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Jahresrückblick 2017


Der "Snob" unter den BG Redakteuren. Seine Herkunft ist mysteriös. Angeblich besucht er ein Bildungsinstitut in Bielefeld. In Bielefeld!

(Manche)Filme halten ewig, aber 2017 ist nun Vergangenheit.

2017 war außerhalb der Lichtspielhäuser der Welt ein Jahr wie „Alien vs. Predator 2: Requiem“, nämlich so [„negativer Platzhalterbegriff“, z.B. „unerfreulich“], dass man plötzlich netter zum lange Zeit kritisch beäugten vorausgegangenen Film bzw. Jahr ist. Sorry, 2016. Grundsätzlich verging 2017 wie im Fluge, war allerdings auch so erschöpfend wie eine halbe Dekade. Viele von uns gehen zwar nicht zuletzt deshalb ins Kino, um dem politischen/wirtschaftlichen/sozialen Chaos der Realität für ein paar Stunden zu entfliehen, doch den laustarken politischen Unruhen, die insbesondere von quer über den Atlantik bis zu uns drangen, konnte man sich kaum entziehen. Im globalen Säbelrasseln diverser hysterischer Staatsoberhaupte ist Mitteleuropa irgendwie die Grand Central Station, über die alles in die eine oder andere Richtung verläuft und hinwegzieht. Wie sich die USA unter Donald Trump verändern, ist folglich eine zentrale Frage auch für Cineasten, flimmern hierzulande doch noch immer US-amerikanische Filme mit einer rigiden Dominanz über die Leinwand.
Inwiefern das US-Kino auf Trump reagiert ist größtenteils wohl eine Frage für 2018 – vom drüben bereits angelaufenen „The Post“ („Die Verlegerin“, Start 22. Februar 2018) von Steven Spielberg abgesehen, der gefühlt innerhalb weniger Wochen von „geplant“ zu „fertig“ schoss und von nahezu allen Beteiligten als direkte Reaktion auf die jüngsten politischen Entwicklungen rund um „Fake News“, Pressefreiheit und Handlungspflicht der Presse bestätigt wurde. Doch das Kino ist selten so unmissverständlich direkt, wie es „The Post“ vermuten lässt. Das europäische Kino hatte allein dieses Jahr gefühlt ein Dutzend Filme, die sich in irgendeiner Form mit der Flüchtlingskrise befassten, darunter der bissige „Happy End“ von Michael Haneke. Doch schaut man sich das US-Kino des 21. Jahrhunderts an, findet man Reaktionen und Stimmungen zur Lage der Nation zumeist verfremdet und allegorisch im Genrekino. Einen Film wie Oliver Stones „W“ hat die halbe Welt schon wieder vergessen und die andere Hälfte nie gesehen. Einen biographisch anmutenden Film über Barack Obama gab es erst jüngst, zum Ende seiner Amtszeit, dafür gleich doppelt. Und ein Film wie Pablo Larraíns „Jackie“ über Jackie Kennedy vor, während und unmittelbar nach dem tödlichen Attentat auf ihren Mann John F. wäre mit zeitlicher Nähe zum Vorfall in dieser Form kaum vorstellbar.

Darum gedulden wir uns und warten die Entwicklung drüben erst einmal ab, ehe zum Beispiel Sofia Coppola 2027 mit „Melania“ ihren nächsten Oscar gewinnt oder Ava DuVernay einen Film über die verstörenden Naziaufmärsche in Charlottesville dreht. Jetzt, noch während dieser neuen Periode, wird es das Genrekino richten müssen. Der nächste Teil der seit jeher politisch aufgeladenen „Purge“ Filme geht 2018 zeitlich zurück und zeigt die Anfänge der legalisierten Anarchie. Ein Film wie „Deadpool 2“ wird es sich unter Garantie nicht nehmen lassen, den einen oder anderen Seitenhieb zu verteilen. Irgendwo wird jetzt gerade möglicherweise am nächsten „Saw“ oder „Get Out“ gewerkelt, die zum nationalen Pulsmesser werden. (Vielleicht heißt dieser „Black Klansman“ und wird gerade von Spike Lee gedreht.) Und dann wären da die Superhelden, die auch nächstes Jahr (und darüber hinaus) in beinahe zweistelliger Ausführung um unsere Gunst werben.
Während sich das Marvel Cinematic Universe grundsätzlich a-politisch und überwiegend neutral gibt, könnte sich das mit „Black Panther“ ändern. Derweil lassen X-Men und die Kollegen von DC immerhin den einen oder anderen visuellen Clou einfließen, sei es durch Szenen wie Magneto in Auschwitz oder Zach Snyders Umgang mit Bildanleihen zum 11. September. Für die X-Men wird es vermutlich der letzte Auftritt ohne Disneys Einfluss sein, denn das Maus Haus schockte die Film- und Finanzwelt, als es sich das alteingesessene Konkurrenzstudio 20th Century Fox mal eben so für eine unvorstellbare Milliardensumme einverleibte. Man darf bereits mit einem durch Disney kontrollierten X-Men Neustart circa 2021 rechnen; dann sicherlich in irgendeiner Form verbunden mit dem Avengers-Universum nach der intergalaktischen Begegnung mit Planetenkiller Thanos. Also dann, wenn sämtliche Kinos möglicherweise Mouse Theaters oder Disneayarium heißen.
Erstaunlich ist dabei, dass 2017 insbesondere das Mainstream- und Unterhaltungskino einige überraschend kontrovers aufgenommene Titel bereithielt, dass Menschen sich insbesondere zur Auslegung bunter Unterhaltungsfilme in Rage redeten. DC hat sich als Produzent sagenhafter Spalter schon mehrfach ausgezeichnet, doch wer hätte damit gerechnet, dass der neue Christopher Nolan, die späte „Blade Runner“ Fortsetzung oder gar ein neuer Disney „Star Wars“ Twitter, Facebook, Reddit und Konsorten zum Kochen bringen? Insbesondere Letzterer entfachte gleich mehrere teils unangenehm hitzige Diskussionen und Aufreger, was einerseits von dringend nötiger Lebendigkeit zeugt, andererseits aber auch wie ein Blick auf YouTube Kommentare menschliche Abgründe aufzeigt.

Was also können wir nun mitnehmen aus 2017, wenn die Vorgänge der realen Welt erst das Kino der Zukunft beeinflussen werden? Dazu im Folgenden ein persönlicher Blick zurück durchs Kino-(und VOD-)Jahr 2017. In mehr oder weniger gewohnter Form via Ranglisten, Sonderfällen, Bewertungskategorien und der Unsinnspreisverleihung. Im Zeitalter des drohenden Endes vom Kino wie wir (bzw. ich) es kennen, war 2017 auch das Jahr, in dem der Einfluss von VOD mit Online Premieren und eigenen Produktionen diverser VOD-Anbieter so groß war wie noch nie. Das kann man nun deuten wie man will …


Die 15 (nein, 16) besten/liebsten Filme von 2017
("Wichtige" Filme, die nicht gesehen wurden: The Salesman, Certain Women, Planet der Affen 3, Eine fantastische Frau, Aus dem Nichts, BPM)

