BG Kritik:

Formicula - Them!


von Christian Mester

Them! (US, 1953)
Regisseur: Gordon Douglas
Cast: James Arness

Story:
Was passiert, wenn man unachtsam Atomtests in der Wüste stattfinden lässt? Richtig, das gleiche was auch im Pazifik mit Godzilla passierte: Tiere werden übernatürlich groß. In diesem Fall Ameisen, die sich klammheimlich zu riesigen Menschenfressern entwickelt haben.

"When man entered the atomic age, he opened the door to a new world. What we may eventually find in that new world… no one can predict."

Inspirierte It Came from the Desert und Command and Conquer


Wer etwas älter ist, kann sich sicher noch an Amiga Computerzeitungen wie Amiga Joker oder Powerplay erinnern. In solch einer wurd ich das erste Mal auf Douglas‘ Ameisenstreifen aufmerksam, denn es gab ein Actionspiel namens It Came from the Desert, das direkt von besagtem Film inspiriert war. Das Spiel selbst war nicht so interessant, aber das Konzept hatte die Neugier eines 10jährigen erobert.

Formicula ist ein ungelenker Titel. Kommt, wie man es sich schon denken mag, von dem lateinischen Speziesnamen der Ameise, der da heißt Formica. Mit dem dracula-artigen -ula dahinter könnte man es allerdings fast besser als Ameis-chen übersetzen. Und wenn Formiculas Ameisen eins sicher nicht sind, dann klein und knuffig. Es sind lastwagengroße Monster, die effektvoll mit großen Puppen realisiert - und dafür Oscar nominiert wurden (ja, die Riesenameisen haben mehr Oscar-Nominierungen als Steve Buscemi, Richard Gere und Mia Farrow).

Der Film nimmt den 50er UFO-Hype auf und mutmaßt, ob nicht Aliens hinter den geheimnisvollen Entführungen und Angriffen stecken


Panik in New York hatte das Thema Atombombe 1953 verarbeitet – darin wurde eine schlafende Urzeitkreatur durch den Knall wieder aufgeweckt. Formicula ein Jahr später war aber der erste klassische Horrorfilm, der sich tierischer Mutation durch Strahlung widmete. Damals waren die nordamerikanischen Wüsten noch weitestgehend mysteriöse Leere, so unerforscht und unbeobachtet wie die Tiefen des Dschungels, der Berge oder Meere. Douglas nahm seine Story ernst, und so fängt der Film schon sehr spannend an. Menschen verschwinden, Gebäude sind aufgebrochen und ein kleines Mädchen, das Zeuge eines Angriffs war, ist so schockiert dass es ihr die Sprache verschlagen hat – wie Newt in Aliens. Die Angriffe die gezeigt werden, sind offscreen, von Sandstürmen und gleißender Wüstensonne verdeckt. Irgendetwas lauert da draußen und es dauert eine Weile, bis sich ein schnüffelnder Detective (ein guter James Arness) traut, an überdimensionale Ameisen zu denken.

Die zweite Hälfte wird dann zunächst sehr militärisch, denn Armee und Wissenschaftler tun sich zusammen und stellen fest, dass eine weltweite Ausbreitung solcher buddelnder Riesenameisen ein echtes Problem werden könnte. Das erste Nest ist schnell gefunden und liquidiert, doch zwei weitere Königinnen haben sich abgesetzt und drohen weiterzubrüten. Douglas teilt es hier dann passend auf; die eine Königin wird in einem actionreichen Gefecht mit der Navy konfrontiert, die andere lässt zwei Kinder entführen. So wird es zum einen actionreich, zum anderen noch einmal persönlich und spannend, als der Detective durch die Tunnel jagt und versucht die Kinder zu retten. Bis auf die Tunnelszenen spielt Formicula auch fast nur am Tag – eine generelle Seltenheit für Horrorfilme.

Ameisen mögen für uns harmlose kleine Winzlinge sein, aber in Nahaufnahme sehen sie gruselig aus, insbesondere in Lastwagengröße. Douglas peitscht seine B-Monster Story vorwärts, kaschiert die Budgetengpässe gelungen und arbeitet geschickt mit weiteren Überraschungen (männliche Ameisen können fliegen!), um die Karten der Gefahr jeweils neu auszuspielen. Für das Monstergenre ein starker Eintrag, der später zweifellos andere Genre-Regisseure wie Guillermo del Toro (Mimic) oder Gareth Edwards (Godzilla 2014) beeinflusste. Warner Bros hatte im Vorfeld jedoch kein gutes Gefühl bei der Produktion eines Riesenameisenfilms und strich die teuren ersten Pläne, ihn als 3D Farbfilm in die Kinos zu bringen, aber der Film war dann doch ein Erfolg und zog so einige Nachmacher wie „Alarm für Sperrzone 7“ (1957) und „Killer Shrews“ mit Riesenschnecken, „The Black Scorpion“ (1957) mit einem Riesenskorpion, „Das todbringende Ungeheuer“ (1957) mit einer Riesengottesanbeterin, „Beginning of the End“ (1957) mit einer Riesenheuschrecke oder „Attack of the Giant Leeches“ (1959) mit Riesenblutegeln nach sich. Über die Jahrzehnte konnte sich Formicula ameisig-eifrig zum kleinen Kultklassiker mausern, den man als Fan der Monsterfilmursprünge gesehen haben muss.

Fazit:

Formicula ist ein gelungener Monsterfilm der 50er. Inszenatorisch nicht so finster und schwermütig wie Godzilla, führte Gordon Douglas‘ Film in ein etwas seichteres, aber dennoch spannendes Gefilde. Ein Film, der sich trotz des Themas nicht vor Lupenbeschau scheuen muss.

7,0 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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