Special

Jahresrückblick 2016


Der "Snob" unter den BG Redakteuren. Seine Herkunft ist mysteriös. Angeblich besucht er ein Bildungsinstitut in Bielefeld. In Bielefeld!

Fuck 2016!!

Fuck 2016, das denkt sich jedenfalls seit einer Weile die halbe Internetwelt, die auf zahlreiche verstorbene Stars, auf immer häufiger auftretende Fake News und auf zum größten gemeinsamen Schock-Faktor zugespitzte politische Geschehnisse reagiert. Kino soll oftmals Ausflug und Ablenkung sein, was umso schwieriger wird, war man vor wenigen Tagen noch in „Rogue One“ im Kino und muss nun vom Tod Carrie Fishers und ihrer Mutter Debbie Reynolds hören. Doch Ablenkung und heimeliger Zeitvertreib machen nicht alles aus was Kino bieten kann. Filme können so viel mehr, können so viel aktiver in und durch schwere(n) Zeiten helfen.
Make Cinema Great Again, also. Die Macht des Mediums, die uns in die reale Vergangenheit blicken lässt, wenn ein Zeitungsteam gegen die schier übermächtige katholische Kirche antritt (Spotlight), um einen Missbrauchsskandal aufzudecken. Wir sahen den Überlebenskampf eines in der gottverlassenen Wildnis zum Sterben zurückgelassenen Mannes (The Revenant), sahen den Gewissenskonflikt einer jungen Immigrantin, die sich zwischen Familie, Neuanfang und Liebe entscheiden muss (Brooklyn), und erkundeten mit anthropomorphen Tieren Probleme und Lösungsideen von Vorurteilen und Rassismus (Zoomania). Wir fieberten bei Superhelden mit, auf dass sie sich wieder vertragen (Captain America: Civil War) und ihre Gemeinsamkeiten entdecken (Batman v Superman: Dawn of Justice), um einem weltenvernichtenden Bösewicht (X-Men: Apocalypse) entgegen zu treten. Wir durften eine altbekannte und doch neue Geschichte sehen, in der ein Adoptivkind einen rassistisch diskriminierenden Widersacher konfrontiert, um seine Familie zu beschützen (Das Dschungelbuch). Wir durften eine alte Bekannte sehen, die mit Hilfe ihrer neuen Freunde ihre mentale Behinderung überwindet und ihre Familie wiederfindet (Findet Dorie). Eine liebgewonnene Crew schüttelte in einem neuen Abenteuer den dunklen Schatten der Vergangenheit ab und entdeckte die Stärken einer festen Gemeinschaft (Star Trek Beyond), während neue Helden in einem vertrauten Szenario dafür sorgten, Dinge in den Weg zu leiten, um ein finsteres Regime zu stürzen (Rogue One).

Es sind kleinere und größere Filme, größere und kleinere Geschichten, die uns beeinflussen, die uns helfen können und sei es nur dadurch, zu sehen, dass wir mit unseren Ängsten und Problemen nicht alleine sind. Filme sind nicht gemacht um zu vergessen, sie sind gemacht um zu bestärken; das war bisher so, das war auch im vermeintlich beschissenen 2016 so und das wird auch in Zukunft so sein. Kino ist nicht real. Kino ist Manipulation und Lüge. Aber es ist eine schöne Lüge, eine, die sich in den richtigen Händen und den richtigen Köpfen zum Besten verwandeln lässt. Um es mit George Michaels Worten zu sagen: „All we have to do now / Is take these lies and make them true somehow / All we have to see / Is that I don't belong to you / And you don't belong to me / Freedom / I won't let you down / Freedom“


Die 11 besten/liebsten Filme von 2016
("Wichtige" Filme, die nicht gesehen wurden: Kubo - Der tapfere Samurai, The BFG, Findet Dorie, Ghostbusters, 1001 Nacht Vol. 1-3)

11. Toni Erdmann (R: Maren Ade)


Der Deutsche Film verbucht einen Welterfolg. Das läuft natürlich nur im kleinen Rahmen ab, denn ein Film wie „Toni Erdmann“ zieht nicht unbedingt die Massen an, doch für die heimische Kinolandschaft ist die internationale Resonanz, die Maren Ades Film bisher erhielt und noch erhalten wird, wichtig und wohltuend. Vielleicht hält man es für unwichtig, hervorzuheben, was die heimische (oder irgendeine nationale) Filmindustrie konkret hervorbringt, solange es ausreichend gute Filme gibt. Aber ein Film wie „Toni Erdmann“ tut gut. Der Film tut generell gut, weil es ein befreiender und mitunter enorm unterhaltsamer Film ist, aber er tut dem Kino dieses Landes gut, weil die Ausmaße des Erfolgs überraschend sind. Weder war Maren Ade bisher ein große Nummer im internationalen Autorenfilm, noch biedert sich „Toni Erdmann“ den Klischees des deutschen Prestigefilms an, der deutschen Geschichte und insbesondere der NS-Zeit. Auch ist „Toni Erdmann“ weit entfernt vom schwer zugänglichen Formalismus der Regisseure der Berliner Schule (Hallo, Christian Petzold, bitte nicht als Kritik auffassen.), sondern ist eine Komödie, die im Blätterwald der nicht-deutschsprachigen Welt mehr für die Idee eines deutschen Humorverständnisses getan hat, als man sich vorstellen kann. „Toni Erdmann“ ist ein komischer Film und das heißt in diesem Fall sowohl „witzig/unterhaltsam“ wie auch „seltsam“. Ein Film, von einer befreit inszenierenden Filmemacherin gedreht und als einzigartiges Kuriosum in jedem Fall einen Blick wert. Zweit- und Drittsichtungen werden bestimmen, wie sehr „Toni Erdmann“ als tragikomische Vater/Tochter Geschichte wirklich funktioniert, doch bis dahin bleibt es eines der erinnerungswürdigsten Kinoerlebnisse des Jahres.