16. Star Wars: Die letzten Jedi - The Last Jedi (R: Rian Johnson)


… uuuuuuuuund die halbe Leserschaft hat nun weggeklickt. Als Disney Lucasfilm und damit Star Wars übernahm und nicht nur eine neue Trilogie, sondern auch (einfallslose) Spin-Offs ankündigte, befürchtete (nicht nur) ich das Ende für Star Wars als Besonderheit der Filmlandschaft. Jedes Jahr einen neuen Film aus dem weit entfernten Universum vorgesetzt zu bekommen, wird nach und nach am einzigartigen Glanz dieser Generationen beeinflussenden Filmreihe nagen, ganz unabhängig von der Qualität der Filme. Während „Das Erwachen der Macht“ zwar (überwiegend) top inszeniert war, grundsätzlich aber alle Befürchtungen Disney’scher Mutlosigkeit, nostalgischer Ausschlachtung und inhaltlicher Wiederholung bestätigte, ist „Die letzten Jedi“ ein richtiger Film. Das ist natürlich nicht fair formuliert, denn natürlich ist „Das Erwachen der Macht“ auch ein richtiger Film, doch was Rian Johnson und sein Team hier machen hat selbst nicht viel mit fair zu tun. Muss es auch gar nicht. Möglicherweise ist Johnsons Umgang mit der Erwartungshaltung und manch Storyentwicklung aus dem Vorgänger ein wenig dreist, doch es verleiht Star Wars eine selten gesehene Frische und Direktheit. Dass sich daran manch Fan stört und manch alberner Über-Fan zu unerfreulichen Überreaktionen verleitet fühlt ist zumindest grundsätzlich irgendwo nachvollziehbar. Doch „Die Letzten Jedi“ beeindruckt mit spannenden Figuren, thematisch klugen Entwicklungen und einer erfrischenden Ablehnung von Fan-Service und Nostalgie. Das ist vielleicht nicht mehr so sehr George Lucas‘ märchenhaftes, in seinen Kapiteln „reimendes“ Star Wars, doch für mein Empfinden kann besagtes Universum den festen Griff des Disney Imperiums nur dann überleben, wenn es ein paar Neuerungen und Veränderungen zulässt, wenn Figuren wachsen und scheitern dürfen, statt unveränderliche Wiederholungen alter Gefühle zu bleiben. Oder anders formuliert: Wenn wir Star Wars noch eine Weile genießen wollen (denn produziert wird es noch lange), dann müssen die Macher die Kartons öffnen, die Spielzeuge aus ihrer Verpackung holen und wirklich aktiv mit ihnen spielen, statt sie wie Museumsgaben zu behandeln.

15. The Big Sick (R: Michael Showalter)


Die besten Geschichten schreibt das reale Leben? Vielleicht nicht immer, wohl aber in diesem Fall. Comedian und Schauspieler Kumail Nanjiani („Silicon Valley“) schrieb zusammen mit seiner realen Frau Emily V. Gordon die wahre Geschichte ihres Kennenlernens und ihrer Beziehung. Kumail ist ein Stand-Up Comedian pakistanischer Herkunft, der auf den großen Durchbruch wartet und eines Abends Emily (gespielt von Zoe Kazan) kennen lernt. Doch eine langfristige Beziehung kommt für Kumail nicht in Frage, denn obwohl er den muslimischen Glauben seiner Familie nicht praktiziert, hält er zumindest das Bild aufrecht. Ehepartner werden von den Eltern bestimmt und so lehnt Kumail die Verkupplungsvorschläge seiner Eltern meist wortlos ab und hält Emily geheim, bis diese schwer erkrankt und in ein Koma fällt. „The Big Sick“ ist im weitesten Sinne eine romantische Komödie, denn der Film ist nicht zuletzt sowohl witzig als auch romantisch. Es ist gleichzeitig auch ein wunderbares Beispiel für eine perfekt entwickelte Geschichte, die trotz all ihrer genretypischen oder realen Offensichtlichkeit mitreißt und bewegt. Die Romanze und insbesondere Kumails Charakterbogen besitzen erfrischend ehrliche Ecken und Kanten, doch ganz nebenbei ist „The Big Sick“ auch ein dringend notwendiges Beispiel des alltäglichen und/oder nicht praktizierten Islam. Die vielleicht beste Szene des Films ist der wahrscheinlich beste 9/11 aller Zeiten und beantwortet gleichzeitig die Frage, ob bzw. wie man überhaupt einen Witz über 9/11 machen kann und darf.

14. Get Out (R: Jordan Peele)


Einer der größten Überraschungshits des Jahres und insbesondere in den USA ein kultureller Meilenstein. Einige Details von Jordan Peeles absurder Horrorgroteske sind dann womöglich auch explizit amerikanisch gefärbt, doch „Get Out“ beschwört auch universale Ideen und nicht zuletzt Ängste herauf. Das Regiedebüt des „Key & Peele“ Comedians ist eine beeindruckend selbstbewusste Sezierung moderner amerikanischer Sozialbrandherde. Statt den tief verwurzelten Rassismus des weißen Konservativismus anzuprangern attackiert Peele den modernen Neoliberalismus. „Ich hätte ein drittes Mal für Obama stimmt, wenn ich gekonnt hätte“, sagt der potentielle Schwiegervater von Chris (Daniel Kaluuya) gleichermaßen als Ausdruck der eigenen Ideologie und als Vertrauensgeste zu seinem afroamerikanischen Gast. Jordan Peele hat noch einiges mehr in Petto, was Themenbereiche wie soziale Ausgrenzung oder moderne „schwarze Identität“ angeht und zu einem teils böse humoristischen und absolut beklemmenden Genremix vereint.

13. Lovesong (R: So Yong Kim)


Manche Filme sehen simpel aus. Nicht wenige würden davon ausgehen, dass Regisseurin So Yong Kim weniger hart gearbeitet hat als der Regisseur eines effektgeladenen Spektakelfilms. Die einzige Wahrheit dieses (unsinnigen) Vergleichs ist die reine Drehzeit, die bei einem Eventfilm logischerweise deutlich größer ist. Dennoch merkt man „Lovesong“ die Sorgfalt und die persönliche Motivation auf Script- und Spielebene an. Zwei Freundinnen unternehmen einen Road Trip; Mindy (Jena Malone) ist ungebunden, augenscheinloch locker und ein wenig flippig, während Sarah (Riley Keough) in ihrer Ehe mit einem ständig abwesenden Geschäftsmann unglücklich ist und zusammen mit der kleinen Tochter Aufmunterung benötigt. Auf der Reise durch die amerikanische Endlosigkeit wachsen die Freundinnen, deren Kontakt ein wenig eingeschlafen war, wieder zusammen; die Möglichkeit eines neuen Glücks offenbart sich. Was folgt ist so authentisch, so bittersüß zu Herzen gehend, so effektiv in seinen kleinen leisen Details, dass es beeindruckt, nicht zuletzt dank der zwei großartigen Darstellerinnen. Das geht so weit, dass man hier von einer simplen Texteinblendung komplett aus den Socken in die Horizontale gehauen werden kann.

12. Manchester by the Sea (R: Kenneth Lonergan)


Die erst dritte Regiearbeit von Kenneth Lonergan („You can count on Me“, „Margaret“) ist womöglich sein bisher schwächstes Werk und dennoch einer der besten Filme des Jahres. Als Realist und Humanist schickt Lonergan Casey Affleck in ein emotionales Dilemma. Afflecks Lee Chandler lebt nach einem eigenen Schicksalsschlag vor Jahren zurückgezogenen, räumlich und emotional abgeschottet, als sein Bruder stirbt und Lee die Vormundschaft für seinen jugendlichen Neffen übernehmen soll. Es ist beeindruckend, wie Lonergan nicht nur seine Figuren mit der Schuld, der eigenen Verletzung und abgekapselten Gefühlen umgehen lässt, sondern auch wie er den Zuschauer an Informationen heranführt. Das Drehbuch ist eine strukturelle Meisterleistung, die durch Lonergans überlegte Regie und eine grandiose Besetzung vollendet wird. Ein Dilemma wie dieses kann selten mit einer klaren Antwort gelöst werden und gerade diese Schwammigkeit verwebt Lonergan zu einem fantastischen Ganzen zusammen.

