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SCRIPT KRITIK:
JEEPERS CREEPERS 3
Cathedral
Drehbuch: Victor Salva
Release: ?
von Christian Mester
Anmerkung der Redaktion: Drehbücher zu
Spielfilmen durchlaufen im Zuge der Produktion
unzählige Hände, weswegen es manchmal vorkommt, dass
Screenplays kommender Filme ausgewählten Kreisen
zugänglich gemacht werden. Aus loyaler Fairness
schneiden wir die eigentliche Handlung nur an,
verzichten auf jegliche Zitate und veröffentlichen
ausschließlich überdurchschnittlich ausfallende
Vorab-Kritiken. Da besagte Drehbücher oftmals
während der Drehs verändert werden, ist eine solche
Vorschau stets mit Bedacht zu lesen. Sie soll einen
ersten Voreindruck geben und Lust auf mehr machen.
Prolog:
Als „Jeepers Creepers“ (7/10) 2001 in die Kinos
kam, war es einer der besten und interessantesten
Horrortitel des Jahres. Originell, schaurig und mit
einer einfallsreichen neuen Horrorfigur
ausgestattet, fragten sich Genrefans früh, wann es
wohl zur Fortsetzung käme. Die folgte 2003, und auch
wenn der nicht mehr ganz so effektiv war wie der
Erstling (4.5/10), etablierte sich John Brecks
Creeper weiter als eine der interessantesten
Horrorfiguren. Viele Jahre zogen ins Land, in denen
der Regisseur zunächst andere Projekte inszenieren
wollte, dies aber nicht schaffte. Jetzt ist „Jeepers
Creepers 3: Cathedral“ fertig geschrieben und
bereit, zehn Jahre nach dem erstem in die Kinos zu
kommen. Ein sinnvolles neues Kapitel oder ein müder
Versuch, an verstaubte Erfolge anzuschließen?.
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Die Inspiration für den Farmer Taggart war
Captain Ahab aus MOBY DICK.
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Handlung:
Dreiundzwanzig Jahre ist es her, dass der alte Farmer
Taggart den Creeper bezwang und dieser sich in seiner Hülle
einmottete. Während der alte Mann plant, den Creeper im Moment
seiner Wiedergeburt zu verbrennen, taucht Trish auf, die sich mit einer
Gruppe Söldner sicher sein will, dass die Bestie wirklich nicht
mehr aufsteht. Während sie die Vernichtung der vertrockneten
Kreatur vorbereiten, geschehen ganz in der Nähe neue, unheimliche
Morde...
Script-Kritik:
„Jeepers Creepers 3: Cathedral“ sollte erst ein
Prequel-Western werden, da der Regisseur Victor Salva dafür aber
nicht ausreichend Budget zusammen bekam, spielt der
Film nun zum Großteil doch wieder in unserer Zeit,
bzw., der nahen Zukunft. Zum größten Teil, denn ein
kleiner Abschnitt spielt noch immer in der
verstaubten Epoche der wehenden Heuballen, Pferde
und Totempfähle. In einem Rückblick wird kurz gezeigt,
wie der Creeper einen Saloon betritt und sich Hut
und Mantel von furchterfüllten Cowboys holt. Eine
starke Szene, die passend inszeniert eins der
Highlights des kommenden Filmes werden könnte.
Überhaupt finden sich viele starke Momente im
Drehbuch, die die geflügelte Kreatur ins rechte
Licht rücken, bizarr, schaurig und actionreich
ausfallen. Man erfährt zwar nichts wirklich neues
über das mysteriöse, schier unsterbliche Wesen, dafür kommen
bekannte Elemente wieder reichlich vor: die Axt, die Flügel,
der Truck, die Wurfsterne, das Erneuern von
Körperteilen und der Bau mit menschlichen Ornamenten.
Leider greift man auch erneut auf diverse Mäkel zurück,
die schon in den ersten beiden Filmen nicht so recht
funktionieren wollten. Zum einen haben Figuren
erneut seltsame Vorhersehungen, zum anderen taucht
die Hellseherin aus dem ersten Teil wieder auf, die
einmal mehr übernatürliche Eingebungen hat und
wieder unnötig erscheint. Einige Logiklöcher werfen
Fragen auf und dass Trish später mit einem
waschechten Kampfhubschrauber auftaucht, lässt ebenso rätseln
wie die Frage, wieso Farmer Taggart 23 Jahre lang
voller Angst mit einer Harpune vor dem verstaubten
Creeper saß, anstatt ihn direkt zu verbrennen / in
Säure aufzulösen / im Hochofen einzuschmelzen / ihn
zu Staub zu mahlen / ihn im Meer zu versenken / ihn
an Piranhas zu verfüttern. Dazu kommen einige
fragwürdige Zufälle und ein sehr offenes Ende, das
direkt nach Teil 4 rufen lässt und somit noch immer
keinen erfüllenden Abschluß darstellt.
Wer Taggart im zweiten Film besonders gut fand, wird
enttäuscht sein, dass er in Teil 3 - in dem
er bereits über 60 ist - nur noch am Rande vorkommt.
Die Hauptrollen spielen Trish, ihr Sohn (den sie
nach ihrem verstorbenen Bruder benannt hat), Taggarts Sohn und die
toughen Soldaten des Teams, die zusammen mit
Schaulustigen und einer Gruppe Forscher gemeinsam
dazu beitragen, dass der ledrige Menschenjäger viel
zu fangen hat.
Insgesamt ein Sequel, das den Ton der beiden
Vorgänger sehr genau trifft und stark auf
Altbewährtes setzt; die einen wird es freuen, dass
es linear weitergeht, andere werden eventuell der
Ansicht sein, dass "Jeepers Creepers 3" seinen
Vorgängern zu sehr gleicht und nach 8 Jahren
Reifezeit nur wenig Neues wagt.
Mester meint:
“Jeepers Creepers 3: Cathedral“ beinhaltet wieder
einmal viele interessante Creeper-Szenen, bringt,
was in den ersten Teilen funktionierte und dürfte
somit jedem gefallen, der schon die ersten beiden
mochte. Der ultimative, alles da gewesene toppende
Teil der Reihe ist er zwar nicht, aber das muss es ja auch nicht
immer sein. Neulinge dürfen sich darüber freuen,
dass man den Film auch ohne jegliche Vorkenntnisse
sehen können wird.
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