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Kritik:
Ich - Einfach unverbesserlich 2


von Christian Mester

DESPICABLE ME 2
(2013)
Regisseur: Chris Renaud und Pierre Coffin
Cast: -

Story:
Für den ehemaligen Mega-Bösewicht Gru ist jeder Tag ein einrahmbar perfektes Familienbild, bis
er plötzlich von einer Agentin namens Lucy entführt wird und den Auftrag erhält, einen neuen Bösewicht aufzuhalten. Erschwert wird das, da ausgerechnet jetzt seine Älteste einen ersten Freund findet, sich die stelzige Lucy in Gru verknallt zu haben scheint und die Minions wieder nur nonstop-Unfug im Sinn haben.

Kritik:
Mit "Ich - Einfach unverbesserlich" gelang Universal ein gewaltiger Überraschungshit, der die ständig überdrehten Helfer Gru's, die Minions, über Nacht zum Merch-Wunder und zu lukraktiven Kultcharakteren machte. Über 2,5 Millionen Zuschauer in Deutschland schrien nach mehr vom gelben Gleichen, und hier ist es jetzt dann also - wohlbemerkt bloß als Zwischenstück zum bereits nächsten.

Bevor sie im nächsten Jahr vorschnell einen eigenen Film bekommen, blödeln die wie schokoladen-geschälte Ü-Eier aussehenden Klone hier wieder unaufhaltsam herrlich herum, bringen wie nass gewordene Gremlins alles durcheinander und stehlen jedem Versuch, eine ernstzunehmende Handlung zu erzählen immer wieder die Puste. Da viele Sequels bekanntlich Neues und mehr als der Vorgänger bieten müssen, gibt es konsequenterweise neue Minions, diese noch stärker von den Gremlins inspiriert als zuvor: die Bösen verwandeln Gru's Minions in lilafarbene Monster, an Blanka aus dem Van Damme Street Fighter erinnernd, die sogar Polizeiwagen wie Kekse essen. So lange es gelb (oder lila) wird, besticht Ich - Einfach unverbesserlich 2 mit fast ausnahmslos ansteckend lustigen Slapstick-Witzen, die selbst dem grantigsten Tommy Lee Jones ein Lächeln ins Gesicht meißeln dürften. Nur zuweilen gehen Renaud und Coffin zu weit, denn ein YMCA mit Minions hat in der Tat nun wirklich niemand gebraucht.

Wo wir schon mal dabei sind: sie entkommen auch weiterer Kritik nicht ganz ungeschoren, denn in allem anderen jenseits des Stooges-Irrsins, also in Handlung, Figuren, Gefühle ist die doch rasch gefolgte Fortsetzung nicht ganz so lebhaft. Bestach der erste Film durch eine angenehme Balance aus Blödsinn und herzlicher Familiengeschichte, siegt hier unentwegt die Not nach noch einem Gag, noch mehr ADS-Gekreisch oder wildem Gebrabbel. In der ersten Geschichte wandelte sich Gru von einem Workaholic-Bondbösewicht, der meinte böse sein zu müssen, zu einem liebenden Vater. Im zweiten steht das Thema Familienerweiterung auf dem Blatt, nur wissen die Regisseure sich damit nicht sonderlich auszutoben, beziehungsweise, vernachlässigen es.

Gru's Problem ist, dass er schon da ist wo er hin soll, und im Film keine Änderung durchmacht. Seine Lucy liebt ihn schon seit dem ersten Zusammentreffen, sodass jede weitere Annäherung bloß überkommende Verzögerung ist. Dass Gru sich erst nicht traut, ist lahm, und die gesamte Nebenstory mit dem Kampf gegen den neuen Bösewicht wirkt wie Staffage, wie nutzlose Deko um diverse Minions-Sketche herum. Es ist zwar nie so banal wie bei Cars, aber ohne die Minions säh man Gru wohl nicht mehr so gern zu. Lohnendes 3D spricht für den Film im Luxusformat, was aber bei animierten Filmen mittlerweile ohnehin nobrainer sein dürfte.

Fazit:
Eine witzige, wenn auch arg hibbelige Fortsetzung, die das Gefühl leider vernachlässigt und demnächst drohen mag, zu sehr zu Furz-Witzen zu degenerieren. Hoffentlich nicht unverbesserlich, so natürlich noch annehmbar, aber er steht im Schatten des kleinen, größeren Vorgängers.

6 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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