11. Casting JonBenet (R: Kitty Green)


Kurosawas „Rashômon“ für den Dokumentarfilm; die Subjektivität von Wahrheit und die verschwimmenden Grenzen kultureller Osmose. Vor 20 Jahren wurde die kleine JonBenet Ramsey brutal ermordet; der Fall bis heute ungeklärt, mit den Eltern selbst lange Zeit als Hauptverdächtige. Für eine vermeintliche True Crime Dokumentation zum Fall werden nun Darsteller gecastet und genau daraus kreiert Kitty Green ihren bemerkenswerten Film. Wir sehen die zahlreichen Menschen für die Rollen von JonBenets Mutter, dem Vater, den Polizisten, dem inhaftierten anderen Hauptverdächtigen und JonBenet selbst vorsprechen. Alle von ihnen haben Dinge gehört, etwas gesehen und gelesen, habe ihre eigene Meinung zur Lösung des Falls, der damals durch sämtliche Medien ging. Wir sehen Menschen, die ihre eigene Persönlichkeit, ihre eigenen Probleme und Schicksalsschläge in ihre Performance einer Rolle bringen. Der Effekt dieses mehrfach gebrochenen Zerrspiegels ist sensationell und weit mehr als nur Spielerei. Gemeinsamkeiten in Darstellung und Argumentation gewisser Gruppen bringt verblüffende Erkenntnisse ans Licht, während wir gleichzeitig die Illusion und die Manipulation des Filmmediums wegfallen und voll entblößt sehen. Greens Film ist nicht daran interessiert, einen „Punkt“ zum Fall „JonBenet Ramsey“ zu machen, offenbart vielmehr Macht, Gefahr und Herkunft kultureller und sozialer (Vor-)Verurteilung und Meinungsbildung.

10. Logan (R: James Mangold)


„Logan“ muss nicht der endgültige Entscheider darüber sein, in welcher Form Superhelden ihre maximale Effektivität entfalten. Bunt, laut und unterhaltsam hat genauso seine Daseinsberechtigung wie dieses so karge wie knüppelharte Westerndrama, welches kaum mehr als Superhelden-/Comicfilm zu erkennen ist. Nicht zuletzt profitiert „Logan“ davon, dass wir mittlerweile derart vertraut mit Comichelden im Kino sind. Regisseur James Mangold interessiert sich nicht für Gesetzmäßigkeiten eines undurchschaubaren (Sub-)Genres, und genauso wenig interessiert er sich für eine konkrete Verortung seines Films im X-Men Kinoversum. Das kann man dreist nennen, doch Logan und insbesondere Hugh Jackman nutzen diese doppelseitige Gültigkeit maximal effektiv. Es ist das würdige und schockierend emotionale Ende einer Figur, die wie keine zweite für die Entwicklung des Superhelden- und Blockbusterkinos des 21. Jahrhunderts steht. Oftmals unfassbar brutal und doch mit so viel Herz, Dringlichkeit und Eleganz. Für Jackman und Patrick Stewart möge es der unwiederbringlich letzte Auftritt in diesen Rollen sein, für die begeisternde Newcomerin Dafne Keen dürfte diese Rolle nur ein beeindruckender Zwischenstopp sein.

9. Dunkirk (R: Christopher Nolan)


Christopher Nolans Techniken und Ideen zur Erweiterung des Blockbusterkinos sind wahrscheinlich nicht neu, doch wer sonst wagt und liefert auf diesem finanziellen und technischen Level wie er? Wie Spielberg in seinen besten Zeiten, nur mit einer ganz anderen Sensibilität. Nolan geht die Evakuierung mehrerer Hunderttausend alliierter Soldaten aus dem belgischen Dünkirchen nicht als emotionalisierendes Empathiekino an, sondern als Erforschung diplomatischer und logistischer Vorgänge, als mechanische Darstellung eines menschlichen Miteinander, wie eine Hand in die andere greift und wie ein Uhrwerk zusammenläuft. Und Apropos Uhrwerk; Nolans Umgang mit Zeit – nicht erst seit „Interstellar“ ein zentrales Motiv im Schaffen des Briten – und Zeitebenen ist grandios. Nicht nur kreiert er eine unbeschreibliche Sogwirkung, wie „Gravity“ auf dem Wasser“, auch entsteht durch die Doppelung mancher Szenen aus verschiedenen Perspektiven eine fantastische Vertiefung der zentralen Idee menschlicher Zusammenarbeit.

8. The Killing of a Sacred Deer (R: Yorgos Lanthimos)


Der (mit Abstand) finsterste Yorgos Lanthimos bisher. Und wer auch nur einen seiner vorherigen Filme (z.B. „Dogtooth“ oder „The Lobster“) gesehen hat, wird diese Aussage als unmissverständliche Warnung auffassen. Lanthimos präsentiert seine absurde Irrealität wie gewohnt ohne banale Erklärung, dafür mit der etablierten flachen Intonation der durchweg fantastischen Darsteller. Als jemand, der vor nicht allzu langer Zeit selbst seine Erfahrung mit Krankenhaus, unerklärlicher Krankheit und Verlust gemacht hat, konnte mich insbesondere die erste Hälfte auf einer Gefühlsebene leider nur zu gut erreichen. Es ist sowohl die Wut über einen unbegründeten Verlust, als auch die panische und zehrende Suche nach einer Diagnose, nach einem greifbaren Warum. Doch „The Killing of a Sacred Deer“ ist noch viel mehr als das, noch viel mehr als eine Dekonstruktion der Götter in Weiß, als eine metaphorische Version wütender Gerechtigkeit oder eine geradezu intime Bloßstellung primitiver Instinkte. Eigentlich niemandem zu empfehlen und doch ein fantastisches Kinoerlebnis.

7. Jackie (R: Pablo Larraín)


Niemand braucht Biopics, die (mehr oder weniger) das komplette Leben einer berühmten Figur auf gut zwei Stunden kondensieren und damit weniger liefern als ein mittelmäßiger Wikipedia Artikel. Regisseur Pablo Larraín scheint dies ähnlich zu sein, denn „Jackie“ fokussiert die Geschichte von Jackie Kennedy nicht nur zeitlich auf die Tage und Wochen vor, während und nach dem Mord an Präsident John F. Kennedy, Larraín inszeniert in gewisser Weise ein Anti-Biopic. Mit Wonne durchspielt er mit seiner fantastischen und perfekt artifiziellen Hauptdarstellerin Natalie Portman Ideen (amerikanischer) Mythenbildung, blickt hinter die Fassade einer öffentlichen Frau und hinterfragt das Persönliche, wenn eine ganze Nation den Tod des eigenen Ehemanns betrauert. Wann, wo und insbesondere wie darf die Witwe eines US-Präsidenten trauern? Larraín sprengt Vorstellungen des Weißen Hauses und amerikanischer Etikette, nicht nur im Umgang mit dem Mord und den direkten Nachwehen selbst. Ein intensiver Film, gleichermaßen bewegend und konzeptionell aufregend.

6. La La Land (R: Damien Chazelle)


Es ist mittlerweile fast schon schick bzw. „chique“ geworden, über „La La Land“ die Nase zu rümpfen, den Film „überbewertet“, „zu weiß“ oder „oberflächlich“ zu schimpfen. Der Mini-Skandal bei den Oscars, als Damien Chazelles erst zweiter Spielfilm (dritter, zählt man seinen Studentenfilm) für etwa 20 Sekunden fälschlicherweise als Bester Film ausgerufen wurde, ehe der gewählte Gewinner „Moonlight“ gefunden wurde. Es war ein wochen- und monatelanger Zweikampf des kleinen sozial engagierten Charakterdramas gegen den bunten, (vergleichsweise) teuren und angeblich oh-so-oberflächlichen Musicalspaß. Der Vergleich ist vollkommen unnütz, den Chazelles Film bietet so viel mehr als bildschöne Stars, ansehnliche Kostüme und Ohrwürmer zum Mitwippen, so viel mehr als Musik, Tanz und was auch immer man heutzutage noch „retro“ nennen kann. Es gibt nicht viele Musicals diesseits von „Dancer in the Dark“, die derart wehmütig, ja sogar bittersüß-tragisch sind, die das Tagträumen ihrer Figuren derart kritisch beleuchten. Wenn man so will geht Chazelle mit den Erwartungen des Musicalfilms ähnlich um wie Rian Johnson mit Star Wars. Chazelle lässt in diesem Film über zwei Träumer, die zwischen Liebe und Karriere entscheiden müssen, ganz nebenbei einen Teil des Kinos sterben, zeigt das Scheitern und die Unerbittlichkeit der Zeit. Der mitreißende und wunderbar elegante Film, der so häufig als „hach, schön, zum Träumen“ aufgefasst wurde, weiß genau, was er seinen Figuren und seinem Publikum zumutet und wo seine Inspirationen herkommen.