10. Alles was kommt - L'avenir (R: Mia Hansen-Løve)


Ähnlich wie Richard Linklater erforscht auch Mia Hansen-Løve in ihren Filmen den Umgang mit und die Wirkung von Zeit. „Eine Jugendliebe“ und „Eden“ kondensierten die Entwicklung der Protagonisten über einen Zeitraum von mehreren Jahren auf eine Spielfilmhandlung – mit maximalem Erfolg. „Alles was kommt“ besitzt keinen derart ausgedehnten zeitlichen Rahmen, stattdessen macht Hansen-Løve das Davor und Danach einer Frau an einem Wendepunkt ihres Lebens deutlich. Nach dem Scheitern ihrer Ehe schwebt Nathalie (Isabelle Huppert) zwischen den Etappen ihres Lebens, in einer Phase ohne Zeit, hält sich an Vertrautes und hält Ausschau nach Neuem. So ist „Alles was kommt“ auch ein Film über Intellekt, wie Philosophie ein Anker und Ratgeber sein kann und wo die Grenzen des Versteh- und Erklärbaren liegen. Und ganz nebenbei spielt Isabelle Huppert eine der besten Hauptrollen unserer Zeit.

9. American Honey (R: Andrea Arnold)


Coming of Age Story, Road Movie und Sozialdrama; die Britin Andrea Arnolddreht einen ultimativ amerikanischen Film über die junge Ausreißerin, Abo-Verkäuferin und jungen Freigeist Star (Sasha Lane), in dem immer auch etwas Grundlegendes über Jugend und Selbstfindung steckt. Vielleicht ist „American Honey“ länger als er sein sollte und weniger fokussiert, als ihm guttut, doch wir entdecken die Welt des amerikanischen mittleren Westen mit und über Star, die in ihrer naiv-entschlossenen Kopf-durch-die-Wand Sicht gar kein Interesse an einem fokussierten Weltblick hat. Star will, dass etwas haften bleibt, will die Sicherheit, sich irgendwo fallen zu lassen, sich zu beruhigen und zu öffnen. Mit unverfälschten Gesichtern (und dem guten Shia LaBeouf) besetzt ist „American Honey“ ein jugendlich rauschhaftes Erlebnis.

8. Anomalisa (R: Charlie Kaufman, Duke Johnson)


Es ist zwar kein Geheimnis mehr, wird jedoch noch immer zu häufig ignoriert, dass Animationsfilme nicht automatisch für Kinder sind. Charlie Kaufman, Drehbuchautor von „Being John Malkovich“ und „Eternal Sunshine of the Spotless mind“ (Vergiss mein nicht), und Duke Johnson machen einen Puppen-Animationsfilm über romantische Entfremdung und Auswirkungen von Depressionen. Hauptfigur Michael ist verheiratet aber einsam, trauert einer alten Liebe nach und ist gelangweilt von der menschlichen Existenz, von seiner eigenen und der Menschen, die ihn umgeben. In einem genialen und zum Ende hin effektiven Einfall werden alle Figuren bis auf Michael und Hotel Bekanntschaft Lisa von einer einzigen Person gesprochen (im Original Tom Noonan). Das Uncanny Valley Design der Puppen trägt sein Übriges dazu bei die verzerrte Wahrnehmung Michaels sicht- und spürbar zu machen. Michaels Weg ist, typisch Charlie Kaufman, tragikomisch, leise romantisch, herzzerreißend und bitter. Ein einzigartiger Film.

7. Everybody wants some!! (R: Richard Linklater)


#Problematic! Wer es noch nicht mitbekommen hat; seit einiger Zeit wird in öffentlichen Foren so stark über das Mit- und Gegeneinander der Geschlechter gesprochen, wie schon lange nicht mehr. Richard Linklaters Film über Baseball-spielende College Bros wirkt wie ein Film aus der Zeit in der er spielt, den 1980ern. Doch es ist alles eine Frage der Perspektive und des Umgangs mit dem Thema. Inhaltlich ähnlich ist „Everybody wants some!!“ in seiner ideologischen Bewertung das komplette Gegenteil eines Films wie „Project X“. Linklaters Jungs sind Großmäuler, Selbstdarsteller, Aufreißer und Möchtegern-Machos, die zum Auftakt ihrer College Zeit nur Frauen und ritualisierte Schwanzvergleiche im Sinn haben. Linklater stellt uns diese Welt als positiv vor, ohne sie kritikbefreit zu zelebrieren. Er findet Wege, die einseitige Erzählperspektive aufzubrechen, nutzt diese einseitige Perspektive aber auch, um diese Bros genauer zu durchleuchten. Ein Film, über den man hervorragend streiten kann, der aber in erster Linie auch einfach ungemein unterhalten kann.

6. Swiss Army Man (R: DANIELS (Dan Kwan, Daniel Scheinert)


Über die letzten zehn Minuten können (müssen?) wir noch einmal reden, aber abgesehen davon ist „Swiss Army Man“ ein absoluter Genuss. Mancherorts mag man schnell mit Warnungen um sich werfen, Unterstellungen, der Film sei mit seinen unzähligen Furz-Szenen und Masturbationsgesprächen profan, infantil und niveaulos. Doch es stecken wunderbare – und wunderbar witzige – Beobachtungen in diesen Momenten, wie „lebende Leiche“ Manny (Daniel Radcliffe) einen ganz eigenen Blick auf soziale Regeln und Konventionen hat, wie er die emotionale Verklemmung von Hank (Paul Dano) offenbart und zu einer allgemeinen Offenheit und Entspannung aufruft, auf dass wir unsere Fürze (get this! Fürze sind eine Metapher!) nicht länger zurückhalten und heimlich im Verborgenen verrichten, dass wir sie stattdessen mit unseren Liebsten teilen.

