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Kritik:
House at the End of the Street


Kritik von Christian Mester

HOUSE AT THE END OF THE STREET
(2012)
Regie: Mark Tonderai
Cast: Jennifer Lawrence, Max Thierot

Story:
Als die feiste Elissa (Jennifer Lawrence) mit ihrer Mum (Elisabeth Shue) in ein kleines Provinzkaff zieht, droht ihr dort zunächst einmal ungewohnte Langeweile. Und dabei bleibt's.

Kritik:
Als Jennifer Lawrence zusagte, im Film House at the End of the Street mitzuspielen, muss jemand wohl besser laut "Jackpot!" gerufen haben: ihre Hauptdarstellerin hatte gerade X-Men: Erste Entscheidung abgedreht und stand vor dem ersten Hunger Games - ihr großer Durchbruch lief also bereits in vollem Gange und sollte dann sogar noch weiter wachsen - mit Oscar-Nominierungen für Winter's Bone und Silver Linings. 3 Jahre nach dem Dreh erscheint HATES, wie er im Marketing abgekürzt wurde, nun sehr spät, jedoch immerhin noch im Kino... aber als Film, den J-Law rückblickend wohl eher bereuen dürfte.

Ein kruder, plumper, verfehlter Mix aus Mystery-/Horrorthriller und Teenromanze. Da wäre Lawrence als trotzige, abgebrühte Großstädterin, deren einzigen charakterisierenden Merkmale es hier sind, dass sie, ganz nach Tradition vieler Horroraktricen, stets großzügig luftige Unterhemden trägt (die der Kameramann dann auch stets dreist im Fokus hat, bis es manches Mal schon nervend voyeuristisch wird - ist gut, wir sehn's) und die gegen das anscheinend lahme Dorfleben und eine sich bemühende Mutter rebelliert, indem sie sich extra mit dem verschrobenen Scheinbar-Ed-Gein-Junior von nebenan (Max Thierot) zusammentut, der sie als einziger zu verstehen scheint.

Lawrence hat in ihrer Romanze jedoch keine Chemie zu ihrem Filmpartner, was auch nicht zu unverständlich erscheint, da Max Thierot (zuletzt im ebenfalls unsagbar schlechten My Soul To Take präsent gewesen) null Präsenz hat und keineswegs als der mysteriöse, aber schon für sie irgendwie verlockend faszinierende Außenseiter erscheint, sondern nur als ausdrucksloser Weirdo - selbst Twilights Love Story ist wärmer und glaubhafter als diese (abgesehen von der zwischen Taylor Lautner und einem Neugeborenen). Dann wäre da ja noch der Horrorpart, denn der Ryan Gosling light ohne Kohlensäure hat da schließlich noch etwas unter seiner Bodenklappe im Haus leben, was raus und morden will. Das ist doch was, egal was es sein mag: Deadites? Zombies? Der Trailer schien Kayako aus The Grudge zu meinen. Was ist es denn nun?

Spoiler:

Es wird erzählt, dass Nachbarjungens Schwester ihre Eltern früher umbrachte und dann weglief. Twist, da ist ein Mädchen in seinem Keller, das öfters ausbricht und Jennifer Lawrence umbringen will. Die Schwester? Nein, denn Twist, er hält sich irgendwelche Frauen gefangen, um so zu tun, als sei es so. Noch nicht genug? Tja, einen Twist gibt's dann noch...

Spoiler-Ende

HATES versucht sich also als wendungsreicher Thriller, was auf dem Papier womöglich noch hat funktionieren können, doch im Film wird alles maximal konfus. Thierot nuschelt sich ausdruckslos durch seine (eventuelle) Psychopathenrolle. Lawrence kreischt viel im verschwitzten Hemd und klettert durch enge Spalten, darf sich dabei aber nur einsilbig als Dummchen zeigen. Wendungen sind, wenn sie gut sitzen bekannterweise ein starkes Storyelement, doch hier sind sie viele, aber verfehlt: nie überraschend, nie führt es die Story in eine interessante neue Richtung oder spielt gelungen mit den Verteilungen der Sympathien; so wie sie zu Beginn (wenn überhaupt) verteilt werden, bleiben sie den ganzen Film über. Sämtliche der blutlosen, einfallslosen Genremomente bedienen sich der müden lauter-Soundeffekt/heftiges-Kameragewackel-Routine, wie sie nur in den faulsten Produktionen eingesetzt werden und über die der durchschnittliche Horrorfan nur müde lächeln mag. Was bleibt, ist ein fader Charakterfilm mit gelangweilten Darstellern, deren Figuren gleichgültig bleiben, der dann hoch pokert und alles auf mehrere Twists setzt, die aber alle nicht sitzen. Inszenatorisch okay umgesetzt, wenn auch visuell unauffällig und unbesonders.

Fazit:
Gut möglich, dass uns der Januar schon einen der besten und einen der schwächsten Filme des Jahres beschert, beide mit Jennifer Lawrence. Der eine ist Silver Linings. Das hier wäre der andere.

2 / 10

10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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