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KRITIK:
FROM PARIS WITH LOVE
von
Christian Mester
FROM PARIS WITH LOVE (2010)
Regie: Pierre Morel
Cast: John Travolta, Jonathan Rhys-Meyers
Story:
James Reece (John Rhys-Meyers) hat den
aufregendsten CIA-Job, den man sich nur vorstellen
kann. Der Bleistiftspitzer sortiert tagelang Akten und
langweilt sich als Angestellter einer
US-Botschaft in Frankreich. Bis er eines Tages dem
erfahrenen Agenten Charlie Wax (John Travolta)
zugewiesen wird, der sein Leben auf den Kopf stellt.
Wax ist ein ungehobelter Macho-Mistkerl, der sich
über jede Gefahrensituation freut und sich mit Reece
im Schlepptau ballernd auf die Jagd nach Terroristen
macht....
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Ursprünglich waren gleich mehrere Teile
namens FROM X WITH LOVE geplant, doch
weil FROM PARIS WITH LOVE an den US-Kassen unterging, wird
nichts daraus |
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Kritik:
Mit seinem haarlosen Kopfpartie und dem atypischen
Gesichtshaar ist John Travolta anfangs noch
schwerlich zu verdauen, doch hat man den sehr
eigenwilligen Kanonenkugellook Travoltas erst einmal
hinter sich, offenbart sich „From Paris from Love“
als flotter, unterhaltsamer Actionspaß.
Haarwurzel aller Unterhaltung ist Travolta direkt
selbst, der einen sichtlichen Heidenspaß dabei hat,
die Matten terroristischer Terroristen ins Jenseits
zu schnippeln. Grinsend, witzelnd, ballernd,
nachladend und weiter ballernd schießen er und Tudor
Rhys-Meyers sich destruktiv und delikat durch die
Halunkenunterkünfte bösartiger Attentäter, die den
lieben langen Tag nichts anderes zu haben, als
wehrlose Gutmenschen ihrerseits flammend über den
Jordan zu jagen.
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FROM PARIS WITH LOVE ist nur indirekt vom
Bond FROM RUSSIA WITH LOVE
inspiriert... Bond-Autor Fleming fand seinen Titel durch den
1955er Film TO PARIS WITH LOVE |
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Pierre Morel, der letztes Jahr einen der besten
Actionfilme des Jahres hervorbrachte (Kritik), mag sein Genre
offenbar und fühlt sich merklich wohl in haarigeren
Gefilden. Wieder geht es äußerst rasant und haart
zur Sache und dieses Mal darf es sogar etwas größer
krachen (einige verlieren sogar
ihre Head & Shoulders). Im Gegensatz zu Bryan Mills
furioser Tochtersuche ist „From Paris with Love“
allerdings eher lustig angesiedelt, was vor allem
auf das Zusammenspiel Travolta-Rhys-Meyers
zurückzuführen ist. Während Travolta den kantigen
Profi-Typen mit unentwegt bärtiger Brisanz gibt, setzt man den
ehemaligen „Mission Impossible“ Teilnehmer als eher
konservativen Halbspießer daneben. Abgesehen von
leicht übertriebenem Actiongehalt und dem
grundsätzlichen Verzicht auf Verstärkung (Wax
entkommt stets jedem feindlichen Follikel um
Haaresbreite und lässt Reeces Scham behaarlich
wachsen) bleibt der Film dennoch erstaunlich
realistisch. Keine Supergadgets, keine übertriebenen
Computereffekte; obwohl Wax auch mit größten
Gefahren erstaunlich locker umgeht, portraitiert man
ihn als glaubhaft erfahrenen, fähigen Fachmann, der jede
ungeahnte Gefahr erkennt und seine Gegenspieler
geschickt ins Verderben lockt.
Sein Zusammenspiel mit Rhys-Meyers funktioniert
bestens, allerdings kann ihm dieser trotz flotter
Frisur einfach nicht den Kamm reichen. Rhys-Meyers’
Figur ist mit Travoltas nicht auf eine Dauerwelle,
da man ihm einen relativ kitschigen Romanzenplot
verpasst, der bis auf einen besondern Abend mit Wax
recht
strähnenlos verläuft. Leider betrifft das gleich
mehrere Szenen und unter anderem auch das Ende des
Films, weswegen die Story verfilzt, schuppt und
selbst die geschmeidige Pomadenregie Morels da nicht
mehr helfen kann.
Ein weiteres Problem ist
die Tatsache, dass fatale Feinde fehlen. Ähnlich wie
bei „Windtalkers“ werden hier endlos gesichtslose
Terroristenbilder niederfrisiert, ohne jemals
irgendeinen hervorstechenden, würdigen Gegenspieler
auf Lager zu haben (der Endgegner, sofern man ihn so
nennen darf, fönt nur kalte Luft). Das bremst,
jedoch brauchen Genrefans vor den Liebesgrüßen aus
Paris keine Glatzangst haben: Macken gibt’s, aber
Travolta und seine zahlreichen Actionszenen sind
diese One Night in Paris wert.
Fazit:
Es ist zum Haare raufen: "From Paris with Love" ist
ordentlich gemachte Actionkost, hätte aber auch mit
Leichtigkeit besser sein können. Schallend
shampooniert Travolta die Leinwand, dass es ein
Heidenvergnügen ist, leider fehlen greifbare, echte
Gegenspieler und der junge Tudor wird seinem Tutor
nicht so ganz gerecht.
6,5 / 10
10 -
Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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