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KRITIK:
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1
von
Christian Mester
HARRY POTTER AND THE DEATHLY HALLOWS PART 1 (2010)
Regie: David Yates
Cast: Daniel Radcliffe, Emma Watson
Story:
Für Zauberlehrling Harry Potter (Daniel Radcliffe)
sah es nie finsterer aus: Sein weiser Lehrmeister
Dumbledore wurde hinterlistig ermordet, seine Schule
vom dunklen Magier Voldemort (Ralph Fiennes)
übernommen. Mut- und ratlos flüchtet er mit seinen
treuen Freunden Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma
Watson) in die umliegenden Wälder, um sich dort neu
zu sammeln.
Während sie überlegen wie sie den dunklen Meister
ein letztes Mal schlagen können, sucht dieser nach
einer mächtigen neuen Waffe für sich: einem
mächtigen Superzauberstaub. Alle Hoffnung scheint
verloren, bis die drei von den so genannten
Heiligtümern des Todes erfahren. Entschlossen machen
sie sich auf die Suche, bereit, alles zu riskieren.
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Der Film sollte erst im 3D-Format kommen,
allerdings reichte die nötige Bearbeitungszeit nicht bis zum
Filmstart
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- Anmerkung: Kritik stammt von
einem Nichtkenner der Bücher -
Kritik:
Wie man es auch drehen und wenden mag,
die Harry
Potter Filme hatten bislang immer Probleme mit ihrer
Lauflänge. Kennern der Bücher waren sie schon immer
zu kurz, was wohl zweifelsohne verständlich
sein dürfte. Der fünfte Roman mit Titel "Harry Potter und der
Orden des Phoenix" beispielsweise erstreckte sich
über stolze 1000 Seiten. Dass bei der Übertragung in
ein nur 150 Seiten langes Drehbuch automatisch
zahllose Szenen und Details des Wälzers wegfallen
müssen, erscheint nachvollziehbar.
Andererseits durfte man sich als Nichtkenner fragen,
ob die ausgesuchten Szenen auch immer die
interessantesten waren. Gerade
der letzte Film, der
schon unter der drohenden Eroberung Voldemorts
stand, erweckte größtenteils den Anschein, viele
eher belanglose Szenen zu beinhalten. Als Warner
Bros. nun ankündigte, dem letzten Buch ausnahmsweise
zwei Filme zu spendieren, klang es zunächst recht
viel versprechend. Ist es das - oder doch nur der
Versuch, an der letzten Verfilmung doppelt
abzukassieren?
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Daniel Radcliffe will nach Möglichkeit keinen
weiteren Potter nach dem Achten spielen müssen
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Sieht man es ganz distanziert, ist auch dieser
Potter ein sehr gewöhnlicher Film der Reihe. Wieder
sucht der bebrillte, mittlerweile gereifte
Zauberlehrling diverse magische Gegenstände, wieder
ist Freundin Hermine die disziplinierte Partnerin
und Ron der liebenswerte Schussel. Skurrile Humor-
und effektreiche Actioneinlagen voller Magie lockern
das Geschehen unterwegs auf, insgesamt bleibt ales
den Umständen entsprechend weiterhin düster. Der
Film ist schlichtweg das, was langjährige Zuschauer
bereits gewohnt sind; andere sollten ohnehin erst
mit Teil 1 anfangen. Geht man nun ins Detail, wird
es relativ schwierig, diesen ersten letzten Teil
passend zu bewerten. Da es nur die erste Hälfte
eines fünf Stunden langen Epos ist, gibt es
zahlreiche Szenen, die erst im Anschluss Sinn
ergeben und an Bedeutung gewinnen werden. Es fehlt
zudem ein echtes Ende, da der Film am Schluss das
einlegt, was schon im Vorfeld zu befürchten war:
eine abrupte Pause.