5. Silence (R: Martin Scorsese)


Martin Scorsese wäre beinahe Priester geworden. Berühmt für seine Gangster und Kriminellen dreht sich der Filmkosmos bei Scorsese genauer noch um Machtmänner und die oft gewaltsame Erschaffung bzw. Aufrechterhaltung besagter Macht oder ihrer Symbole. Religion spielte für Scorseses Gewaltmänner immer eine Rolle, seit den Anfängen mit „Boxcar Bertha“ und „Mean Streets“. „Silence“ war seit vielen Jahren ein Wunschprojekt Scorseses und der dritte explizit religiöse/spirituelle Film nach „Die letzte Versuchung Christi“ und „Kundun“. Die Neuverfilmung des Romans von Shûsako Endô zeigt zwei portugiesische Missionare, die ihren verschwundenen Lehrmeister in Japan zu finden suchen, wo gewalttätige Umwälzungen gegen Christen im Gange sind. Scorsese zeigt Glauben als Bürde und als Kampf, spiegelt den zuweilen brutalen Selbsterhaltungskampf des Glaubens mit dem zweifellos brutalen und oftmals tödlichen Isolierungs-(und damit Selbsterhaltungs-)Kampf Japans. Lang, unangenehm und oftmals bitter, spürt man Scorsese sprichwörtliches Herzblut in jeder Szene, in jedem Bild, in jedem Detail. „Silence“ ist ein intensiver Gewaltakt, der die Wahrhaftigkeit seiner Widersprüche erforscht, eben so, wie Scorsese seit jeher das Konfliktpotential und die Zweifel seines Glaubens thematisierte, um sie zu einer beeindruckenden Idee zu komprimieren, die oftmals mehr zu leisten vermag als jeder huldigende Religionsfilm, den das Kino alternativ zu bieten hat.

4. Personal Shopper (R: Olivier Assayas)


Kristen Stewart ist eine der besten Schauspielerinnen ihrer Generation. Das ist eigentlich schon ein alter Hut, denn sie spielt nicht erst seit gestern komplexe und interessante Rollen in ungewöhnlichen Filmen. Die zweite Zusammenarbeit mit Olivier Assayas nach „Die Wolken von Sils Maria“ ist eine ungewöhnliche Quasi-Provokation, die jederzeit ein gewisses Entgegenkommen vom Zuschauer verlangt. Man könnte auch sagen, dass Assayas sich nicht darum schert, wer bzw. wie viele ihm bei dieser Erforschung von Tod, Trauer, Nachwelt und moderner Kommunikationstechnologie folgen können. Stewart spielt ein junges Medium, welches ein Zeichen ihres jüngst verstorbenen Bruders sucht, in einem Haus vielleicht/möglicherweise einen anderen Geist trifft und bald mit einem ungewöhnlichen Unbekannten über ihr Handy chattet. Die zwei, drei Szenen, in denen Assayas mit dem Gruselgenre flirtet, haben es wirklich in sich, obwohl das Hauptaugenmerk verstärkt bei Stewarts Handychat und der spirituellen Möglichkeit bei der Frage nach der Identität des Gesprächspartners liegt. Stewart spielt ihre Figur als glaubwürdig verschlossenes Arbeitstier, als private Einkäuferin für eine überwiegend per Voice Mail anwesende Schauspielerin, abstrahiert als Machtentität, die aus technologischen Geräten spricht. Immer dann, wenn es drauf ankommt, wie in der unfassbaren Schlussszene, zeigt Stewart ihr ganzes Können. Selten wurde die Frage nach dem Danach so originell gestellt und so spannend mit modernen Themen gekoppelt, die man zuvor auf ganz andere Weise betrachtet hat.

3. A Ghost Story (R: David Lowery)


Der Tod, das Danach und Trauerbewältigung #2. Casey Affleck stirbt und kehrt als klassisches Gespenst im Bettlaken zurück, um seine Frau Rooney Mara und insbesondere das eigene Haus zu beobachtet. Er beobachtet die Zeit danach, weit danach, und die Zeit davor. Der Geist des Toten ist nicht nur entkörperlicht, sondern auch außerhalb der Zeit und bewegt sich vorwärts und rückwärts durch die Unausweichlichkeit der Zeit. Das Konzept der Geisterdarstellung mag zunächst gewöhnungsbedürftig erscheinen, doch nicht nur sieht es in fertiger Form absolut fantastisch aus, wie Augenhöhlen, schmutziger Saum und jede einzige Stofffalte immerzu perfekt sitzen, es erleichtert auch die metaphysische Reise, auf die uns Regisseur David Lowery schickt. Die mögliche Bedeutungslosigkeit des menschlichen Lebens vor der erdrückenden Gewalt der Zeit und des Kosmos. Lowery lässt den Geist Anfänge und Enden sehen, hören, wie Menschen versuchen, einen Sinn zu gestalten, und lässt ihn insbesondere seinem eigenen Sinn nachjagen in Form einer kleinen Botschaft, die Rooney Mara im Haus hinterlassen hat. Der Umgang mit einem Haus als Ausdruck der Heimat und der eigenen Identität vor dem Hintergrund einer unausweichlichen Historizität (davor und danach) ist augenöffnend und bewegender als so ziemlich alles, was seit langer Zeit im Kino war. Und das Beste? David Lowery kann all diese Ideen und Ansätze zu einem so unendlich besseren Ganzen verarbeiten, als diese esoterische Schwafelei es zu vermitteln mag.

2. Die Taschendiebin - Ah-ga-ssi (R: Park Chan-wook)


Es ist nicht so einfach über „Die Taschendiebin“ zu sprechen, die Geschichte von Betrügern, Schauspiel, Inszenierung und Verrat. Park Chan-wook will uns gar nicht mal nach allen Regeln der Kunst schockieren und überraschen, er will uns nach allen (und angesichts dieses visuellen Rauchs wirklich *allen*) Regeln der Kunst steuern und lenken, uns in Sicherheit hüllen und dann die Saat eines Verdachts sehen, die sich vor uns prachtvoll und emotionsgeladen entfaltet, während unsere Augenbrauchen hochzucken und unsere Kinnlade hinabfällt. In diesem betörend schön ausgestatteten, perfekt eingefangenen, hingebungsvoll gespielten und in den richtigen Momenten wunderbar unanständigen Film flirtet – nein – vögelt Regisseur Park mit der Provokation, nur um am Ende ein kraftvolles und emotional intensives Gegenstatement zu hinterlassen. „Die Taschendiebin“ ist wahrscheinlich der bisherige Höhepunkt im Schaffen des Regisseurs von „Joint Security Area“, „Oldboy“ und „Stoker“.

1. Moonlight (R: Barry Jenkins)


Es ist zu meinen Lebzeiten … na ja, zumindest in diesem Jahrtausend noch nicht vorgekommen, dass der Best Picture Gewinner der Oscars auch mein persönlicher Jahresfavorit war. Womöglich ist es noch nie passiert. Die Wahrheit über Listen dieser Art ist, dass ich nächsten Dienstag #1 und #2 vielleicht tauschen wollen würde. Vielleicht aber auch nicht. So oder so ist Barry Jenkins‘ biographisch gefärbter Film ein echtes Meisterwerk. Ein hochemotionales, perfekt in seinen drei Passagen strukturiertes Drama über Identität, Selbstfindung und der Sehnsucht nach Nähe. Jenkins ist gleichermaßen an der körperlichen Selbstdarstellung seiner Hauptfigur interessiert, wie auch am sinnlichen Begehren dieser. Ein in seiner Zielstrebigkeit und inszenatorischen Eleganz bemerkenswerter Film.