5. Hail Caesar! (R: Joel Coen, Ethan Coen)


Die Coen Brüder gehören klar zu den besten Filmemachern Hollywoods. Und dass sie inzwischen Hollywood Regisseure sind, und keine Indie Filmemacher mehr, spielen sie in „Hail, Caesar!“ voll aus. Bis zum Rand besetzt mit Stars und durchzogen mit Nebenhandlungen und kleineren sketch-artigen Einschüben ist der Film eine kritische Hollywood Liebeserklärung. Oder eine liebevolle Hollywood Kritik. Auf mehreren Ebenen geben uns die Brüder Anreize, vermengen Kunst, Kultur, Politik und Religion zu einer unnachahmlichen Mixtur. Immer am Rande des Albernen ist „Hail, Caesar!“ überaus witzig und dabei, wie es sich für einen Coen Film gehört, in seinem albernen Humor erstaunlich clever.

4. The VVitch (R: Robert Eggers)


Horrorfans sind flexibel, was aber auch heißt, dass das Genre in unzähligen Formen auftritt. Die Horrorfilme, die den Test der Zeit überstehen, sind meist solche Filme, die mehr als ein Genre beackern, die mehr im Sinn haben, als für knapp zwei Stunden Angst und Schrecken zu verbreiten. „The VVitch“ geht unter die Haut, verstört mehr, als dass wirklich Angst verbreitet wird, doch die Geschichte einer extrem gottesfürchtigen Familie in Neuenglang des frühen 17. Jahrhunderts lebt von einer charakterlichen Dichte und einem thematischen Facettenreichtum. Die Ebenen der familiären Hierarchie sind faszinierend, der Umgang mit Religion und der Idee der Schuld sind komplex, und mit dem Grundthema der Hexe und der Zuspitzung auf Hauptfigur Thomasin (Anya Taylor-Joy) werden Ansätze der Gender Studies in Angriff genommen. Und ganz davon ab inszeniert Robert Eggers in seinem Debüt als Regisseur wie ein junger Gott. Oder wie vom Teufel besessen. Auf jeden Fall verdammt gut.

3. The Double (R: Richard Ayoade)


Direkt auf DVD/BD erschienen und eigentlich schon zwei Jahre alt; nach „Submarine“ der zweite Film als Regisseur von „IT Crowd“ Darsteller Richard Ayoade. Inspiriert durch Dostojewskis „Der Doppelgänger“ entwirft Ayoade eine dystopische Arbeiterwelt, ein irgendwie industrielles Büro auf halber Strecke Richtung Kafka abgebogen in Richtung Terry Gilliam. Ein Büroangestellter (Jesse Eisenberg) sieht eines Tages seinen Doppelgänger; ein Mann, der aussieht wie er, dem aber alles besser gelingt. Seine Kollegen scheinen nicht zu erkennen, dass die beiden Männer sich gleichen, auch nicht Mia Wasikowska, für die das Herz des „Originals“ schlägt. In seiner Bildsprache aufregend ist „The Double“ ein schräger Psychothriller über Liebe, Karriere und den Verlust (oder das Finden) der eigenen Identität. Regisseur Ayoade wirft die Fesseln der Wes Anderson-Nachahmung ab, die noch „Submarine“ überschatteten, und zeigt sich als aufregender Geschichtenerzähler für die Zukunft. Zudem ein erstklassiger Score.

2. Paterson (R: Jim Jarmusch)


Hach, ja, Jim Jarmusch. Die Filme des Meisters der handlungsarmen Langsamkeit sind sicherlich nicht jedermanns Ding. Ich selbst war immer nur eingeschränkt auf Jarmuschs Seite, doch nach „Only Lovers Left Alive“ ist „Paterson“ das zweite Meisterwerk in Serie. „Paterson“ ist anders als die Vampire aus OLLA, aber dennoch aus demselben Holz geschnitzt. Der großartige Adam Driver spielt einen Mann namens Paterson, der in der Stadt Paterson als Busfahrer arbeitet, in seiner Freizeit Gedichte schreibt und mit seiner Freundin und Hund in einfachen Verhältnissen lebt. Jarmusch erkundet den Reiz des Alltäglichen und des vermeintlichen Einfachen, lässt uns über Patersons Lyrik auf Dinge blicken, an Gedanken teilhaben. Die Frau (Golshifteh Farahani) rät Paterson, seine Lyrik zum Beruf zu machen, einige Gedichte zu veröffentlichen. Sie selbst ist durchströmt von einer eigenen, aber immer irgendwie kommerzialisierten Kreativität, die sich durch spontanes Gitarrelernen, Backen oder ständige Malereiaktionen im und am Haus auszeichnet. Es klingt so simpel und ist doch so endlos faszinierend, wie wir an dieser Beziehung teilhaben, wie wir mit Paterson (s)ein Leben nicht einfach nur beobachten, sondern miterleben. Durchzogen von wunderbar leisem Humor – und der wohl besten/witzigsten Gag-Pointe des Kinojahres – ist „Paterson“ ein komplexer und doch entspannter Film, ein Film der kleinen Details und Beobachtungen. Ein Film, in dem man leben will.

