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Kritik:
Jurassic Park
1-3


von Christian Mester

JURASSIC PARK
(1993)
Regisseur: Steven Spielberg
Cast: Sam Neill, Laura Dern, Jeff Goldbum

Story:
Ein Freizeitpark-CEO (Richard Attenborough) lädt ein paar ausgesuchte Gäste auf eine tropische Insel in der Nähe Costa Ricas ein, um seinen neuesten Eventpark als erste zu besuchen. Zum Erstaunen des Mathematikers Ian Malcom (Goldblum), des Anwalts Donald Gennaro (Martin Ferrero), der Paläontologen Alan (Neill) und Ellie (Dern), sowie der Enkel des Parkbesitzers (Ariana Richards, Tim Mazzello) zeigt er ihnen einen Zoo... mit revolutionär per Gentechnik geschaffenen Dinosauriern. Der Traum wird jedoch zum Albtraum, als der Strom der Schutzzäune versagt...

Kritik:
20 Jahre ist es her, dass Steven Spielbergs Meilenstein Jurassic Park im Kino lief - beste Zeit also, ihn per Re-Release nochmal groß im Kino erleben zu lassen. Dass das ausgerechnet als 3D-Umsetzung geschehen muss, vergrault. Wenn man ihn schon wieder sehen darf, dann nur mit erhöhtem Ticketpreis, in 3D, das ihn unnötig verfremdet?

Bei InGen, es lässt sich Sturmentwarnung geben, denn die 3D-Fizierung des Klassikers schadet ihm kein Stück; man darf sogar flüstern, er könnte dadurch sogar noch besser geworden sein. Universal hat extra 10 Millionen Dollar und fast ein ganzes Jahr Arbeit investiert - Geld, für das andere einen ganzen Film drehen - um den Klassiker in einer in 3D sorgfältigst umgesetzten, unter persönlicher Aufsicht von Spielberg neu restaurierten, neu tongemischten Fassung präsentieren zu können. Und das Ergebnis lässt nicht nur Wassergläser erschüttern. Das Bild ist so fein und hochaufgelöst, dass man meint, der Film sei mit modernster Technik erst gestern gedreht worden. Abgesehen von einigen altbackenen Computerscreens (ein interaktiver Bildschirm wird "CD-ROM" genannt und ein "hypermodernes" Unix-System hat ein sinnloses, langsames 3D-Interface mit Würfeln) und mancher 90er Mode ist der Film somit völlig zeitlos, und nicht als alter Stoff zu sehen.

Das erzielte 3D ist eine Wucht, kann man nicht anders sagen, und stellt auch viele nativ gedrehten Filme wie Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten lachend in die Ecke. Der Dschungel profitiert sehr von der neuen Tiefenwirkung, und manche Szenen sind im neuen Format sogar grandios, unter anderem die Szene, in der sie mit einem Jeep vor dem wütenden T-Rex davonfahren und man diesen im Seitenspiegel näherkommen sieht. Im Gegensatz zu der SE Neuauflage der Star Wars Trilogie aus den 90ern hat man es auch ja gelassen, bei der Gelegenheit neue Sachen einzusetzen. So ist zum Beispiel das schlecht animierte Erklärungsvideo der Gen-Experimente nach wie vor brav schlecht geblieben.

Und das reicht auch, denn damals wie heute ist Jurassic Park ein perfekter Film, basta.

Ihn im Detail zu diskutieren ist 2013 wahrscheinlich nicht notwendig, sollte es nicht sein, aber der Film ist ein glänzendes Beispiel dafür, wie man es nicht besser machen kann. Die Idee, aus Experimenten geschaffene Dinosaurier auf Menschen loszulassen ist zunächst Trash pur, Aslyum verdächtig. Genau so trashig wie das Konzept von Robocop oder Batman, oder ein paar Männer einen Fisch jagen zu lassen. Spielberg inszeniert die Story aber derart packend, dass man das Grundkonzept völlig aus den Augen verliert. Es wird egal, wie abwegig die Geschichte ist, man ist gebannt von seiner Erzählerkraft. Michael Crichtons Horror-Roman mag eine gute Vorlage gewesen sein, aber Spielbergs Film feilte dessen Macken ab und macht einen Diamanten draus, wie er es schon mit Peter Benchleys Jaws schaffte. Essentieller Bestandteil dafür ist die Besetzung, und deren Spiel. Ungewöhnlich besetzt, mit Laura Dern aus Wild at Heart und Blue Velvet, Sam Neill aus Die Mächte des Wahnsinns und Possession, der "Fliege" Jeff Goldblum und Gandhi Regisseur Richard Attenborough, fordert er jeden der Hauptdarsteller ein klein wenig.

Neills Alan ist ein technikhassender Vollblutwissenschafter, der insgeheim Angst vor dem Kinderwunsch seiner Freundin hat; Goldblums Malcom ein arroganter, selbstverliebter Larry Laffer, der mit seiner Warnung Recht behalten soll und beim T-Rex Angriff wagt, was sich sonst niemand jemals trauen würde - als Beuteablenkung auf offener Straße davonzulaufen, um ein Kind zu retten. Ihre Dramen kommen nie in den Vordergrund, aber sie sind da und vermenschlichen die Figuren. In vielen Filmen bleibt der arrogante Vogel das, ist der Held nur mutig. Platte Filmstereotypen. Dass sie trotz ihrer für die Allgemeinheit ungewöhnlichen Berufe nachvollziehbar werden, ist eine Kunst, eine gelungene. Haben sie Erstaunen, lachen sie, fürchten sie sich, überträgt es sich mitreißend auf den Zuschauer. Erst dadurch kann man in das Filmereignis hineingezogen werden, was andere Filme wie Tron: Legacy oder John Carter beispielsweise nicht hinbekommen.