- 20th Century Women - Jahrhundertfrauen Mike Mills („Beginners“) autobiographisch angehauchter Film präsentiert einen heranwachsenden Jungen und die drei Frauen, die ihn maßgeblich beeinflussten. In gewisser Weise ein wehmütiger und dankbarer Coming of Age Film, in seinem Blick zurück auch ein Zeitporträt und doch ein wundervoller Film über eine ungewöhnliche Gemeinschaft bzw. die Flexibilität von Familie.

- Baby Driver: Cooler als die Polizei erlaubt. Eine simple Geschichte, originell verpackt und exzessive Bild für Bild zur vollen Entfaltung inszeniert. Es bleibt dabei, Edgar Wright hat noch keinen schlechten Film gemacht.

- The Beguiled - Die Verführten: Sofia Coppolas Neuinterpretation des Thomas Cullinan Romans ist der Erstverfilmung mit Clint Eastwood in nahezu allen Belangen überlegen. Der 1971er Film ist vielleicht hitziger und lüsterner, doch Coppolas Perspektivkontrolle, ihr glänzender Cast und insbesondere ihr Drehbuch, welches die Geschichte bis auf die Knochen abnagt und auf ein facettenreiches Wesentliches reduziert, sind jede Minute wert.

- Blade Runner 2049: Ähnlich wie „Alien: Covenant“ (der gut ist) ist „Blade Runner:2049“ immer dann am besten, wenn er am wenigsten mit dem eigentlichen Franchise zu tun hat. Denis Villeneuves Vision (und Roger Deakins Kamera) kreieren eine vertraute und doch eigene Version der Zukunft, die uns Ridley Scotts Klassiker vorstellte. Radikal entschleunigt, in Bild und Ton auf maximale Sogwirkung gepolt, bietet diese späte Fortsetzung einige umwerfende Momente und packende Charaktermomente.

- First Girl I loved: Den Film als „Indie Carol“ zu bezeichnen wird keinem der beiden gerecht, taugt aber vielleicht als (sehr) grobe Beschreibung, womit man es hier zu tun hat. Das Drehbuch ist mitunter ein wenig übereifrig, doch es ist Hauptdarstellerin Dylan Gelula, die diese Geschichte über Selbstfindung und die Erste Liebe mehr als sehenswert macht, nicht zuletzt wegen einer wunderbar direkten Ansage gegen Ende.

- Fremd in der Welt - I don't feel at Home in this World anymore: Dass Autor und Regisseur Macon Blair die garstig unbequemen Filme von Jeremy Saulnier („Blue Ruin“, „Green Room“) produzierte ist auch in diesem Regiedebüt erkennbar. Blair übernimmt die Gewalt und die finstere Weltanschauung, serviert diese jedoch mit einem pechschwarz humoristischen und überraschend emotionalen Ton. *Der* Film zur Gefühlslage 2017, gleichzeitig aber auch erfreulich kritisch bei der Bewertung dieser.

- Good Time: Kritik

- Guardians of the Galaxy Vol. 2: Wahnsinnig unterhaltsam, visuell mit seiner Farbdominanz erfrischend „anders“, größtenteils erfreulich eigenständig und mit einem der besten Schurken im bisherigen MCU – auch wenn das nicht das größte Kompliment bisher darstellt. Wenn James Gunn an den Gefühlshebeln dreht, wird es manches Mal kalkulierend, und doch ist Vol. 2 ein erstes vages Versprechen, dass bei Marvel nicht alles für ewig unveränderlich in Stein gemeißelt bleiben muss.

- Happy End: Michael Haneke ist in seiner „get off my lawn“ Phase, was für den seit jeher pessimistisch veranlagten und sein Publikum tadelnden Regisseur von „Die Klavierspielerin“, „Das Weiße Band“ und „Amour“ keine Kleinigkeit ist. Hanekes Ansätze zum modernen Technologie- und Selbstdarstellungswahn, einhergehend mit einer grassierenden Empathielosigkeit treffen vielleicht nicht immer den Nerv der Zeit, doch 2017 und darüber hinaus kann ein subjektiver Blick wie dieser augenöffnend sein.

- Hell or High Water: Vergleiche mit „No Country for Old Men“ drängen sich für David Mackenzies modernen Quasi-Western auf, obwohl sie natürlich wie so oft oberflächlich und unnötig sind. Ein straff erzähltes, in seinen Figuren angenehm vielschichtiges Krimidrama, bis hin zum wunderbar passiv-aggressiven Ende.

- Lady Macbeth: Nicht Shakespeare sondern Nikolai Leskow liefert hier die Vorlage für ein Schaubild menschlicher Abgründe und Verrohung. Ein glänzend gespielter, in seiner kargen Bildsprache effektiver Film darüber, wie Ungerechtigkeit Monster gebiert. Florence Pugh sollten nun sämtliche Türen der Filmwelt offenstehen.

- The Lego Batman Movie: Vielleicht nicht ganz so unterschwellig genial wie „The Lego Movie“, dennoch womöglich der beste Batman Film aller Zeiten? Vielleicht auch nicht, aber als schriller und überbordend referentieller Querschnitt durchs Popkulturphänomen trifft dieser herrlich komische Film eine Art Quintessenz des Fledermausmanns.

- The Lost City of Z - Die versunke Stadt Z: Mehr als einfach nur ein Abenteuerfilm über einen britischen Soldaten, der im Amazonasdschungel nach einer verlorenen Zivilisation sucht und damit das Selbstverständnis des „weißen“ Westens in Frage stellt. James Gray erforscht Obsessionen, Verantwortungsgefühl und verschiedene Spielarten von Ruhm, wie Menschen und insbesondere Männer nach Selbstbestätigung suchen oder an ihrem Herrschaftsrecht festhalten wollen, auch wenn mehr und mehr Fakten dagegen sprechen. Unaufgeregt, aber mit Sogwirkung und dabei betörend schön gefilmt.

- The Meyerowitz Stories (New and Selected): Vielleicht fehlt tatsächlich Greta Gerwig vor der Kamera und als Drehbuchkollegin, die Noah Baumbachs „Frances Ha“ und „Mistress America“ so großartig werden ließ. Dennoch scheint es, als habe Gerwig Wirkung bei ihrem beruflichen und privaten Partner hinterlassen. Baumbach erforscht noch immer brachliegende Familien, bevölkert mit uneinsichtigen Eigenbrötlern, doch der hier spürbare Wunsch und die Möglichkeit auf Besserung und Aussprache ist ein gutes Stück entfernt vom beißenden Pessimismus aus „Der Tintenfisch und der Wal“ und damit sehr willkommen.

- Mudbound: Kritik

- Okja: Ignorieren wir den traurigen Fakt, dass dieser wunderbare (und mit rund 50 Mio. vergleichsweise teure) Film quasi nirgendwo vernünftig im Kino lief, und erfreuen uns lieber daran, dass Bong Joon-ho sein so unterhaltsames wie berührendes Vegetarier- bzw. Pescetarier-Abenteuer überhaupt drehen durfte.

- Raw - Grave: Vielleicht werden wir in zehn, zwanzig Jahren zurückblicken und uns ungläubig fragen, wie lapidary wir mit unserm Fleischkonsum umgehen. Und vielleicht ist Julia Ducournaus Film in diesem Szenario ein erster Vorreiter des Wandels. Vielleicht aber gibt es im Französischen einen ähnlich doppeldeutigen Begriff wie Fleischeslust, den die Regisseurin in ihrem Debüt etwas zu wörtlich genommen hat. Herausgekommen ist ein schockierender und doch irgendwie erstaunlich sensibler und mitfühlender Film.

