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KRITIK:
ICARUS
von
Christian Mester
ICARUS (2010)
Regie: Dolph Lundgren
Cast: Dolph Lungren, Stefanie von Pfetten
Lesen:
> BG Filmkritik Command
Performance
Story:
Eddie, Codename Icarus, ist Makler und
nebenberuflicher Attentäter, der aufgrund seiner
erstklassigen Dienste und früheren Leistungen auch
heute noch immer wieder engagiert wird. Als es alte
Auftraggeber plötzlich auf seine Familie absehen,
setzt sich Icarus zur Wehr...
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Entgegen vieler fälschlicher Annahmen ist
Dolph Lundgren nicht von russischer Abstammung, er ist
Schwede |
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Kritik:
Bei den meisten B-Action Filmen der Videotheken ist
es gleich: die einen machen einen großen Bogen um
ihrer Meinung nach schlechten Nicht-Kinostoff eines
ausgedienten Lundgren, Snipes, Seagal etc., andere
aber feiern diese DVD-Outings. Die einen sehen in
Osteuropa günstig gedrehten Trash, in denen der
"Star" und seine Kampfszenen das einzig Erträgliche
in ansonsten austauschbaren Handlungen und zäh und
schlecht gespielten Szenen gesichtsloser
Nebendarsteller darstellen. Fans freuen sich über
gewisse Eckpunkte, die in fast jedem der Filme
vorkommen.
Im Grunde haben beide Seiten Recht, nur dass Fans
gerne gezielt über Schwächen hinweg sehen, ihre
Erwartungen gesenkt haben und sich stets auf das
Wiedersehen mit nostalgischen Helden freuen. Vielen
reicht es einen Wesley Snipes zu sehen, der mit
seinem Charisma existiert und in Filmen wie "The Art
of War 2" kurze Minuten seine Kampfsportfähigkeiten
zeigen kann. Das ist keineswegs kritisch gemeint;
Ähnliches gibt es im Horrorbereich, in dem Fans sich
von wenigen gut gemachten Kills ebenfalls zufrieden
stellen lassen (ein Beispiel wäre "Hatchet"). Dazu
kommt, dass viele dieser Filme eine gewisse
Ehrlichkeit mitbringen, da sie meist unter kreativem
Input der Stars selbst inszeniert wurden und klar
wird, dass die Herren vor der Kamera genau das
ungestört machen, was sie gerne tun - auch wenn man
gerne mal 5 zusätzliche Millionen Dollar für
spektakuläre Verfolgungsjagden und Stunts hätte. Es
gibt kein Gepose, keine Selbstverherrlichung;
bescheiden weiß man um seine Möglichkeiten und nutzt
diese. Fast jeder der Filme versteht sich zudem als
Fanfilm, da die treue Fanbase jeden der Filme zum
überaus rentablen DVD-Hit machen.
Man muss jedoch ganz klar sagen, dass es gerade in
den letzten zehn Jahren einen merklichen
Qualitätssprung in den DVD-Actiontiteln gegeben hat.
Titel wie "The Tournament", "Ninja", "Undisputed 2",
"Wake of Death" oder "The Mechanik" haben bewiesen,
dass man sich auch als Zweifler ruhig mal wieder an
die DVD-Wand der alten Riege heranwagen kann. Keiner
der Filme kann es mit einem Kino-Hochkaräter wie "96
Hours" aufnehmen, aber es darf ja auch immer auch
Filme für geringere Erwartungen geben. Langer
Pretext, kurzes Statement: Dolph Lundgrens
mittlerweile sechster, eigens gedrehter Film ist
kein Vorzeigebeispiel, zeigt aber, in welche
Richtung sich das Genre entwickeln kann.
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Bei der schwedischen Version von Unser Star
für den Grand Prix
trat Lundgren beim letzten Mal auf und performte eine
Elvis-Nummer |
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Die
Handlung ist
natürlich nichts Weltbewegendes, allerdings war sie
das in "96 Hours" auch nicht. Was jenen ausmachte,
waren beeindruckende Actionszenen und ein
charismatischer Hauptdarsteller. "Icarus" hatte weit
weniger Geld und Lundgren ist nach wie vor gewiss
kein Neeson, aber es läge fern, Lundgren bei diesem
Film als ausgestorbenes, uncharismatisches
Ex-Actionass zu sehen. Als abgebrühter Attentäter
und Geschäftsmann macht der mittlerweile 53jährige
eine gute Figur, wobei ihm die Furchen seines Alters
nur zu Gute kommen, es ihm mehr Charakter verleiht.
Er weiß, dass er kein großer Redner ist, weswegen er
sich lieber zurückhält. Eine Einstellung, die ihm
wesentlich besser passt als die des übercoolen
Drummers in "Command Performance". Als Regisseur
kann er sich sehen lassen; es gibt jede Menge A-List
Hollywood-Regisseure, die schlechtere Arbeit
verrichten.
Actionszenen gibt es einige, allerdings sind sie
allesamt nicht besonders gut und nicht
Hauptaugenmerk des Films - was ihn letztendlich
davor zurückhält, besser abzuschneiden. Es ist
schade, da der sonstige Rahmen, d.h. die
Nicht-Actionszenen in Form von Dialogen und
Beziehungen in diesem Fall ausnahmsweise mal
akzeptabel funktionieren. Keiner der Nebendarsteller
ist besonders gut, aber sie alle sind eine
wohltuende Abwechslung zu ansonsten grauenhaft
schlechten Nebenfiguren wie in Nieten wie "Flight of
Fury" oder "Against the Dark".
Man nehme Lundgrens Hauptfigur und Regie aus diesem,
füge die phänomenale Action eines "Undisputed 2"
hinzu und dann noch jemanden Markantes wie
Jean-Claude van Damme als Bösewicht - in fast allen
B Actionfilmen ist der Bösewicht nicht auf einem
Level mit dem Held, und das müsste er, um
eindrucksvoll zu sein - und man hätte einen 1A
vortrefflichen Actionfilm der Marke 80er, frühe
90er. Ein beachtliches Beispiel wäre "Universal
Soldier 3: Regeneration", in dem es starke
Actionszenen und einen starken Bösewicht (Lundgren)
gibt (das Manko des Films: falsche Rollenverteilung:
Lundgren und Van Damme hätten weit mehr Szenen
gebraucht, der MMA Pitbull weniger / der kommende
"Universal Soldier IV" darf mit Hochspannung
erwartet werden, da der Film genau das korrigieren
will).
Genre überschreitend, gemessen an allen anderen
Filmen ist "Icarus" somit doch noch knapp unter
Mittelmaß, aber beinhaltet wichtige und
vielversprechende Elemente, die Dolphs nächste Filme
interessanter machen.
Fazit:
Wenn
Dolph so weiter macht und man ihm in den nächsten
Jahren etwas mehr Geld zur Verfügung stellen würde,
könnte da tatsächlich richtig gutes Actionkino bei
herumkommen. "Icarus" ist kein grande cinemá, aber
eine Entwicklung in die richtige Richtung. Pflicht
für B Actionfans und ein interessanter Tipp für alle
Neugierigen - wenn es auch faktisch und distanziert
betrachtet kein wirklich guter Film ist.
4 / 10
10 -
Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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