Trotz der zusätzlichen Laufzeit entfaltet sich die
eigentliche Handlung eher schlechter als besser. Als
Nichtkenner der Bücher wird man mit vielen Figuren
und alten Geschehnissen konfrontiert, die man nur
schwerlich zuordnen kann. Hauself Dobby
beispielsweise, der im neuen Film eine ungemein
wichtige Rolle spielt, tauchte zuletzt vor 8 Jahren
im zweiten Film auf. Andere Figuren werden nur kurz
gezeigt oder in einem Satz abgehakt, sodass es
vorkommen kann, dass man nicht alles mitbekommt. Die
Einteilung der Szenen wirkt zudem ungeschickt. So
wird Harrys eigentlicher Liebe Ginny Weasley nur ein
kurzer Moment gelassen; stattdessen spielt man
erneut mit der Idee, dass sich etwas zwischen Potter
und Hermine anbahnen könnte. Eine Möglichkeit, die
schon seit dem dritten Film besteht, aber auch schon
längst entkräftigt wurde. Eine weitere misslungene
Szene ist das plötzliche Auftreten einer Nebenfigur,
die sich und andere praktischer Weise überall hin
teleportieren kann und somit eine recht billige
Lösung eines Problems darstellt.
Ein weiteres Problem findet sich in einer der
wichtigsten Szenen des Films, in der sich die
Autorin offensichtlich der Merlin-Sage und Tolkiens
Herr der Ringe bedient hat: während es gilt, ein
magisches Schwert aus einem schier unerreichbaren
Ort zu ziehen, beeinflusst ein böses Juwel die
Freundschaft der drei Helden. Misslungene Szenen,
die schwach erscheinen und zu so später Stunde auch
nicht mehr aufs Glatteis führen können. Eine damit
verbundene Zeltlagerphase lässt den Film zum
Stillstand kommen, sodass man schon fast vergisst,
was alles auf dem Spiel steht. Erst in der letzten
halben Stunde wird dann noch einmal kurzweilig Gas
gegeben. Wer sich von dem offensichtlichen offenen
Ende jedoch einen spannenden Cliffhanger erwartet,
der die Zeit bis zum nächsten Juli unerträglich
macht, irrt. Die ersten "Heiligtümer" enden auf
relativ stiller Note.
Den inhaltlichen Schwächen zum Trotz ist der Film an
sich in jeder anderen Hinsicht mal wieder Fantasy
Unterhaltung auf höchstem Niveau. Sets, Effekte,
Soundtrack und Kamera sind aufgrund des 200
Millionen Dollar Mega-Budgets wie immer
hervorragend. David Yates, der auch schon die Teile
Fünf und Sechs gedreht hat und auch das kommende
Finale inszeniert, ist zwar visuell nicht unbedingt
der denkwürdigste Regisseur, zeigt sich aber als
beständiger, kompetenter Fachmann.
Auch die ersten Heiligtümer sind wieder mit vielen
interessanten Szenen gespickt. Ob es ein
unbekümmert-romantischer Tanz zu Nick Caves „O’
Children“ ist, ein luftiges Motorradrennen mit
Potter-Klonen, eine Undercover-Aktion mit drei
erwachsenen Schauspielern, die sich wie Harry,
Hermine und Ron verhalten oder eine schicke
computeranimierte Legendenerzählung; immer wieder
überrascht auch die neue Potter Geschichte mit
denkwürdigen Momenten.
Das wahre Highlight des Films ist selbstredend die
bekannte Besetzung. Fans dürfen sich glücklich
schätzen, dass es noch immer dieselbe Crew ist, die
schon in allen sechs Filmen zu sehen war. Keiner von
ihnen ragt jemals als besonders heraus, jedoch
verkörpern sie die ohnehin nicht allzu komplexen
Figuren nach all den Jahren einfach perfekt. Sie
allein lassen über viele Schwächen hinweg sehen.
Fazit:
Sieht man den neuen Potter als Einzelfilm,
enttäuscht er auf hohem Niveau. Das fehlende Ende
und die seltsam wirkende Handlungsentwicklung machen
es schwierig, mit dem Anfang des Endes allzu
zufrieden zu sein. Andererseits weist schon der
Titel darauf hin, dass es nur die Hälfte eines
doppelt so langen Films ist. Inwiefern die in
"Heiligtümer Teil 1" gezeigten Geschehnisse also
funktionieren, wird sich wohl erst im Juli 2011
zeigen.
8 / 10
10 -
Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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