BG Kritik:

John Wick: Kapitel 2


Hat BG vor 10 Jahren gegründet und seither eine Menge neuer Filme gesehen. War als Redakteur für GameStar und Gameswelt tätig.

John Wick Chapter 2 (US 2016)
Regisseur: Chad Stahelski
Cast: Keanu Reeves, Common, Ian McShane, Ruby Rose

Story: Obwohl er sich weiterhin zur Ruhe setzen will, liegen für den gefürchteten Attentäter John Wick neue Aufgaben an. Ein Geschäftspartner fordert eine Blutschuld ein, die Wick zum Ziel zahlreicher anderer Kollegen macht…

Rückblick: BG Kritik: John Wick 1 [Mester]

Der Regisseur war früher Keanu Reeves' Stuntdouble


Also noch ein Wick. Ist‘s exakt dasselbe wie beim ersten Mal? Ja, zum Glück. Wieder läuft, hechtet und rollt 50+ Keanu Reeves fit, blutverschmiert und gut geschniegelt im Anzug durch neonbeleuchtete Räume und erledigt haufenweise Abzieh-Henchmen mit Kopfschüssen und Judo-Kopfschüssen; wieder ist das von Chad Stahelski sehenswert inszeniert, wieder erfährt man ein klein wenig mehr über Wicks seltsamen, gar an Kingsman erinnernden Assassinenorden und wieder ist das alles äußerst unterhaltsam, wenn man genau jenes Saftkonzentrat des ersten mochte.

Nachdem der erste Teil schon auf einer verständlichen, aber äußerst dünnen Prämisse aufbaute, dreht der zweite das Jagdverhalten weitestgehend um. Mal ist er hinter ausgesuchten Zielen her, doch die längste Zeit über ist er dieses Mal selbst Freiwild, verdammt dazu, von zahlreichen ebenfalls talentierten Arbeitskollegen über den Jordan geschickt zu werden. Das Konzept ist ähnlich wie beim zweiten Taken mit Liam Neeson, in dem jener gefangen genommen wurde und dann selbst auf der Flucht war. Verglichen mit dem oftmals lahmen bis arg enttäuschenden Frankreich-Export überragt Wicks Rückkehr jedoch durch kompetenteres Auftreten und ein interessantes inhaltliches Mehr. Wick 2 wirkt in erster Linie versierter, spielfreudiger, interessiert daran, die zuvor gelegten Grundsteine spaßig zu expandieren, ohne sich in Spektakelwirrwarr zu verrennen. Ja, Wick 2 hat einen erheblich höheren Bodycount als der erste, doch selten durch forciertes Crescendo.

Neben dem charmanten Wiedersehen mit Ian McShane und Lance Reddick, jeweils als Besitzer und Rezeptionist des etablierten Attentäter-Hotels gesellen sich einige brauchbare Neulinge hinzu. Der auffälligste ist überraschenderweise Rapper Common, der sich mit Wick bekriegen darf. Common, der in seinen sonstigen Filmrollen oftmals farblos blieb, überzeugt so sehr, dass man ihm abkauft, ein zumindest annähernd ähnlich erfahrener Fachmann zu sein. Es gibt eine längere Kampfsequenz zwischen den beiden, die vorbildlich vormacht, was John Wick als Filmreihe interessanten Drall verleiht. Es ist nicht bloß eintöniges Abschießen gesichtsloser Gegner, sondern ein interessanter Mix aus packenden, gut choreografierten, manchmal herrlich ungeschickt wirkenden, höchstpraktischen Actionszenen mit erstklassigem Aufbau und gut eingebrachten, trockenen Gags.

John Wick 3 ist bereits in Planung


Weniger überzeugend ist Model Ruby Rose, die im Kinofrühling 2017 via kleinen Rollen in dem hier, in Resident Evil 6 und in XXX 3 groß gehypt wird. Als stumme Auftragsjägerin trifft sie einige Male auf Wick, kann aber keinen wirklichen Eindruck hinterlassen. Fast amüsant ist ein kurzer Auftritt Laurence Fishburnes als als Bettler getarnter Experte, der sich mit Keanu Reeves nostalgierend darüber unterhält, dass es „den einen“ geben muss. Zu guter letzt dürfen sich die beiden Hitman Verfilmungen eine Scheibe davon abschneiden, wie exemplarisch herausragend John Wick 2 eine umfassendere Attentatssequenz auf einer ausgefallenen Konzertparty in Rom inszeniert.

Hervorragend ist ebenfalls, wie der Film endet. Gäbe es keinen weiteren Teil, würde es bereits passen. Sollte Wick, wie es höchstwahrscheinlich sein wird, jedoch ein drittes Mal in Erscheinung treten, kann man sich ungeheuer darauf freuen.

Fazit:

Wer sich nach John Wick 1 dachte, dass man ruhig noch zwei weitere Stunden mit dem wortkargen Suitträger und seinem Faible für Judo-Verrenkungen und Kopfschüsse verbringen könnte, liefert Kapitel 2 anständig genau das. Nichts sonderlich neues, nichts nennenswert besseres, weiterhin cineastisch nichts annähernd wichtiges, doch für den vereinzelt dürstenden Oldschool-Actionjieper jenau dat rischtische.

7,5 / 10
10 - Meisterwerk // 8-9 - sehr gut // 6-7 - gut // 5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend // 0-2 - gar nicht mal so gut

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