- Thor: Tag der Entscheidung - Thor: Ragnarök: Ja, das MCU hat einen Stil, dem sich auch Taika Waitit nicht vollends entziehen kann. Doch diese visuelle und insbesondere stimmungstechnische Neugestaltung Thors muss man beinahe radikal nennen. Ein hemmungslos unterhaltsamer Spaß, der ganz nebenbei ein paar erstaunlich kluge thematische Ansätze u.a. zur Neubetrachtung Odins und der politischen Stellung Asgards bietet, die alles andere als zufällig sind.

- Wonder Woman: DC kann es doch. Was bei Wonder Woman funktioniert sieht so einfach aus und ist doch das Ergebnis harter Arbeit. Entsprechend kann und sollte man sich für Patty Jenkins und ihr Team angesichts des großen Erfolgs mitfreuen. Verschwunden ist die aufgesetzte Schwerfälligkeit der bisherigen DCEU Filme. „Wonder Woman“ zeigt, dass eine Heldenfigur nicht über zwei Filme hinweg in Zweifel zu versinken oder kontroverse Regeln zu brechen braucht, um ein spannender Charakter zu sein.




*Superhelden:
War 2017 das beste Blockbusterjahr seit langer Zeit? Zumindest blieben die (von mir gesehenen) Totalausfälle quantitativ im Rahmen, während insbesondere die Superhelden einen ungewohnt hohen Durchschnittswert einfahren konnten. Wenn der durchweg gute, aber etwas mutlose „Spider-Man: Homecoming“ und der fürchterlich verproduzierte, aber halbwegs vorzeigbare „Justice League“ die größten Enttäuschungen des Jahres sind, spricht das von einer ordentlichen Grundqualität. Dass allerdings (fast) keiner wirklich nennenswert herausragend war und lange bleibende Eindrücke hinterlassen hat, lässt 2017s Blockbusterbewertung unterm Strich eher im gehobenen Mittelfeld abschließen.
Die erhoffte Öffnung des MCUs hin zu mehr Eigenständigkeit, mehr inszenatorischem Mut, mehr Abwechslung verläuft trotz löblicher Ansätze noch immer in kleinen Schritten. Rein quantitativ war „Wonder Woman“ die bisherige Ausnahme im neuen DCEU und kann nicht wirklich Hoffnung schüren, dass Aquaman und Flash in ihren eigenen Abenteuern wirklich liefern können. „Logan“ faszinierte nicht zuletzt wegen seiner Endgültigkeit, während das gesamte X-Men Universum durch den Disney/Fox Kauf vor einer gewaltigen Veränderung steht. Die Studios haben inzwischen oftmals raus, wie man halbwegs vorzeigbare Superheldenfilme hervorbringt, doch es darf bzw. muss bezweifelt werden, dass im Zeitalter von Shared Universes, globalen Supermarken und der gigantischen Omnipräsenz Disneys jemals wieder eine eigenständige und fokussierte Vision eines Helden in der Form der Dark Knight Trilogie oder „Logan“ das Licht der Leinwand erblickt.

*Kulturfremde Adaptionen:
Geschichten aus fremden Kulturen zu übernehmen, ist seit jeher ein fester Bestandteil in Literatur und Film, wie man nicht zuletzt an der Wechselwirkung aus amerikanischen Western und japanischen Samuraifilmen sehen kann. („The Wall“ mit Matt Damon als Krieger an der Chinesischen Mauer stellt allem Anschein nach eher ein Scheitern dieser Wechselwirkung dar.) Eine derartige Adaption braucht jedoch Fingerspitzengefühl; entweder ein unfehlbares Verständnis der Vorlage oder der Mut zu vollkommener Freiheit ohne Rücksicht auf Verluste. Regisseur Adam Wingard hatte bezüglich „Death Note“ eigentlich die richtige Idee, denn die ausführliche Manga- und/oder Animevorlage lässt sich nicht so einfach zum einfachen Spielfilm verdrehen. So gesehen kann man Wingard und seinen Drehbuchautoren nicht vorwerfen sie würden einfallslos wiederholen und komprimieren. Dennoch ist der amerikanische „Death Note“ eine maßlose Enttäuschung; eine unnötig verteente Hetzjagd durch zu viele zu bekannte und zu stark verwässerte Plotpoints, ehe die zweite Hälfte viel anders und doch kaum etwas richtig macht. Charakterisierung der Figuren findet oftmals gar nicht statt, auch weil der Film nur ein oberflächliches Interesse an den existentialistischen Moralfragen hat, die die Vorlage so sehr beherrschten. Es ist allerdings auch das Festhalten an den unbestreitbar japanischen Einflüssen der Vorlage, am Todesgott, seinem Aussehen und seinem Namen. Ryuk ist, neben seiner fürchterlichen CGI-Herkunft, ein absoluter Fremdkörper, dem sich der Film nie wirklich nähern kann. Eine konsequentere Adaption hätte Ryuk (umbenannt und ihm) vielleicht christliche Engelsflügel verpasst oder irgendwie griechisch-mythologisch kodiert, um ihn in einen näheren Kulturkreis zu packen, bis man schließlich erkannt hätte, dass man sich manche Adaption grundsätzlich sparen sollte.
Diese Probleme hat Rupert Sanders‘ „Ghost in the Shell“ Version auf ganz eigene Weise. Da wäre zunächst das Casting von Scarlett Johansson, im Vorfeld mit viel Kritik bedacht. Tatsächlich war es keine gute Idee, eine Nicht-Japanerin zu casten, doch der Film hätte damit durchkommen können, ist das futuristische Hongkong doch ein multikultureller Schmelztegel. Diese Möglichkeit wird durch den Umgang mit der Herkunft des Majors wohl mit Absicht gegen die Wand gefahren. Zu allem Überfluss stellt Sanders‘ GITS oftmals einfallslos markante Szenen und Momente des Animevorbilds nach, versucht aber eigentlich eine ganz andere und in Ansätzen gar nicht mal uninteressante Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die immer dann stolpert oder komplett in Stillstand gerät, wenn wieder irgendwo eine visuelle „Hommage“ eingebaut werden muss, die niemand gebraucht hätte. (Eine sehenswerte Kurzanalyse dazu gibt es hier.)
So macht man es also nicht; zu verliebt in die Motive der Vorlage, zu ungestüm beim Versuch, sich zu entfernen und etwas Eigenständiges zu schaffen. Ähnlich plump geht beispielsweise auch ein „Atomic Blonde“ mit all seinen geradezu fetischisierten Einflüssen um; die 80er, das geteilte Berlin, 80er Musik, russische Kriminelle und 80er Mode. Die Musikeinspieler sind da, weil sie da sein müssen, weil man einen 80er Sampler auf den Markt werfen wollte und ganz nebenbei einen Haufen Gifs aus zelebrierter Nostalgie destillieren wollte. Da hilft auch nicht eine der besten Actionsequenzen der letzten Jahre.