1. The Lobster (R: Yorgos Lanthimos)


Der beste Film des Jahres erschien direkt auf DVD/VOD. Das ist angesichts der Thematik und Umsetzung nicht sonderlich überraschend und wird langfristig für nicht-Blockbuster wohl mehr und mehr zum Standard werden, doch es ist bedauerlich, weil Filme a) ins Kino gehören und b) weil „The Lobster“ in den verschiedenen Zuschauern eines öffentlichen Kinosaals die unterschiedlichsten Reaktionen hervorrufen kann. Darum geht’s: In einer dystopischen Nahzukunft bzw. in einer alternativen Realität ist es untersagt, Single zu sein. Ist man ledig, wird man in ein Hotel beordert, wo man etwas mehr als einen Monat Zeit hat, um einen passenden Partner zu finden. Findet man keinen, wird man nach Ablauf der Zeit in ein Tier seiner Wahl verwandelt. Colin Farrell wählt, für den Fall der Fälle, ein Hummer zu werden, wagt sich vorsichtig aufs Parkett der Kennenlern-Tanzveranstaltungen im Hotel und unternimmt die Jagd auf die radikalisierten Anarcho-Singles, die in den Wäldern rund um das Hotel hausen. Geschrieben von „Dogtooth“ Regisseur Yorgos Lanthimos, der in seinem englischsprachigen Debüt nichts von seinem radikalen Erfindungsreichtum, seinen absurden soziologischen Szenarios und seinem ultra-schwarzen Humor eingebüßt hat. „The Lobster“ ist böse, unangenehm, aber auch schreiend komisch und irgendwie auch enorm romantisch. Wie weit würde man für Liebe gehen und was ist dieses ‚Liebe‘ überhaupt? Ein filmisches Wunderwerk.




- 10 Cloverfield Lane: (R: Dan Trachtenberg) Warten wir mal „God Particle“ (Arbeitstitel) ab, aber Cloverfield könnte eine der spannendsten Filmreihen dieser Zeit werden. „10 Cloverfield Lane“ ist keine Fortsetzung, nicht wirklich Prequel und kein wirklich glaubwürdiges Spin-Off zu „Cloverfield“, hat aber genügend Berührungspunkte, damit der Titel nicht zu Wut und Unverständnis führt. Unter dem Cloverfield Banner wird jungen Regisseuren mit kleinen oder mittelgroßen Genre-Stoffen eine Plattform gegeben. Und „10 Cloverfield Lane“ ist als exzellent inszenierter, spannender, dramatischer effizienter und perfekt besetzter Paranoia-Invasionsthriller ein echter Genuss.

- Arrival: (R: Denis Villeneuve) „Arrival“ atmet den Geist von Spielbergs „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und auch wenn Denis Villeneuve wohl nie ein derartiger Meister (und derartiger Humanist) wie Spielberg sein wird, so ist „Arrival“ ein bemerkenswert aufgebauter und trotz seines kargen Äußeren emotionaler Film, dessen (könnte man das als Spoiler auffassen?) Aufruf zu einem stärkeren Miteinander, zu einer friedlichen Kommunikation zwischen Kulturen und Spezies zurzeit wie gerufen kommt.

- A Bigger Splash: (R: Luca Guadagnino) Vielleicht der lässigste Film des Jahres, obwohl das zentrale Charakter-Viereck diverse Eskapaden aus Lust und Eifersucht durchmacht, obwohl es gegen Ende zu einer Art Krimi wird und obwohl Regisseur Guadagnino am Schluss eine fette politische Analogie-Bombe platzen lässt. Ralph Fiennes, Tilda Swinton, Dakota Johnson und Matthias Schoenaerts machen in diesem wunderbar stilisierten Sommerfilm einfach ungemein Spaß.

- Brooklyn: (R: John Crowley) Ein kleiner, auf den ersten Blick unscheinbarer Film, den die meisten Menschen trotz Oscarnominierungen schon wieder vergessen haben. Weit entfernt von einem Nicholas Sparks Melodrama behandelt „Brooklyn“ sein zentrales Gefühlsdilemma mit Ernst und Aufrichtigkeit, unterstützt von einer tollen Besetzung und angeführt von Saoirse Ronan.

- Creed: (R: Ryan Coogler) In einem Zeitalter, in dem man ständig über das Für und Wider von Fortsetzungen, Franchises und Reboots sprechen muss, kommt „Creed“ einem Wunder gleich. Eine späte Fortsetzung, die gleichzeitig Spin-Off und Reboot ist und dabei auf ganzer Linie funktioniert. Das ist ein Wunder, weil verwunderlich, da ich in dieser Art von Nostalgie für gewöhnlich mehr Schaden als Nutzen sehe. Toll gespielt, kraftvoll inszeniert, modern und doch dem Franchise treu – ein kleines Wunder.

- Green Room: (R: Jeremy Saulnier) „Bare Bones“ bezeichnet einen Gegenstand oder Sachverhalt (oder eine Filmhandlung), der nur aufs Wesentliche heruntergebrochen wurde. Jeremy Saulnier meint es mit den blanken Knochen gleich doppelt. „Green Room“ ist ein inhaltlich minimalistischer Survival-Thriller, aber als Genre Spielübung mit passend ausgestatteten „Helden“ und Widersachern ist es ein so spannendes wie brutales Werk.

- The H8ful Eight: (R: Quentin Tarantino) Mit dem Erfolg seiner letzten beiden Filme und der noch größer gewordenen kritischen Wertschätzung, angespornt durch seine Ankündigung, in Bälde seine Karriere an den Nagel zu hängen, ist Quentin Tarantino in der selbstverliebten Phase seiner Karriere angekommen. Und Tarantino war schon immer ein Filmemacher, der seine Faibles, Vorlieben und Inspirationen selbstbewusst zur Schau gestellt und keine Situation ausgelassen hat, um sich selbst zu loben. „The H8ful Eight“ ist überlang und mitunter zu verspielt, aber wenn der Film funktioniert, dann brummt und rollt und bebt es wie es sonst im Kino nur selten brummt und rollt und bebt.

- Mustang: (R: Deniz Gamze Ergüven) Die Ähnlichkeiten zu Sofia Coppolas Film „The Virgin Suicides“ (oder dessen Vorlage) sind so deutlich, dass man schon fast von einem Remake sprechen könnte. Wenn „Die glorreichen Sieben“ ein Remake von „Die sieben Samurai“ ist, ist auch „Mustang“ ein Remake von „The Virgin Suicides“. Im Falle von Deniz Gamze Ergüvens Film ist der Vergleich aber spannend und lohnenswert, nicht zuletzt wegen der kulturellen Verschiebung. Fünf Schwestern wachsen in einem türkischen Dorf auf, werden langsam erwachsen, entwickeln Interesse für Jungs, und werden von den Eltern (bzw. Onkel und Großmutter) zurückgehalten, eingesperrt und zwangsverheiratet. Ein Film der frustrieren kann und wütend machen sollte, der aber auch von Hoffnung lebt.

