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Kritik:
Hangover 2


von Christian Mester
THE HANGOVER PART 2 (2011)
Regie: Todd Phillipps
Cast: Bradley Cooper, Ed Helms

Story:
Zwei Jahre nach der großen Vegas-Sause aus Hangover schlägt das Wolfsrudel wieder zu. Nach einer neuen, heftig durchzechten Nacht wachen Stuart 'Stu' Price (Ed Helms) und seine Freunde Alan Garner (Zach Galifianakis) und Phil Wenneck (Bradley Cooper) erneut im blanken Chaos auf. Stu hat plötzlich Mike Tysons markante Tätowierung im Gesicht, Alans Haare fehlen und Phil stellt mit Entsetzen fest, dass sie plötzlich in Bangkok sind. Erneut haben sie einen Blackout und können sich nicht daran erinnern, was sie in der vergangenen Nacht alles erlebt und angestellt haben. 

Das alles wäre kein ernstes Problem, müsste Stu nicht in Kürze auf seiner eigenen Hochzeit mit seiner neuen Frau (Jamie Chung) erscheinen. Bevor die drei jedoch wieder zurück nach Thailand können um ihren aufgeregten Freund zu vermählen, müssen sie zunächst noch Stus Schwager finden. Der junge Ted hatte sie nachts begleitet und ist nun nicht mehr aufzufinden. Das Wolfsrudel versucht also ihr Junges zurückzuholen, die letze Nacht langsam aber sicher zu rekonstruieren und den aufgeregten Bräutigam pünktlich zu seiner Trauung zu bringen.

Kritik:
Als Todd Philipps Hangover 2009 in die Kinos kam, hätte wohl keiner damit gerechnet, dass es eine der erfolgreichsten Komödien aller Zeiten werden würde. Über 500 Millionen Dollar spielte der lustige Party-Film ein, dessen turbulente nächtliche Tour durch Vegas zum Kultspaß wurde. Schräge Einfälle und sympathische Hauptfiguren sorgten dafür, dass der Kinobesuch endlos weiter empfohlen wurde. Da Hangover 2 zum Zeitpunkt der Kritik nun auch schon bei 200 Millionen Dollar steht, sind ein erneuter Megaerfolg und weitere Fortsetzungen bereits fest geplant.

Das Geheimnis des Erfolgs? Hangover 2 ist ein überaus fauler Film geworden. Anstatt sich eine interessante neue Geschichte auszudenken, haben sich die Macher dreist bei einer Vorlage bedient - bei sich selbst. Hangover 2 hat die exakt selbe Geschichte wie der erste Teil, nur, dass die Handlung dieses Mal in Bangkok spielt und einige der Gags dementsprechend geringfügig anders ausfallen. Stu verlor im ersten Film einen Zahn - Alan verliert dieses Mal seine Haare; heiratete Stu im ersten Film eine Stripperin, hat er im Sequel etwas mit einem transsexuellen Girlboy; statt eines verloren gegangenen Babys schleppen sie dieses Mal einen als Drogenkurier arbeitenden Affen mit sich herum. Variationen der gleichen Ideen.

Abgesehen von den leichten Wandlungen und der neuen Umgebung ist es ansonsten eine derart dreiste Kopie des Originals, dass man schon fast von einem Remake sprechen darf. Der Ablauf der Szenen ist exakt gleich und aufkommende Verwechslungen sind ähnlich, zwar wird hin und wieder versucht, das Rudel auf ihrem neuen Trip noch heftigere Sachen erleben zu lassen, doch der vorgelegte Rahmen bleibt erhalten. Dazu gibt es dieselben Cameos: der Asiate Ken Jeong taucht wieder als verrückter Krimineller auf, der die Jungs schwer in den Wahnsinn treibt, und auch Iron Mike Tyson darf noch einmal die Fäuste schwingen. Schade: ein geplanter Cameo von Mel Gibson als verrückter Tätowierer wurde kurzfristig abgesagt, da der Darsteller des Alan den in der Presse zerrupften Gibson nicht am Set duldete. Als Ersatz taucht Alpha Dog-Regisseur John Cassavetes auf - ein überaus langweiliger Ersatz, da er außer Branchenkennern niemanden ein Begriff ist.

Interessant ist, dass es eine gelungene Actionsequenz gibt, die im grell-bunten Asia-Ambiente unweigerlich an den Shooter Kane & Lynch 2: Dog Days und zudem an Bradley Coopers misslungenen Versuch erinnert, Face in einer Reihe neuer A-Team Filme zu werden. Dass das Team das gleiche ist, ist jedoch nichts Schlechtes - wieder gibt es die gleiche unterhaltsame, ansteckend spaßige Chemie untereinander. Man kauft ihnen ab, dass sie sich schon lange kennen und zusammen jegliche Gefahren trotzen, um das Misslungene wieder geradezubiegen. Die gute Laune der drei Darsteller lenkt vom ständigen Vergleich ab und macht auch den zweiten Hangover zum äußerst lustigen Comedy-Trip.

Fazit:
Hangover 2 ist seinem Erstling so erschreckend ähnlich, dass man schon fast von einem Remake sprechen kann. Der Ablauf ist derselbe, die lustigen Momente fallen verblüffend ähnlich aus und es tauchen sogar dieselben schrägen Nebenfiguren wieder auf. Bei aller Ideenlosigkeit hat man aber auch alles Gute kopiert, womit auch Hangover 2 ein empfehlenswerter Buddy-Film geworden ist.

6,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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