*Franchise Fehlzündungen
Unterhaltungsfilme sind für Macher, Produzenten und Studio nicht zuletzt Geldgewinnungsprojekte. Einen Film zu einer Marke zu machen, die man durch Fortsetzungen wieder und wieder gewinnbringend unter die Leute bringen kann, ist daher oftmals das Ziel. Das ist prinzipiell gar nicht mal verwerflich; jeder träumt von einem Franchise wie jenes, zu dem „Fast & Furious“ mittlerweile mutiert ist. Doch manch Franchiseträume sind schon von vornherein zum Scheitern verurteilt und manch Filmreihe verdient nach Jahren der gewinnbringenden Arbeit den Ruhestand, ehe jeglicher guter Wille verloren ist. Letzteres verkörpert der neueste „Fluch der Karibik“ in Perfektion. Ein aufgeblasenes Nichts von einem Film, ein seelenloses und überteures Abfackeln derselben Ideen und unbeeindruckenden visuellen Gigantomanie, der man schon in Teil 3 so langsam überdrüssig wurde. Schon wieder halbtote Pirat…pardon, halbtote Seefahrer, die ein spezielles Hühnchen mit Sparrow zu rupfen haben und dazu ein magischer Macguffin? Ist so langweilig wie es klingt. Das freut u.a. Michael Bay, denn obwohl sein fünfter Transformers Film eine derart inkohärent verplottete Katastrophe ist, dass man seinen Augen kaum traut, umgibt „The Last Knight“ die Aura von verbrannter Erde und faszinierendem Chaos. Die Reihe ist nicht erst gestern qualitativ abgestürzt (und besaß wohl nie die Größe des ersten „Fluch der Karibik“) und ob Absicht oder nicht, zumindest mich hat Michael Bay mittlerweile derart weichgeprügelt, dass ich „The Last Knight“ als so unbeschreiblichen wie unerklärlichen Gaga-Wahnsinn irgendwie was abgewinnen kann. Weitere Filme braucht es dennoch nicht, auch wenn diese natürlich kommen werden.

Den Franchisestarter wollte das Tom Cruise Vehikel „Die Mumie“ geben. Zum zweiten Mal nach dem gescheiterten „Dracula Untold“, versuchte Universal seine alten Monster-Ikonen zu einem Shared Universe zu vereinen. Mit viel albernem Tamtam wurde das Dark Universe angekündigt, Johnny Depp und Javier Bardem (wie passend) als Unsichtbarer bzw. Frankensteins Monster vorgestellt, nur um dann den Rückzug anzutreten, als Alex Kurtzmans cineastischer Rohrkrepierer die Kinos heimsuchte. Schon als Einzelfilm nicht brauchbar, weder als Abenteuer, noch als Action oder Horrorfilm, doch insbesondere als Einführung des Gemeinschaftsuniversums eine Lachnummer, als hätte Universal nichts vom leicht beeinflussbaren Hin und Her bei Warner/DC gelernt, die mit dem gnadenlos glattgebügelten „Justice League“ noch immer dabei sind, ihren Riesenfranchise wirklich ans Laufen zu kriegen.
Selbst „Death Note“ hatte ein Ende, welches Fortsetzungen suggeriert. Und Dwayne The Rock Johnson versuchte sich mit „Baywatch“ und „Jumanji“ gleich doppelt an der Schaffung weiterer Filmreihen. Bei Letzteren scheint das zumindest finanziell gelungen zu sein. Das ist, wie erwähnt, kein Vergehen. Einem erfolgreichen Film einen Neuaufguss zu servieren ist im Filmgeschäft nur zu verständlich. Nur Sinn muss es machen; inhaltlich. Und startet man bereits den ersten Film mit dem Vorhaben, gleich mehrere Fortsetzungen und Spin-Offs folgen zu lassen, sollte man sich seiner Sache schon sehr sicher sein. Mit diesen Worten ein freundlicher Gruß an „King Arthur“ und „The Dark Tower“.




#Bester Hauptdarsteller:
1. Andrew Garfield, Silence
- Casey Affleck, Manchester by the Sea
- Hugh Jackman, Logan
- Colin Farrell, The Killing of a Sacred Deer
- Daniel Kaluuya, Get Out
- Denzel Washington, Fences

#Beste Hauptdarstellerin:
1. Isabelle Huppert, Elle
1. Kim Min-he, Die Taschendiebin
- Natalie Portman, Jackie
- Kristen Stewart, Personal Shopper
- Florence Pugh, Lady Macbeth
- Viola Davis, Fences

Beste Nebendarstellerin:
- Sienna Miller, Lost City of Z
- Michelle Williams, Manchester by the Sea
- Holly Hunter, The Big Sick
- Nicole Kidman, The Killing of a Sacred Deer
- Catherine Keener, Get Out

Bester Nebendarsteller:
- Mahershala Ali, Moonlight
- Trevante Rhodes, Moonlight
- Barry Keoghan, The Killing of a Sacred Deer
- Patrick Stewart, Logan
- Lucas Hedges, Manchester by the Sea
- Adam Sandler, The Meyerowitz Stories (New and Selected)

Weitere Kategorien:
- Bester Darsteller in einem schlechten (oder nicht so guten) Film: Andrew Garfield, Hacksaw Ridge
- Beste Darstellerin in einem schlechten (oder nicht so guten) Film: Imogen Poots, Frank & Lola
- Newcomer des Jahres: Florence Pugh (Lady Macbeth) und Dylan Gelula (First Girl I loved)
- „Less is more“ Preis für’s Overacting des Jahres: Russell Crowe, Die Mumie
- „Badass“ des Jahres: Colin Farrell für das Doppel aus „The Beguiled“ und „Killing of a Sacred Deer“
- Morgan Freeman Gedächtnispreis für die teilnahmsloseste Schlafwandelrolle des Jahres: Geoffrey Rush, Pirates oft he Caribbean: Salazars Rache
- „1 + 2 = 17“ Preis für die Fehlbesetzung des Jahres: Comedian Nick Kroll als Anwalt im superernsten „Loving“
- „Das Gesicht kenn‘ ich doch“ Preis für unnötige/störende Cameos und Gastauftritte: The Hoff, Guardians of the Galaxy Vol. 2
- „Man Crush“ Preis: Oscar Isaac
- Theoretische Empfängerin meines Heiratsantrags: Imogen Poots, Frank & Lola (ja, immer noch)
- „Wie wäre es mal mit einer Hauptrolle?“ Preis: Sienna Miller, Die versunkene Stadt Z
- Sonderpreis für Kinderdarsteller: Dafne Keen, Logan
- „Long time no see“ Preis für sympathische Darsteller, die lange nicht zu sehen waren: Sie war zwar nie wirklich weg, aber lang lebe das Laura Dern Revival!
- „Romeo und Margaret“ Preis für das unglaubwürdigste Leindwandpaar des Jahres: Brenton Thwaites & Kaya Scodelario, Pirates oft he Caribbean: Salazars Rache


Filme für jede Gelegenheit:
- Ein Film als Test für potentielle Lebenspartner: A Ghost Story/Die Taschendiebin
- Ein Film, den man mit den Eltern gucken kann: The Big Sick
- Ein Film, den man auf keinen Fall mit den Eltern gucken sollte: Die Taschendiebin/The Killing of a Sacred Deer
- Ein Film für Kumpels und Clique: The Lego Batman Movie/Baby Driver
- Ein Film für Oma: Lion
- Ein Film zur Erhellung des Gemüts: Guardians of the Galaxy Vol. 2
- Ein Film zum Runterkommen von einem Fröhlichkeitsrausch: The Killing of a Sacred Deer
- Ein Film der unfreiwilligen Komik: Transformers: The Last Knight
- Ein Film als komprimierte Filmschule: Moonlight
- Ein Film für den Sonntagskaffee: Hidden Figures
- Ein Film mit den größten Chancen, durch eine Zweitsichtung besser zu werden: mother!
- Ein Film mit der größten Gefahr, durch eine Zweitsichtung schwächer zu werden: The Last Jedi