- The Nice Guys: (R: Shane Black) Man könnte darüber diskutieren, inwieweit Shane Blacks Film Gewalt zu Humorzwecken einsetzt und dadurch nicht nur marginalisiert, sondern mitunter vielleicht auch zelebriert. Oder man könnte erkennen, wie leichtfüßig und überzeichnet Black seinen 1970er Jahre Krimi umsetzt, um ähnlich einem Quentin Tarantino einen schwarzhumorigen Unterhaltungsfilm zu machen. Mit einem Duo wie Russel Crowe und Ryan Gosling fällt es leicht, sich für letztere Variante zu entscheiden.

- Rogue One: A Star Wars Story: (R: Gareth Edwards) „Rogue One“ hat Probleme, die insbesondere in seiner inhaltlichen Verpflichtungen zu den bereits existierenden Filmen des Universums liegen, aber es ist auch der schönste und am besten inszenierte Film der Reihe seit „Das Imperium schlägt zurück“. (Wirklich, so sehr „Das Erwachen der Macht“ auch Spaß gemacht hat, aber JJ Abrams könnte selbst vom Episode I George Lucas noch lernen, wie man ein Finale mit mehreren Schlachtfelder effektiv verbindet.)

- Room: (R: Lenny Abrahamson) Das Buch ist besser, schon klar. Ist es fast immer. Dennoch ist Lenny Abrahamsons Adaption des Romans ein spannender, hochemotionaler und ungemein faszinierender Film über das „Danach“ eines Traumas und ob es überhaupt ein „Danach“ geben kann. Großartig gespielt von Brie Larson und dem jungen Jacob Trembley findet „Raum“ den passenden Weg zwischen finsterem Drama und leiser Hoffnung.

- The Shallows: (R: Jaume Collet-Serra) Die Kunst der absurden Zuspitzung. Jaume Collet-Serra inszeniert mit feiner Ironie, ohne jemals zu einer Persiflage des Genres zu werden. Stattdessen wird Blake Livelys Überlebenskampf auf einem kleinen Felsen im flachen strandnahen Gewässer kontinuierlich verschärft und gekonnt auf ein herrlich unterhaltsames Finale hingesteuert.

- Star Trek Beyond: (R: Justin Lin) Man könnte mehrseitige Ausführungen darüber schreiben, wie „Beyond“ als Gegenargument zur zynischen Anti-Terror Propaganda von „Into Darkness“ funktioniert. Ein äußerst unterhaltsamer quasi-Neustart, der die noch immer exzellent besetzte Crew endlich einmal wirklich miteinander agieren lässt. Pille und Spock, Kirk und Chekov, und Montgomery Scotty mit dem sympathischen Neuzugang Jaylah bringen einen nicht subtilen, aber immer effektiven Aufruf zur Stärke einer eingeschworenen Gemeinschaft wunderbar rüber.

- Tangerine L.A.: (R: Sean Baker) Sin-Dee und Alexandra sind Freundinnen, Trans-Frauen und bieten auf den Straßen von Los Angeles käufliche Liebesdienste an. Als Sin-Dee erfährt, dass ihr Freund und Zuhälter Chester eine Affäre hat, startet sie eine wütende Odyssee auf der Suche nach Chester und der Frau, mit der er Sin-Dee betrogen hat. Gedreht mit dem iPhone ist Sean Bakers herrlich unterhaltsamer und äußerst bewegender Film immer mittendrin im Geschehen und stilisiert L.A.s un-glamouröse Seiten als schrilles Volksfest knalliger Farben.




- Halten wir mal den Ball flach: Deadpool
Um es mit James Francos Worten (aus „The Interview“) zu sagen: „We are different people […] but inside we are same-same. Same-same, but different. But still same!!“ So ähnlich fühlt sich „Deadpool“ als Superhelden Film an. Der Mann im rot-schwarzen Strampler ist anders, ist ironisch, sarkastisch, brutal, selbstreferentiell und durchbricht ständig die sprichwörtliche Vierte Wand. Doch im Kern durchläuft „Deadpool“ dieselben ausgenudelten und vorhersehbaren Handlungspunkte wie die großen Kollegen, macht eine simple Reifung durch und fußt seine Motivation auf einer klischeehaften Romanze. Denn Deadpools Vanessa ist abgesehen von ihrem Beruf und ihrer Experimentierfreude im Bett nicht nennenswert anders oder interessanter als Lois Lane, Pepper Potts oder Natalie Portmans [Charaktername] aus „Thor“. Same-same, but different, but still same. Und was Bettgeschichten betrifft (Spoiler): Wade und Vanessa wechseln in einer Szene die Seiten und, na ja, wir fragen alle mal das Urban Dictionary was „pegging“ ist. Wade lässt sich drauf ein, bricht dann aber schnell ab. Dieser Rollentausch der etwas anderen Art ist nichts für ihn. Der Film setzt sich damit selbst Grenzen. Deadpool und „Deadpool“, so wie sie sich geben, sollten eigentlich so grenzenlos, frei und mutig sein, um dieses Sex-Experiment mit Wonne anzunehmen. Stattdessen offenbart der Film, dass hinter dem „Wir sind so edgy“ R-Rating Gepose eine gehörige Portion Spießigkeit und Feigheit steckt.

