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Kritik:
Final Destination 5


von Christian Mester

FINAL DESTINATION 5
Regie: Stephen Quale
Cast: Nicholas D'agosto, Emma Bell

Story:
Here we go again: Jugendlicher hat Vorahnung über ein Unglück - eine einstürzende Brücke - und rettet durch seine Paranoia eine handvoll Todgeweihter. Tod nimmt's mit Humor und lässt jene Überlebenden (wie immer) nach und nach durch absurde Unfallszenarien ums Leben kommen. Als mögliche Rettung schlägt ihnen ein uriger Leichenbestatter vor, ihr bedrohtes Leben durch das Opfern anderer zu retten...

Kritik:
Wenn Teens von herab fallenden Glasplatten zermatscht, von Stacheldrähten zerfetzt oder unverhofft in der Sonnenbank gebraten werden und Publikum laut auflacht, heißt's meistens Final Destination. Hollywoods bitterböses Schadenfreudenfest, in dem es seit Teil 2 Thema ist, Teens in heiter-bizarren Unfallszenarien schotig ins Gras beißen zu lassen. Waren 2 und 3 sogar noch effektiv, sprich ungezwungen unterhaltsam in seinem A-Z Muster, ging dem letzten Teil im letzten Jahr die Puste aus. Einsilbigste Nichttalente eierten von einer lahmen Idee zur nächsten und was sie erlebten, blieb im Gegensatz zu Baumstämmen und Eisenstangen in keinem Kopfe stecken - der ewigen Final Destination Reihe die final destination DVD-Markt.

Dank des unverdient hohen Einspiels des letzten Teils gibt es jetzt noch einen letzten Aufbäumer, denn Final Destination 5 - aufgrund eines miserablen US-Einspielergebnisse höchst wahrscheinlich nun der wirklich letzte Kino-Teil - will es dann doch noch einmal wissen, das Steuer qualitativ noch einmal herumreißen, besser in Erinnerung bleiben. Ein Freitag der 13te 6/Halloween 4 Revival, das seine angeschlagene Reihe wieder auf Kurs bekommt, oder eher ein Hellraiser 4/Hostel 2, der schwer keuchend um Fortsetzung ringt?

Mit dem fünften Final Destination darf man zufrieden sein. Er erfindet das Rad nicht neu, macht aber derart vieles richtig, dass man von gesenkten Erwartungen ausgehend - wer würde auch denken, dass ein Final Destination 5 als Film plötzlich mehr als solides Mittelmaß würde? - gut bedient wird. Die Darsteller sind zwar erneut seelenlose Crash-Test-Dummies, die fahl über bedeutungslose Liebe, Zukunften und Vergangenheiten faseln, doch Regisseur Quale ist spürbar bewusster, was man statt versuchten Anspruchs sehen will. So sind alle Handlungsszenen zwischen den Spektakelmomenten nur kurze Breaks, um die jeweils nächste Rube-Goldberg-Maschine vorzubereiten. Die Unfälle fallen dieses Mal wieder durchdachter, komplexer und spektakulärer aus, sodass man tatsächlich wieder mitfiebern darf, was wem wohl wann wie passiert, auch wenn man es leise missen darf, dass man sich im Ersten noch tatsächlich um die Betroffenen sorgen konnte (bis heute ärgerlich: Devon Sawas laffes Offscreen-Ableben zwischen 1 und 2). Highlights zum Nachmachen? Neben einer geradezu emmerichschen Brückenszene wird eine Gymnastikstunde plötzlich unfreiwillig gelenkig, und wer Phobie vor Augen-Lasern und spitzen Akupunkturnadeln hat, darf getrost nervös werden.

Nach wie vor sind alle der fies ertüftelten Tode blutig, aber stets scherzhaft cartoonhaft inszeniert, sodass man auch als Genre-Gegner drucksend zusehen kann; nichts wird je ernsthaft schlimm. Erfreulich ist, dass der gesamte Film wieder einen Tacken aufwendiger als der letzte gemacht ist, vor allemm dass der Schnitt positiv ins Auge sticht. Final Destination 5 hat also weniger Längen als sein Vorgänger, ist zudem aber auch der erste Teil, der im Showdown neue Wege geht. Ging es in den vergangenen vier Teilen immer wieder darum, jemanden im letzten Moment zu retten, wird dieser Teil in seinen letzten Minuten plötzlich zum Slasher umfunktioniert - kein Wunder, geht es inhaltlich darum, die Teens gegeneinander aufzuhetzen (netter neuer Cameo von Candyman Tony Todd). Die plötzliche Genre-Gratwanderung will nicht allzu gelingen, doch was Quale dann anschließend noch aus dem Ärmel schüttelt, entlässt - sofern man die anderen 4 Teile denn gesehen hat und die Verknüpfungen erkennt -  mit großem Grinsen aus dem Saale.
Definitiv eins der besten Sequel-Enden des Jahres.

Was den 3D Aspekt betrifft, darf man zähneknirschend zugeben, dass es ausgesprochen vorbildlich eingesetzt ist. Der direkt in 3D gedrehte Film nutzt sein Feature wie schon Piranha, um die vielen spitzen Nägel, Nadeln, Klingen, Pfähle und fliegenden, abgetrennten Körperteile lustig ins Publikum zu schleudern. Räumliche Tiefe gibt es kaum, was aber nicht weiter schlimm ist, da der Film qualitativ selbst auch keine aufweist. Mag man als albern empfinden, doch 2011 gibt es fraglos wenig Filme, die derart auffälliges 3D zu bieten haben - hier sieht man den Aufpreis.

Fazit:
Wer schon die beiden Final Destinations 2 und 3 mochte, dem wird auch der fünfte liegen
. Solide gemachtes Crash-Test-Dummy-/Ragdoll-Reel mit einigen durchaus amüsanten Momenten, nie zäh, nie zu ernst, nie störend dämlich, nie zu platt. Dafür sorgen schon die (Kalauer) herausragenden 3D Szenen.

Final Destination 5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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