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Kritik:
Illuminati


von Christian Mester

Angels and Demons
(2009)
Regisseur: Ron Howard
Cast: Tom Hanks, Ayelet Zurer, Ewan McGregor

Story:
Ein neuer Auftrag für Harvard-Professor Robert Langdon (Tom Hanks). Ausgerechnet die katholische Kirche benötigt die Hilfe des berühmt berüchtigten Symbologen, dessen Aufdeckung des Da Vinci Codes vor einiger Zeit für jede Menge unangenehmen Gesprächsstoff sorgte. Gebraucht werden seine weit reichenden Fachkenntnisse, denn niemand Geringeres als die legendären Illuminaten drohen, die laufende Papstwahl zu einer Katastrophe werden zu lassen…

Kritik:
Groß war der Hype damals um Sakrileg – The Da Vinci Code, denn sowohl Presse als auch Leser verschlangen die ersten beiden Bücher so gierig wie die Anaconda Owen Wilson in Anaconda. Als Film hatte man sich das jedoch weitaus besser vorgestellt. Vor allem drei Dinge störten gewaltig am Erstling: erstens, Langdon selbst bekam fast nichts zu tun, zweitens, der Film war in großen Teilen zäh wie Pattex und drittens, trotz 125 Millionen Dollar Budget war er weder besonders groß, noch besonders hübsch anzusehen.

“Viel Lärm um nichts“ dachten sich also die meisten, von daher ist es auch kein Wunder, dass sich nur die wenigsten um sein zweites Abenteuer scheren. Können sie aber.

Illuminati oder Angels & Demons, wie er im Original heißt, macht fast alles besser. Aufgrund eines besonders engen Zeitplans (Langdon muss das Rätsel innerhalb von wenigen Stunden klären) bleibt keine Zeit für Nickerchen, und so sind Langdon und Co. pausenlos unterwegs und hechten von Ort zu Ort, was der Dramatik wirklich zu Gute kommt. Auch geht es endlich mal um richtigen Einsatz, denn statt wie Miss Marple kleinere Morde mit Hieroglyphen aufzuklären, gilt es hier den Tod tausender Menschen zu verhindern.

Von der Optik her ist Illuminati auch kein Vergleich zum Vorgänger. Vom Vatikan und seinen Traditionen und heiligen Plätzen mag man zwar grundsätzlich halten was man will, aber die Bauten selbst sind allesamt wahnsinnig beeindruckend und wirklich Ehrfurcht erweckend, was Regisseur Ron Howard in unzähligen umwerfenden Bildern spektakulär einfängt. Der Fall hat also endlich mal einen gewissen Rahmen, den der erste noch missen ließ.

Hanks (der übrigens endlich beim Friseur war) bekommt dieses Mal auch mehr zu tun, denn statt sich alles von Außenstehenden erklären zu lassen (Audrey Tautou und Ian McKellen in Sakrileg) und am Ende kurz mal selbst zum Erklärbär zu werden, gibt seine Rolle hier rundum den Ton an und knobelt, taucht, rennt und befreit sich und andere aus tödlichen Fallen, wie es gute Helden zu tun haben. Natürlich wird Langdon nie zu einem Sprüche klopfenden, sich prügelnden Indiana Jones Verschnitt (auch der alberne Luftstunt aus dem Buch fehlt Gott sei Dank), aber es tut gut, ihn hier mal als Frontmann vorn am Steuer zu sehen.

Schön ist auch, dass man sich die im Buch gezwungen wirkende Love-Story gespart hat, denn er und Partnerin Vittoria Ventra sind auch so nett miteinander, ohne sich gegenseitig anzuschmachten. Ebenfalls gute Arbeit machen Ewan McGregor und Armin Müller-Stahl als traditionsbewusste Kirchenvertreter, Stellan Skarsgard als zwielichtiger Gardenchef, sowie einige andere unbekanntere Darsteller als Cops, Kirchenmitglieder und… Illuminaten.

Die Illuminaten. Einer von diesen vielen Geheimnis umwobenen Geheimbunden, die seit Jahren für Diskussionen sorgen, meistens jedoch in albern aufgezogenen Aiman Abdallah Galileo Mystery Sendungen peinliches Thema und damit eher Lachnummer als Bedrohung sind. Sicher, der neue Fall Langdons ist gute Popcornkost, aber auch wenn die vielen Informationen über die Papstwahl, die Illuminaten und deren Geheimwaffe (gewonnene Antimaterie) überzeugend gut klingen, sollte man besser nichts davon ernst nehmen. Vor allem das mit der Antimaterie ist.... naja.

Wie Dan Brown selbst schon mal sagte, basiert lediglich ein Teil seiner Sachen auf Fakten, vieles ist zur reinen Unterhaltung wild verfremdet und übertrieben. Zwar nimmt sich der Film insgesamt viel ernster als Vermächtnis der Tempelritter 1+2, ist inhaltlich aber trotzdem vollkommen hanebüchen. Es gibt viele große Logiklöcher, viele blödsinnige Szenen und extreme Zufälle am laufenden Band, die alle nur aufkommen, damit es auch durchweg zügig weiter geht. Man sollte also vor allem darüber hinweg sehen können, dass der Film laufend belehrend sein will und ihn am besten als stumpfe Popcornkost sehen. Dann schmeckt er.

Nicht so wirklich gelungen ist, dass aufmerksame Zuschauer schon recht früh darauf kommen werden, wer denn hinter allem stecken mag. Da Howard übrigens nicht im Vatikan drehte durfte kommen viele der Sets leider aus dem Computer, was zwar in großen Teilen funktioniert, teilweise aber auch mal sehr nach Bluescreen aussieht.... wenn man denn genau hinsieht. Auch ist die letztendliche Auflösung eher schwach geworden.

Wirklich gut dagegen? Der dynamische Soundtrack.

Fazit:
Der zweite Langdon macht einiges besser. Spannender inszeniert, actionreicher, mit mehr Pepp. Zwar ist die Hintergrundgeschichte nicht mehr ganz so interessant, aber der höhere Unterhaltungsfaktor wiegt das auf.

7 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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