- Ich will ja nicht böse sein, aber...: Independence Day: Resurgence
Seit einer Weile benenne ich nicht mehr die schlechtesten Filme des Jahres. Ich spreche über Enttäuschungen oder verschenktes Potential, aber die Flops eines Jahres hervorzuheben scheint mir weder nett noch sinnvoll. An diesem Vorhaben will ich eigentlich festhalten, aber „Independence Day: Resurgence“ bettelt förmlich darum als Flop des Jahres hervorgehoben zu werden. Meine Güte, wie konnte so etwas nur passieren?

- NWR, der ewige Verwirrer: The Neon Demon
Nicholas Winding Refn scheint mächtig stolz auf sein NWR Monogramm zu sein. Wie schon „Only God Forgives“ ist auch „The Neon Demon“ ein augenscheinlich selbstverliebter und möglicherweise inkohärenter Film, der zu keinem greifbaren Ganzen werden will. Und dennoch bin ich gewillt, die Filme erneut zu schauen und jeden weiteren NWR zu schauen. Es scheint, als betreibe NWR viel Aufwand für geringen Ertrag, aber dieser Aufwand hat einen Reiz, den man nicht abstreiten kann.

- Ben Wheatley, der andere Verwirrer: High-Rise
Vielleicht ziehe ich Ben Wheatley (Kill List, Sightseers, A Field in England) NWR vor, weil Wheatley wandelbarer ist, weil er ungehemmte Inszenierungsfreude auslebt, obgleich mich noch kein Film so richtig begeistern konnte, auch nicht seine J.G. Ballard Adaption „High-Rise“. Wheatley ist ein enorm talentierter Verrückter und daher ein Glücksfall fürs Kino, auch wenn er auf den (auf meinen) Top-Listen bisher noch nicht auftauchte.

- Sketch-Comedy v. Kino: Dawn of Humor: Keanu und Popstar: Never stop never stopping
Key & Peele gehören zu den cleversten und witzigsten amerikanischen Comedy-Machern der letzten Jahren. Seit ihrer Entstehung via Saturday Night Life bringt die Comedy-Band The Lonely Island regelmäßig wunderbare und toll produzierte Humor-Musik heraus, mal albern („Jizz in my pants“), mal eigenartig („Motherlover“), mal parodistisch/satirisch („Spring Break Anthem“). Sowohl die drei Jungs von der einsamen Insel als auch Key und Peele brachten 2016 ihre ersten Spielfilme ins Kino. Die Ergebnisse sind nicht unbedingt schlecht – insbesondere „Keanu“ ist definitiv einen Blick wert – aber im Spielfilmformat fehlt dem Humor das gewisse Etwas. Beide Filme bieten auf und 90 Minuten in etwa so viele wirklich erfolgreiche Gags wie zwei jeweils fünfminütige Sketche der jeweiligen Gruppen. Das ist bedauerlich, war aber vielleicht zu erwarten.

- Fantum und Feindschaft: Batman, Superman und die X-Avenger
Ja, Marvel ist faul geworden. Nicht, weil sie irgendwas anders machen, sondern weil sie es noch immer mehr oder weniger gleich machen. Der Erfolg gibt ihnen Recht, aber der Erfolg sollte ihnen auch die Möglichkeit eröffnen, sich mal etwas mehr aus dem Fenster zu lehnen, sei es inhaltlich, stilistisch oder vom Ton her. „Guardians of the Galaxy“ ist das stilistische Unikat im MCU und auch der klingt aufregender als er tatsächlich aussieht. Aber, und das ist der springende Punkt, der mich dennoch regelmäßig zum MCU zurückkehren und über das DCU mosern lässt, die Marvel Filme bieten in ihrer relativen Gleichheit und inhaltlichen Feigheit ein stetes Grundmaß an Unterhaltung und Spaß. Die Figuren sind keine multi-dimensionalen Charaktertypen, aber sie sind lebendig genug und dabei so sympathisch wie unterhaltsam. Die DCU Filme beton(t)en im Gegenzug ihre Ernsthaftigkeit, versuchten ihre Humorlosigkeit als Stärke auszuspielen und verpflichteten sich zu komplexeren Überlegungen was Superhelden, Superschurken, Gott-Komplexe und ähnliche Comic-Motive betrifft. Kein Film der letzten Jahre plusterte sich diesbezüglich stärker auf als „Batman v Superman: Dawn of Justice“ und kein Film der letzten Jahre ging an diesem selbstauferlegten Anspruch derartig zu Grunde. Entscheidender ist aber, dass das Superheldengenre einen Film dieser Art braucht, der seinem großen Anspruch gerecht wird. Denn die X-Men stürzen derweil zwischen dem MCU und DCU in die bodenlose Mittelmäßigkeit. Vielleicht sollten wir uns weniger an den Mauern namens MCU, DCU, Fox, Sony, Disney oder Wasauchimmer festklammern, sondern herausfinden und herausfordern, wie man Superhelden etwas abgewinnen kann, sei es Unterhaltung oder clevere Theorien. Denn für die absehbare Zukunft sind noch unzählige Filme dieser Art geplant und es wäre zu wünschen, wenn die besten Superheldenfilme eines Jahres über ein „Ich hatte meinen Spaß“ oder ein „Besser als gedacht“ hinauskämen. Marvel Fans und DC Fans sollten versuchen, ihren „Martha“ Moment zu finden.




