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Kritik:
Fast & Furious 6


von Christian Mester

FAST & FURIOUS 6
(2013)
Regisseur: Justin Lin
Cast: Vin Diesel, Paul Walker, Dwayne Johnson, Luke Evans

Story:
Nach ihrem großen Rio-Coup dachte die Autospezialistencrew um Dom Toretto (Vin Diesel), dass sie ihren frühzeitigen Ruhestand genießen könnten. Als jedoch Cop Hobbs (Dwayne Johnson) mit Notizen über eine angeblich doch noch lebende Letty (Michelle Rodriguez) auftaucht, Dom's in Teil 4 scheinbar gestorbene Ex-Freundin, müssen sie ihm ein weiteres Mal gegen einen gesuchten Schwerverbrecher (Luke Evans) helfen...

Kritik:
Es soll noch immer Actionfans geben, die einen großen Bogen um jeden Fast & Furious machen - weil die Figuren ja anscheinend Proll-Macho-Schwachmaten sind, die bei belangloser Clubmusik in aufgemotzten Straßenschleudern den Starken markieren. Dass sämtliche Frauen nur kurze Röcke sind, und man sich anmaßt, als Akteure Rapper im Film unterzubringen. Dass das ganze etwas Kindisches hat, worüber Kanten "männlicher" Action wie Clint Eastwood oder Kurt Russell nur finster drüber grummeln können.

Oh, was sie nur verpassen. Spätestens mit Fast 5 hat sich die Reihe zu bestem Unterhaltungskino gewandelt, das nahezu jedem gefallen dürfte, der grundsätzlich mit zwei Dingen klarkommt:
1.) die Action ist halt übertrieben. Nicht GI Joe übertrieben, aber was man hier auftischt, übersteigt die Grenzen der Physik immer und immer wieder, und es wird kein Hehl draus gemacht. 2.)  der Anspruch ist gering; höher als bei einem Battleship oder Step Up, aber mehr als seichten Spaß will man schon seit Teil 2 nicht mehr sein. Wer also damit leben kann, dass der Film kein Bullitt ist, darf sich auf etwas gefasst machen - bei 6 nicht weniger als beim weltweiten Megahit 5.

Fast 6 lohnt schon aufgrund seiner Action, die hier Bände spricht. Es gibt drei jeweils recht lange Sequenzen, bei denen sich Dom's Crew mit Autos umwerfenden Formel-1-Verschnitten, mit einem Panzer und einem startenden Flugzeug anlegen müssen, die absolut spektakulär ausfallen. Immer übersichtlich gefilmt, ausufernd, mit starken Einzelmomenten, wird das ganze mit mehreren separaten Kampfszenen garniert, unter anderem mit Dwayne Johnson und Vin Diesel zusammen gegen Goons, oder Michelle Rodriguez gegen MMA-Weltmeistern Gina Carano (Haywire), die gut choreographiert sind und wehtun, wohin sie treffen

Worin Fast 6 ebenfalls genau richtig schaltet, ist im Ocean's 11 Faktor. Mittlerweile auf ein neunköpfiges Team angewachsen, hat Justin Lin überhaupt kein Problem damit, Vin Diesel als Hauptfigur zu behalten, jeden anderen drum herum aber sinnvoll, prominent und charismatisch bei Laune zu halten. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen mit großen Ensembles bekommt man hier nie das Gefühl, dass irgendwer zu kurz kommt. Zwar fällt auf, dass Paul Walkers Brian dieses Mal aufgrund Dwayne Johnson etwas mehr zurückfällt, dafür macht Lin aus dem Duo Gal Gadot / Sung Kang erstmals interessanteres Beiwerk - und Tyrese Gibson darf unentwegt für Lacher sorgen. Es ist weiterhin nur platte Unterhaltung, aber die vielen kleinen Charakterentwicklungen, die Neckereien zwischen ihnen und das Miteinander machen einfach Spaß - auch wenn ein eingebrachter Gedächtnisverlust nur eher lau wirken will. Shootingstar Luke Evans, in Kürze neuer Dracula und neuer Eric "The Crow" Draven, gibt einen starken Bösewicht ab, der Dom und den anderen mal nicht etwa mit besonderer Grausamkeit oder Exzentrik überzeugt, sondern durch kühle Professionalität. Er ist das, was Dom hätte werden können, hätte er seine Verbrecherkarriere konsequent weiter fortgeführt ohne je Familiäres in den eigenen Runden aufkommen zu lassen.

Lin, der mit 6 seinen Abschied der Reihe feiert, rast mit quietschenden Reifen in FF-Rente. Top inszenierte Action, die es locker mit jedem Bond oder Bay aufnehmen kann, amüsante Figuren, eine stets angenehme Regie und ein Cliffhanger nach Story-Ende, der einem die Kinnlade herunterkippen lässt, sorgen für superbe Unterhaltung für jeden, der die Reihe kennt und liebt. Und wer sich noch an keinen traute, schaut sich jetzt 6 im Kino an und holt die anderen zuhause nach - zumindest noch 5, der genau so gut wie 6 ist.

Fazit:
Schade, dass Justin Lin gerade jetzt aufhört. Mit 3 machte er erst den schwächsten der Reihe, nur um sie dann mit 4 wiederzubeleben. Seine 5 und jetzt 6 gehören fraglos mit zu dem besten, was (übertriebene) Action in den letzten Jahren zu bieten hatte - ein großer Spaß, dessen letzte Szene es kaum abwarten lässt, dass es Sommer 2014 ist - dann schon kommt Fast 7.

8 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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