BG Kritik:

Infini


Hat BG vor 10 Jahren gegründet und seither eine Menge neuer Filme gesehen. War als Redakteur für GameStar und Gameswelt tätig.

Infini (AUS 2015)
Regisseur: Shane Abbess
Cast: Luke Hemsworth, Daniel MacPherson

Story: In ferner Zukunft hat die Menschheit bereits diverse Planeten besiedeln können. Als ein Einsatzteam von einem Minenplaneten zurückkehrt und im Wahn um sich schlägt, reist ein Soldat hinüber, hoffend, dass drüben nicht Dead Space angesagt ist…

Im Weltraum hört dich keiner schnarchen.

Cooles Cover, fahler Film


Space Horror ist ein extrem spannendes Untergenre, mangels Interesses der großen Masse daran und stets aufwendiger Setanforderungen allerdings ein doch eher übersichtlich kleines. Gut, der Alien Franchise ist seit 1979 nicht totzukriegen, aber davon ab war Paul WS Andersons Event Horizon noch der letzte glänzende Vetreter in Sachen Weltraumgrusel, und auch der ist schon älter als Will Smiths Sohn Jaden. Filme wie Pandorum, Cargo, Europa Report, Apollo 18 oder Last Days on Mars hatten das Herz am richtigen Fleck sitzen, nur war leider nichts dabei, was man mit auf die Nostromo nehmen müsste. Besser: das Alien Spiel Alien Isolation.

Leider ist zu melden, dass auch Infini kein Underdog-Geheimtipp ist. Für Genrefans ist er eventuell einen technischen Blick wert, da Ausstattung und Effekte was hermachen, aber der gänzliche Rest gehört mit der gerollten Zeitung erstickt. Bereits der Anfang macht es einem schwer: völlig wirr wird in die Handlung geworfen, mit fiktiven Fachbegriffen um sich geschmissen und sich hin-und herteleportiert, sodass man sich völlig überfahren fühlt. Hat man die ersten paar Minuten jedoch überstanden, wird es zum Glück ein wenig ruhiger. Man versteht, wer die Hauptfigur sein soll und worum es überhaupt geht. Spoiler: um nichts wichtiges.

Na, kommt einem das nicht aus Prometheus bekannt vor?


Der Rest ist recht typischer Weltraum-Horror, wie man ihn schon kennt. Leute in Raumanzügen laufen mit Taschenlampen durch düstere Gänge, es werden unheimliche Vlogs von vorherigen Teams geschaut und man fällt sich einander in den Rücken. Ruckzuck fangen Leute an zu sterben, und dann gilt es, den Feind zu identifizieren und auszuschalten. Einen originellen Ansatz gibt es nicht, da sich Regisseur und Autor Shane Abbess maßgeblich an bekannten Serien und Filmen orientiert und diese bloß neu verpackt, ohne die Stärken zu behalten. Schade ist, dass er mit seinen "Inspirationen" weder subtil vorgeht, noch ein technisch versierter Ridley Scott ist, weswegen seine Figuren langweilen und sein billig inszeniertes Böses chestburstend gähnen lässt. Es kommen keine interessanten Sci-Fi Gadgets zum Einsatz, keine der Kampfszenen kann was, niemand interessiert sich für Hightech der Zukunft und auch aus dem für uns unüblichen Setting einer Mine auf einem fernen Planeten wird nichts gemacht.

Es gibt passable Spannungsmomente, was jedoch bei spärlich beleuchteten Gängen irgendwo ein Selbstverständnis ist. Die miserabel gecastete Crew (darunter der dritte Hemsworth Bruder) macht es jedoch nahezu unmöglich, dass man mit den Figuren mitfiebert. Es mögen vielleicht teils authentisch wirkende Soldatenfiguren sein, sie sind dann aber von der Sorte ausdruckslos langweiliger Einheiten. Spannende Erlebnisse können die nicht erzählen, bloß Latrinen leeren. Am Ende kann auch der Plot an sich mit nichts überraschend und endet auch noch recht schwächelnd.

Fazit:

Jenachdem wie gering die Erwartungen sind, darf man Infini also erträgliche Low Budget Mittelmäßigkeit im großen Schatten besserer Filme nennen, oder aber infini-mal schlechten Abklatsch, der an endlos sehenswertere Sachen erinnert.

2,5 / 10
10 - Meisterwerk // 8-9 - sehr gut // 6-7 - gut // 5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend // 0-2 - gar nicht mal so gut

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