe geben würde? Diesel selbst nicht einmal, schließlich hatte er "2 Fast 2 Furious" damals abgelehnt, weil er seinen Figuren Xander xXx Cage und Richard B. Riddick größere Langlebigkeiten zutraute. Dass aus den beiden Reihen nichts Größeres wurde, ist nun eine Sache, aber es ist zweifellos nachvollziehbar, wieso die "Fast & Furious" Filme so beliebt sind. Mit kleineren Abweichungen sind alle vier oberflächliche, aber nie alberne Actionfilme mit einfallsreichen Stunts, jeder Menge Abwechslung und Kurzweiligkeit; dazu macht es einfach immer wieder Spaß, Diesel und Walker in ihren Rollen zu sehen. Ein Konzept, das auch beim neuen Film die Grundlage bildet. Walker und Diesel sind nach wie vor keine überragenden Schauspieler, lassen es aber selbst in völlig überzogenen Actionszenen immer glaubhaft aussehen, lebensmüde Weltklassefahrer zu sein, und bleiben überdies stets charismatisch. Es gibt einige Szenen, in denen sich beide an Emotionen wagen und wie üblich daran scheitern, doch Lin belässt es glücklicherweise bei wenigen solchen.

Da Dom und Brian nun enge Freunde sind und Dom nicht der Gesprächigste ist, holt Lin alte Bekannte aus den vorherigen Filmen mit ins Boot, die die Stimmung auflockern und jeweils ganz eigenen Humor mit einbringen. Schräg ist dabei die Tatsache, dass die Figur des Han eigentlich schon im dritten Film verstarb und die Teile Vier und Fünf nur seinetwegen extra zeitlich vor Tokyo Drift angelegt wurden. Er spricht es sogar selbst an und weist darauf hin, dass man es noch weiter in die Länge ziehen könnte. Im neuen Fast & Furious gibt es erstmals zwei Gegenspieler für die Guten. Zum einen wäre da Joaquin de Almeida, den alteingesessene Robert Rodriguez Kenner noch aus dem Mexikracher "Desperado" kennen. De Almedia spielt einen schmierigen Drogenbaron, der in etwa mit dem aus dem vierten Film gleichzusetzen ist. Um dies noch zu toppen, halst Lin seinen Fahrern noch Ex-Wrestler The Rock auf, der ihnen deftig Paroli bietet und nach dem eher enttäuschenden "Faster" erstmals wieder richtig auf den Putz hauen darf. Mit seiner imposanten Statur lässt er selbst den bulligen Diesel klein erscheinen, sodass das zu erwartende Duell Babynator gegen Zahnfee einiges zu bieten hat. Während das Drehbuch an sich nicht unbedingt anspruchsvoller geworden ist, sind es die Ziele in der Handlung. Bisher ging es immer nur um kleine Aufträge, die hauptsächlich mit lebensgefährlichen Rennen gegen die Zeit zu tun hatten, doch "Fast & Furious Five" schaltet diesbezüglich einen ganzen Gang höher. Plötzlich gilt es, einen massiven Tresor aus einer gut bewachten Polizeistation zu stehlen. Ein echtes Himmelfahrtskommando, das nach kleiner Vorarbeit in "Ocean’s Eleven" Manier in einem zwar völlig überzogenen, aber angenehm destruktiven und flotten Finale mündet.

Justin Lin, der aktuell vorhat, "Terminator 5" mit Arnold Schwarzenegger zu machen und hier seinen dritten Fast & Furious in Folge abliefert, beweist sich als fähiger Action-Regisseur. Er inszeniert die vielen schnellen Momente seines Films in hohem Tempo und lässt alle seinen Rennen, Schießereien und Nahkämpfe aufregend und übersichtlich ausfallen. Highlight ist fraglos besagtes Zusammentreffen von Rock und Diesel, die bei ihrer gnadenlosen Keilerei sogar durch Wände brechen. Schade ist hierbei, dass alle Figuren sehr einsilbig sind und trotz der Aufregung nie Spannung aufkommt. Umsetzungstechnisch ist der Film bekannte Kost. Wieder freuen sich Autofans über traumhafte Boliden, ist die musikalische Untermalung ein sommerlicher Mix aus Hip Hop- und Latin-Klängen und werden die meisten Dialoge immer kurz und schnippisch gehalten. Im Vergleich zum letzten Ableger entschied sich Lin glücklicherweise für weniger Computereffekte und arbeitet mit echten Autos, sodass die vielen Blechschäden dieses Mal wesentlich wuchtiger wirken. Einziges neues Manko der Regie ist die Tatsache, dass der Film mit 130 Minuten spürbar zu lang ist. Hier hätte man sich vor allem alle Szenen mit einer jungen Polizistin (Elsa Pataky) sparen können, die selbst nichts zur Handlung beiträgt und nur für zusätzliche, aber nicht weiter wichtige Dialoge für Diesel und Rock existiert. Beim Abspann sollte man übrigens zunächst Sitzen bleiben: nach Vorstellung der einzelnen Darsteller gibt es noch eine Extraszene, die mit einem Cliffhanger auf einen nächsten Teil hinweist. . 

Fazit:
Auf nach Rio! "Fast & Furious Five" rast mit gewohnten Stärken und guten neuen Ideen ins Kino. Mag man die vier Vorgänger, freut man sich auf ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern, über The Rock als eindrucksvollen Gegenspieler und neues Autospektakel voller Karambolagen. Der Film mag unnötige Überlänge haben und ist noch immer anspruchsfrei, aber ein herrlich kurzweiliger Spaß, der nie zu albern wird. So dürfen Kinosommer gern öfter beginnen.

8 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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