#Bester Hauptdarsteller:
1. Peter Simonischek, Toni Erdmann
- Adam Driver, Paterson
- Michael B. Jordan, Creed
- Colin Farrell, The Lobster
- Pilou Asbæk, A War
- Jesse Eisenberg, The Double
- Leonardo DiCaprio, The Revenant


#Beste Hauptdarstellerin:
1. Isabelle Huppert, Alles was kommt
- Sandra Hüller, Toni Erdmann
- Brie Larson, Room
- Sasha Lane, American Honey
- Kitana Kiki Rodriguez, Tangerine L.A.
- Saoirse Ronan, Brooklyn


Beste Nebendarstellerin:
- Mya Taylor, Tangerine L.A.
- Jennifer Jason Leigh, The H8ful Eight
- Anya Taylor-Joy, The VVitch
- Tilda Swinton, A Bigger Splash
- Dakota Johnson, A Bigger Splash

Bester Nebendarsteller:
- Daniel Radcliffe, Swiss Army Man
- Ralph Fiennes, A Bigger Splash
- Shia LaBeouf, American Honey
- Jacob Tremblay, Room
- Sylvester Stallone, Creed

Weitere Kategorien:
- Bester Darsteller in einem schlechten (oder nicht so guten) Film: Leonardo DiCaprio (+ Tom Hardy), The Revenant
- Beste Darstellerin in einem schlechten (oder nicht so guten) Film: Alicia Vikander, The Danish Girl
- Newcomer des Jahres: Sasha Lane, American Honey
- Jährlicher „Wo ist eigentlich…?“ Preis: Alison Lohman, schon wieder und immer noch.
- „Less is more“ Preis für’s Overacting des Jahres: Christian Bale, The Big Short
- „Badass“ des Jahres: Daniel Radcliffe, Swiss Army Man
- Morgan Freeman Gedächtnispreis für die teilnahmsloseste Schlafwandelrolle des Jahres: Jeff Goldblum, Independence Day: Resurgence
- „1 + 2 = 17“ Preis für die Fehlbesetzung des Jahres: Ben Foster, Warcraft
- Bester YouTube-Star mit zukünftiger Filmkarriere: Miranda Sings ("Haters Back Off!" per Netflix)
- „Das Gesicht kenn‘ ich doch“ Preis für unnötige/störende Cameos und Gastauftritte: Judd Apatows Penis, Popstar: Never stop never stopping
- „Long time no see“ Preis für sympathische Darsteller, die lange nicht zu sehen waren: Jennifer Jason Leigh, The H8ful Eight (Anomalisa)
- „Romeo und Margaret“ Preis für das unglaubwürdigste Leindwandpaar des Jahres: Liam Hemsworth und Maika Monroe, Independence Day: Resurgence
- „Man Crush“ Preis: Tom Hardy, The Revenant, Legend
- Theoretische Empfängerin meines Heiratsantrags: Imogen Poots, Green Room, Popstar
- „Wie wäre es mal mit einer Hauptrolle?“ Preis: Imogen Poots (und damit Titelverteidigung vom letzten Jahr)




