BG Kritik:

Fury - Herz aus Stahl


Seit 6 Jahren bei BG. Er hat Geschichte, Soziologie und Anthropologie studiert und ist ebenfalls als Autor tätig.

von Daniel Schmitt

Fury (USA 2014)
Regisseur: David Ayer
Cast: Brad Pitt, Shia LaBeouf, Logan Lerman, Michael Peña, Jon Bernthal

Story:
Im April 1945 wird auf deutschen Boden um jeden Meter gekämpft. Mittendrin die Besatzung des Panzers „Fury“, welche einen neuen Schützen erhält. Dieser ist unerfahren, weswegen sein Vorgesetzter Collier unmenschliches von ihm verlangt. Plötzlich auf sich gestellt, muss sich die Mannschaft gegen eine Übermacht behaupten.

„Fury“, auch wenn man es zuerst glauben mag, ist nicht die amerikanische Antwort auf das israelischen Panzerdrama „Lebanon“. David Ayers Anti-Kriegsfilm erinnert zwar daran aber ähnelt mehr „Soldat James Ryan“, als irgendeinem anderen Kriegsfilm. Was aber keineswegs schlecht sein muss.

Regisseur Ayer schreibt und inszeniert auch den Comic Film "Suicide Squad" für Warner/DC.


„Krieg endet niemals leise“, steht auf den Postern von David Ayers Panzerdrama „Fury – Herz aus Stahl“, was ganz zu Ayer passt, denn er kann Laut am besten. Der Regisseur von „Fury“ wurde bekannt durch mittelmäßige Actionfilme wie „SWAT“ (2003) oder „Sabotage“ (2014) mit Arnold Schwarzenegger. Hat in dem Polizeidrama „End of Watch“ aber auch gezeigt das er anders kann. Ayer, welcher ebenfalls den Kriegsactionfilm „U-571“ (2000) geschrieben hat, zieht es als Autor und Regisseur mit „Fury“ erneut in den Krieg. Ein Anti-Kriegs Drama rund um eine Panzerbesatzung geführt von Brad Pitt.

Sergeant „Wardaddy“ Collier (Brad Pitt) und seine Besatzung bestehend aus dem religiösen Bible (Shia LeBeouf), Gordo (Michael Peña) und Coon-Ass (Jon Bernthal) sind seit den ersten amerikanischen Kriegstagen ein eingeschworenes Team. Was deutlich gezeigt wird, als Norman (Logan Lerman) in die Gruppe befohlen wird. Er ist unerfahren, was Wardaddy überhaupt nicht passt und ihn erstmal zurechtstutzen will. Dabei stößt er an die Grenzen jeglicher Moral. „Fury“ macht es dem Zuschauer nicht einfach. Kaum eine Einstellung vergeht ohne eine Leiche oder eine andere schonungslose Darstellung der Grausamkeit des Krieges. Diese wird manchmal übertrieben, nicht durch die Brutalität, sondern durch ihr Timing. Dabei überschreitet „Fury“ nicht nur die feindlichen Linien, sondern auch leicht die Grenze zum Kitsch.

„Fury“ lebt von seinen Darstellern. Gerade Brad Pitt, welcher eigentlich immer der gute Schönling verkörpert, zeigt hier seine dunkle Seite aber nicht um des Bösen Willens, sondern wohlbegründet. Er überzeugt dabei. Auch Shia LaBeouf, welcher seit “Transfomers“ durch seine verrückten Ideen negativ in der Presse auffällt, spielt seine Rolle durchaus glaubwürdig und konsequent und ist dabei eigentlich der ruhigste der Truppe. Man sieht seinen Schmerz. Was aber auch daran liegen kann, dass er sich selbst während der Dreharbeiten einen Zahn gezogen hat, um den Schmerz der damaligen Soldaten nachzufühlen. Man könnte es als extremes Method Acting bezeichnen. Schauspielerisch gibt es eigentlich nichts zu bemängeln. Es ist nachvollziehbar warum Ayer nach „End of Watch“ sich noch einmal Peña vor die Kamera geholt hat und auch Lerman und Bernthal machen ihre Sache gut. Schon seit „Perks of being a Wallflower“ ist klar, dass Lerman sind nicht mehr beweisen muss und auch Bernthal muss sich seit „Wolf of Wallstreet“ und „Walking Dead“ nicht mehr verstecken.

Der letzte, funktionierene Tigerpanzer wurde für den Dreh verwendet.


In „Fury“ wird sowieso nichts versteckt oder geschönt. Ayers Bildsprache ist grau, rot und durchaus packend. Von Anfang an, hineingeworfen in den Dreck. Egal ob bei einer ruhigen Fahrt oder in einem Hinterhalt durch einen, wie ein Monstrum dargestellten Tigerpanzer, funktioniert der Wechsel zwischen ruhigen und schnellen Szenen ausgesprochen gut. Und wird von Steven Prices facettenreichen Soundtrack begleitet. Der für „Gravity“ mit dem Oscar prämierte Komponist, vermischt Chorgesang mit Instrumental Musik und Rockgitarre, was für einen Kriegsfilm ungewohnt klingt, dem Treiben aber den notwendigen Schwermut verleiht.

Insgesamt ist „Fury“ gelungen, weswegen man ein wenig Kitsch durchaus verzeiht aber das Ende leider nicht, was fast beinahe schon enttäuschen ist. Der durch und durch Anti-Kriegsfilm „Fury“ schafft es zwar die Sinnlosigkeit des Krieges und die Angst der damaligen, amerikanischen Panzerfahrer -welche technisch vollkommen unterlegen waren- wunderbar rüberzubringen. Aber kommt nicht umhin sich im Pathos zu verlieren und gegen die vordefinierten Charaktere zu handeln. Das hätte man sich anders gewünscht. Zugegeben, dass schafft aber kaum ein Kriegsfilm egal aus welchem Land.

Fazit:

„Fury“ ist ein packendes Blutbad auf Ketten. Überzeugend, schonungslos dargestellt, inszeniert und vertont. Ein Anti-Kriegsfilm wie es ihn öfters geben sollte, wenn nur das Ende ein anderes wäre. Wer dem Gerne etwas abgewinnen kann sollte ihn sich ansehen. Eine Empfehlung.

7,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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