#Diverse Sonderkategorien:
- „Einmal Markenname to go“ Preis fürs Product Placement des Jahres: Atari, Blade Runner 2049
- „Augenwischer-Ei“ Preis für banale Effekthascherei: Supermans Facelift, Justice League
- „Sag’s mit Musik“ Preis für gaaaaanz-subtile Botschaften durch Musikauswahl: „Atomic Blonde“ und der einfallsloseste „Hey, kennste das noch aus den 80ern“ Sampler
- „Und was soll uns das jetzt sagen?“ Preis für irritierende Einzelszenen: Das Intro mit den Kindern, Transformers: The Last Knight
- „Gesehen und wieder vergessen“ Preis: Bright
- „Gnihihi“ Preis für die schmutzigste Humorszene: Der Tintenfisch, Die Taschendiebin
- „I love to laugh“ Preis für erinnerungswürdige Humorszenen: „We lost 19 of our best men.“ (The Big Sick)
- „I think I spider“ Preis für den dämlichsten deutschen (Unter-) Titel: „Before I Fall“ wird zu „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“
- „My God, it’s full of Stars“ Preis für zu viele Stars in der Besetzung: Live by Night
- „Titulus Andronicus“ Preis für den besten Filmtitel des Jahres: The Killing of a Sacred Deer
- „La-la-la“ Preis für den Ohrwurm des Jahres: City of Stars, La La Land
- „Bob der Baumeister“ Preis für das Filmset des Jahres: das Haus, mother!
- „Ron Swanson“ Preis für den Bart des Jahres: Henry Cavill, Justice League
- „Mach, dass es aufhört“ Preis für die Albtraumszene des Jahres: The Sunken Place, Get Out
- „You are special“ Preis für einen Film, der nicht gut, aber besser als erwartet war: Es - It
- Liam Neeson Gedächtnispreis für zelebrierte Gewalt: John Wick Chapter 2
- „Schau mir in den Ausschnitt, Kleiner“ Preis für plumpe/berechnende Outfits: Jennifer Lawrences Badeanzug, Passengers
- „Chaos in zwölf Akten“ Preis für das strukturell und/oder dramaturgisch unausgegorenste Drehbuch des Jahres: Transformers: The Last Knight
- „Geile Friese, Alda“ Preis für die tollste Haarpracht des Jahres: Laura Dern als Admiral Holdo, Star Wars: Die Letzten Jedi
- „Schämt ihr euch eigentlich nicht“ Preis für kaum tragbaren Nonsens im Film: Mr. Hyde, Die Mumie
- „Jemand sollte entlassen werden“ Preis für schlechtes Marketing: Blade Runner 2049 als Sci-Fi Actionthriller beworben.
- „Dancing Queen“ Preis für die Tanzszene des Jahres: Baby Groot, Guardians of the Galaxy Vol. 2
- „F-Yeah!“ Preis für die F-yeah Szene des Jahres: Veld, Graben, Schlachtfeld. (Wonder Woman)
- „Alea iacta Test“ Preis für Geschichte im Film: Dunkirk
- „Their treasure was knowledge“ Preis für den besten Prop Gegenstand: Die Kugeln, Die Taschendiebin
- „tumblr has crashed“ Preis für neue Popkulturikonen: Diana/Wonder Woman (ja, eigentlich Porgs, aber mal ehrlich … )
- „Mit vollem Mund spricht man nicht“ Preis für die Essensszene des Jahres: Rooney Mara isst Kuchen, A Ghost Story
- „Blut und Schweiß“ Preis für die intensivste Szene des Jahres: Torpedos. Oder nein, Öl im Wasser. Nein, besser „Schüsse im Boot“. Oder vielleicht „kein Sprit mehr“? Na ja, irgendwas aus „Dunkirk“.
- „Ente gut“ Preis für die beste Schlussszene des Jahres: Moonlight & Personal Shopper
- „My Sassy Girl“ Preis für die selbstbewusste Frau: „Du lässt dir von einem so kleinen Ding sagen, was du zu tun hast?“ Diana, Wonder Woman
- „First World Problems“ Preis für die absurde Idee, daraus einen Film zu machen: Monster Trucks (Hätte ich ihn gesehen, dann sicherlich „The Emoji Movie“)
- „Schockschwerenot“ Preis für den fiesesten Filmmoment des Jahres: Blaulicht, Get Out
- „Pics or it didn’t happen“ Preis für die kürzeste/geheimste Nacktszene des Jahres: Kylo Ren, Star Wars: Die letzten Jedi
- „I’ll have what she’s having“ Preis für die Sex-Szene des Jahres: Fleischeslust, „Raw“
- „Kampfkoloss“ Preis für die Wampe des Jahres: James McAvoy, Split – hat sich echt gehen lassen *räusper
- „Hashtag ripped!“ Preis für sichtbare Fitness: Bruce Greenwood, Das Spiel
- „Bitte nicht PETA erzählen“ Preis für böse Szenen mit Tieren, die trotzdem witzig sind: Gegrillte Porgs, Star Wars: Die letzten Jedi
- „Sympathy for the Devil“ Preis für die Verlockung des Bösen/Schlechten: Lady Macbeth
- „Mein Leben wäre ohne diese Sichtung nicht ärmer“ Preis: Aale, A Cure for Wellness
- „Einmal ist keinmal, zweimal ist einmal zu viel“ Preis für die schwächste Fortsetzung des Jahres: Pirates of the Caribbean: Salazars Rache
- „#Kindheit“ Preis für die beste Adaption aus einem anderen Medium: Es - It
- „Did he died?“ Preis für die beste/schlechteste/albernste Todesszene des Jahres: Billy Crudup, Alien: Covenant
- „Der Film vor dem Film“ Preis für den Trailer des Jahres: Moonlight
- „Darf‘s noch eine Dimension mehr sein“ Preis für das beste 3D des Jahres: Nein, es darf keine Dimension mehr sein. Das Experiment 3D ist gescheitert. 99,9% aller Filme finden keinen originellen Weg, 3D irgendwie interessant einzusetzen.
- „Weh-tee-eff“ Preis für die WTF-Szene des Jahres: Mel Gibson inszeniert die Schlachtszenen seines pazifistisch gedachten Films als Sam Raimi-eske Kriegszombie-Groteske. (Hacksaw Ridge)
- „Fun infected“ Preis für die ansteckendste Lache: Octavia Spencer, „Hidden Figures“, „Die Hütte“
- „Ja nee, is klar“ Preis für unglaubwürdige Dinge: Der Umgang einer gewissen Person mit dem Zauberstab, Bright.
- „Hätte mann gerne im Kleiderschrank“ Preis: Ryan Goslings Umhang, Blade Runner 2049
- „Hätte frau gerne im Kleiderschrank“ Preis: Leias Umhang mit dem Kragen, der bis zur Stirn geht. (The Last Jedi) Oder natürlich den kompletten Kleiderschrank von Lady Hideko, Die Taschendiebin.
- „Frame that shit!“ Preis fürs Poster des Jahres: Platz5, Platz 4, Platz 3, Platz 2, Platz 1
- „Wär’s nicht so traurig, wär’s irre lustig“ Preis: Das Dark Universe
- „Högschde Effizienz“ Preis für den besten Kurz-/Gastauftritt des Jahres: Andi Garcia, Passengers
- „Ubiquitous“ Preis für die Person, die Person, die unmöglich zu übersehen war: Stephen King (Es, Dark Tower, Das Spiel, Mr. Mercedes, The Mist, 1922)
- „#Aufschrei“ Preis für Dinge, die vermeidbar sind: Die Aufregung über Fan-Service, Charakterentwicklung beantwortete Fragen in „Star Wars: Die letzten Jedi“
- „Right in the Feels“ Preis für Gefühlsmanipulation: „He might have been your father, but he wasn’t your daddy.” (Guardians of the Galaxy Vol. 2)
- „Vermintes Territorium “ Preis für den spoileranfälligsten Film des Jahres: Blade Runner 2049
- „Colour Kaleidoscope“ Preis für den Mut zu Farbe im Filmdesign: Guardians of the Galaxy Vol. 2
- „Print it on a shirt“ Preis für das Filmzitat des Jahres: „Je m’appelle (H)Ot Rod.“ (Transformers: The Last Knight)
- „Mad Reader“ Preis für die Literaturadaption des Jahres: Lady Macbeth
- „Geh dorthin wo der Pfeffer wächst“ Preis für die nervigste/unsäglichste Filmfigur des Jahres: Wie auch immer Bella Thornes Figur in „The Babysitter“ hieß.
- „Darling Asshole“ Preis für den Schurken des Jahres: Martin, The Killing of a Sacred Deer



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