#Diverse Sonderkategorien:
- „Einmal Markenname to go“ Preis fürs Product Placement des Jahres: Schweizer Armeemesser, Swiss Army Man
- „Augenwischer-Ei“ Preis für banale Effekthascherei: [Er], Rogue One
- „Sag’s mit Musik“ Preis für gaaaaanz-subtile Botschaften durch Musikauswahl: Sabotage, Star Trek Beyond
- „Und was soll uns das jetzt sagen?“ Preis für irritierende Einzelszenen: Goldblums Dad und die Schulkinder, Independence Day: Resurgence
- „Gesehen und wieder vergessen“ Preis: „Suffragette“ – was angesichts der Handlung ein Skandal ist.
- „Gnihihi“ Preis für die schmutzigste Humorszene: My safe word is ‚keep going.‘, „Sisters“
- „I love to laugh“ Preis für erinnerungswürdige Humorszenen: Der Briefkasten, „Paterson“
- „Einleuchtende Erleuchtung“ Preis für offenen Geist und kluge Ideen: Arrival
- „I think I spider“ Preis für den dämlichsten deutschen (Unter-) Titel: Aus „About Ray“ wird „Alle Farben des Lebens“
- „My God, it’s full of Stars“ Preis für zu viele Stars in der Besetzung: The Big Short
- „Titulus Andronicus“ Preis für den besten Filmtitel des Jahres: Anomalisa
- „La-la-la“ Preis für den Ohrwurm des Jahres: (na ja, vielleicht kein Ohrwurm, aber…) Nazi Punks Fuck Off, „Green Room“
- „Bob der Baumeister“ Preis für das Filmset des Jahres: Minnie’s Haberdashery, „The H8ful Eight“
- „Ron Swanson“ Preis für den Bart des Jahres: Ralph Fiennes, „A Bigger Splash“
- „Mach, dass es aufhört“ Preis für die Albtraumszene des Jahres: Die Hexe und der Säugling, „The Witch“
- „You are special“ Preis für einen Film, der nicht gut, aber besser als erwartet war: Gänsehaut
- Liam Neeson Gedächtnispreis für zelebrierte Gewalt: The Nice Guys
- „Schau mir in den Ausschnitt, Kleiner“ Preis für berechnende Outfits: Lily James im absurd strammgezurrten Kleid, „Stolz und Vorurteil und Zombies“
- „Chaos in zwölf Akten“ Preis für das strukturell und/oder dramaturgisch unausgegorenste Drehbuch des Jahres: „Independence Day: Resurgence“
- „Geile Friese, Alda“ Preis für die tollste Haarpracht des Jahres: Hansels goldene Locken, „Zoolander 2“
- „Schämt ihr euch eigentlich nicht“ Preis für kaum tragbaren Nonsens im Film: Machete v Alien, Burj Khalifa, das gesamte letzte Drittel, ach, einfach komplett „Independence Day: Resurgence“
- „Jemand sollte entlassen werden“ Preis für schlechtes Marketing: Doomsday im Trailer, „Batman v Superman: Dawn of Justice“
- „Dancing Queen“ Preis für die Tanzszene des Jahres: Channing Tatum und Kollegen, „Hail Caesar!“
- „Alea iacta Test“ Preis für Geschichte im Film: „Spotlight“
- „tumblr has crashed“ Preis für neue Popkulturikonen: Black Philip, „The Witch“
- „Mit vollem Mund spricht man nicht“ Preis für die Essensszene des Jahres: Die Frau probiert ein neues Rezept aus und Mann bemüht sich nett zu sein, „Paterson“
- „Blut und Schweiß“ Preis für die intensivste Szene des Jahres: Cuttermesser, „Green Room“
- „Ente gut“ Preis für die beste Schlussszene des Jahres: Everybody wants some!!
- „My Sassy Girl“ Preis für die selbstbewusste Frau: Amy Adams und die Sicherheitskleidung, „Arrival“
- „First World Problems“ Preis für die absurde Idee, daraus einen Film zu machen: Genieße das Leben – wenn du das nötige Kleingeld hast, „Ein ganzes halbes Jahr“
- „Schockschwerenot“ Preis für den fiesesten Filmmoment des Jahres: Im Whirlpool, „The Lobster“
- „Pics or it didn’t happen“ Preis für die kürzeste/geheimste Nacktszene des Jahres: Tom Hiddleston beim Sonnenbaden, „High-Rise“
- „I’ll have what she’s having“ Preis für die Sex-Szene des Jahres: Anomalisa
- „Kampfkoloss“ Preis für die Wampe des Jahres: Colin Farrell, „The Lobster“
- „Bitte nicht PETA erzählen“ Preis für böse Szenen mit Tieren, die trotzdem witzig sind: Der Kojote, „The Invitation“
- „Bleib‘ sitzen, PETA“ Preis für böse Szenen mit Tieren, die nicht witzig sind, die aber kein Fall für PETA sind, da keine echten Tiere zu Schaden kamen: Der Hund, „The Lobster“
- „Sympathy for the Devil“ Preis für die Verlockung des Bösen/Schlechten: Ähm, ich glaube die Realität bietet genügend verlockende Negativität, von der man eigentlich Abstand nehmen sollte.
- „Mein Leben wäre ohne diese Sichtung nicht ärmer“ Preis: Pipette, „Don’t Breathe“
- „Einmal ist keinmal, zweimal ist einmal zu viel“ Preis für die schwächste Fortsetzung des Jahres: Independence Day: Resurgence
- „#Kindheit“ Preis für die beste Adaption aus einem anderen Medium: „Gänsehaut“ hat noch mächtig Luft nach oben, aber da können sich andere Kinder- und Familienfilme was von abgucken.
- „Did he died?“ Preis für die beste/schlechteste/albernste Todesszene des Jahres: Kleiner Spoiler für „Independence Day: Resurgence“: Vivica A. Fox kommt zu spät zum Heli und dem Film könnte das nicht egaler sein
- „Der Film vor dem Film“ Preis für den Trailer des Jahres: American Honey
- „Darf‘s noch eine Dimension mehr sein“ Preis für das beste 3D des Jahres: Kann es sein, dass 3D weniger wird oder schaue ich einfach weniger 3D-Filme?
- „Weh-tee-eff“ Preis für die WTF-Szene des Jahres: Spoiler für „X-Men: Apocalypse“: Magneto zerstört Auschwitz und Olivia Munn guckt im lila Latex-Bikini zu.
- „Fun infected“ Preis für die ansteckendste Lache: Ralph Fiennes grinst durch seinen Prachtbart
- „Ja nee, is klar“ Preis für unglaubwürdige Dinge: „Independence Day: Resurgence“; keine Szene, der gesamte Film
- „Hätte mann gerne im Kleiderschrank“ Preis: Tom Hiddlestons Anzüge, „High-Rise“
- „Hätte frau gerne im Kleiderschrank“ Preis: Tilda Swintons schwarz-weißer Zweiteiler (mit Hut), „A Bigger Splash“
- „Frame that shit!“ Preis fürs Poster des Jahres: Platz 3, Platz 2, Platz 1
- „Wär’s nicht so traurig, wär’s irre lustig“ Preis: Martha, „Batman v Superman: Dawn of Justice“
- „Högschde Effizienz“ Preis für den besten Kurz-/Gastauftritt des Jahres: Spider-Man, „Captain America: Civil War“
- „#Aufschrei“ Preis für Dinge, die vermeidbar sind: Oh mein Gott! Die Hauptrollen von „Ghostbusters“ werden von Frauen gespielt! #Kindheit
- „Right in the Feels“ Preis für Gefühlsmanipulation: [Cameo], „Rogue One“
- „Vermintes Territorium “ Preis für den spoileranfälligsten Film des Jahres: „10 Cloverfield Lane“
- „Colour Kaleidoscope“ Preis für den Mut zu Farbe im Filmdesign: Der hochsaturierte Digi-Realismus von „Tangerine L.A.“
- „Print it on a shirt“ Preis für das Filmzitat des Jahres: Would that it were so simple, „Hail, Caesar!“
- „Deutsch/Englisch GK“ Preis für die originelle Umsetzung eines (oft verfilmten) literarischen Klassikers: Da „Stolz und Vorurteil und Zombies“ nicht zählt und ich weder das „Dschungelbuch“ noch „The BFG“ gesehen habe, fällt diese Kategorie aus.
- „Geh dorthin wo der Pfeffer wächst“ Preis für die nervigste/unsäglichste Filmfigur des Jahres: Mister Levinson, Goldblums Vater, „Independence Day: Resurgence“
- „Darling Asshole“ Preis für den Schurken des Jahres: Die Hexe, „The Witch“


Was steht nächstes Jahr an dieser Stelle?
Sollten wir uns und damit das Kino nicht in die Stratosphäre geballert haben bin ich für 2017 ganz besonders auf Martin Scorseses „Silence“, auf Sofia Coppolas „The Beguiled“, die Neil Gaiman Adaption „How to talk to Girls at Parties“, Barry Jenkins Oscar Favorit „Moonlight“, und direkt im Januar auf „Jackie“, „La La Land“ und Park Chan-wooks „Die Taschendiebin“ gespannt. (Nicht vergessen: Personal Shopper, Manchester by the Sea, Baby Driver, 21st Century Women, Wonder Woman)

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