Dann ist es auch egal, dass manches wenig Sinn ergibt. In der T-Rex Szene durchbricht dieser den Zaun, nur um kurz danach das Auto durch das zuvor geschaffene Loch zu schieben - nur dass da plötzlich ein haushoher Abgrund ist (wie?). Wofür ein supergesichertes Raptor-Gehege aufstellen, wenn man diese darin nicht sehen kann, und wieso können Touristen jederzeit das sichere Tourauto verlassen und ihre Kinder zu den 10.000 Volt Zäunen mit den Säure spuckenden Dinosauriern laufen lassen?   

Jurassic Park ist schwer einzuteilen, aber am ehesten darf man ihn Horrorfilm nennen (2 und 3 sind dagegen Abenteuerfilme), da er die typischen Merkmale eines solchen aufweist. Es gibt mit Ian Malcom sogar einen eigenen Prophet of Doom, auch wenn er gebildeter erscheint als in regulären Slashern oder Monsterfilmen. Jurassic Park mag Horror sein, aber genialer. Die Herbivoren sind wundervolle Geschöpfte, die Karnivoren gruselige Monster - aber halt auch wundervolle Geschöpfe. Es ist unmöglich, die Raptoren mit ihrer intelligenten Hartnäckigkeit nicht faszinierend zu finden, oder den Rex nicht mit der Ehrfurcht zu sehen, die ihm gebührt.

John Williams Score ist gleichauf mit dem von Indiana Jones und Star Wars, keine Diskussion, und Spielbergs Regie meisterlich.



Fazit:
Jurassic Park ist perfektes Blockbusterkino: von einer fantastischen, unrealistischen Ursprungs-idee ausgehend, spinnt Spielberg eine fesselnde Horrorgeschichte mit guten Figuren und den vielleicht weiterhin (und wir sprechen von einem 20 Jahre alten Film, der zwei Sequels hat) besten Realfilm-Dinosauriern, die bisher über Zelluloid stapften. Diesen Film muss man kennen und lieben und mehrfach gesehen haben, und die mit Liebe umgesetzte, restaurierte 3D-Fassung darf unbedingt als Chance ergriffen werden, das neu zu erleben.

10 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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Kritik:
Vergessene Welt: Jurassic Park

THE LOST WORLD: JURASSIC PARK (1997)
Regisseur: Steven Spielberg
Cast: Jeff Goldbum, Vince Vaughn, Julianne Moore

Story:
Einige Jahre später: die Jurassic Park Ereignisse werden in der Presse zerrissen und als Quatsch deklariert, Malcom verliert seine Reputation, Hammond seine Jurassic Park Besitztümer und bis dahin geheimen Unterlagen an den Vorstand seiner Firma. Die daraufhin von einer zweiten Anlage auf einer Nachbarinsel erfährt, die sie für einen neuen Park in San Diego plündern wollen. Hammond schickt Malcom, eine Tierexpertin (Moore), einen Fotografen (Vaughn) einen Safari-Experten und versehentlich auch Malcoms Tochter hin, um die Welt vor der Parkeröffnung darauf aufmerksam zu machen und die Tiere somit noch retten zu können

Kritik:
Kurzum, Jurassic Park 2 hat ein paar inszenatorisch grandiose Momente und ist ein unterhaltsamer Blockbuster, füllt die Spuren des ersten aber nicht mehr aus. Die Story ist nur notdürftig zusammengeschustert, die Charaktere sind schwächer. Goldblum darf als Malcom wenig machen und ist mit seinem leicht gelangweilten Bill Murray Zynismus als Hauptfigur fehl am Platz, Julianne Moore ist nur ok, Großwildjäger Tembo (Pete Postlethwaithe gibt noch die interessanteste Nebenfigur ab, doch der Bösewicht ist mau, und über Ökoterrorist Vaughn, der im Film mehr Menschen in Gefahr bringt als die Dinosaurier, und die dauernölende, Velociraptor wegturnende Tochter ist ein Paradebeispiel dafür, wie man Kinder in Filmen eben nicht als nervigen Ballast aufführen darf.

Im Gegensatz zum ersten Film ist die Moralfrage dieses Mal zudem verqueert: darf man Dinosaurier einfangen und in einen Zoo stecken? Genau das hatte Hammond ja aber schon im ersten Teil gemacht, wo die Moralfrage, die interessantere war, ob Nachzüchtung ausgestorbener Wesen moralisch erlaubt sein könnte oder nicht. Der Zoo auf der Insel war womöglich größer als die geplanten Gehege in der Stadt, aber hier wird es so hingestellt, als sei InGen böse dafür, ihre eigens für die Zurschaustellung gezüchteten Dinosaurier ("Wir haben keine Kosten gescheut" betont Hammond immer wieder) von einem Platz, den sie übrigens auch besitzen, zu einem anderen zu bringen. Und der "Held", Malcom, hält schon die Schöpfung der Dinosaurier für falsch; wenn es nach ihm ginge, sollten Menschen möglichst gar nicht mit ihnen in Berührung kommen, besser noch, gar nicht existieren. Womit er gegen die Zuschauermeinung ist, der selbst-verständlich am liebsten einen Park mit Dinosauriern besuchen würde, und dann besser noch einen erreichbaren auf dem Festland, als einen nur für Superreiche entlegenen, der nur per Hubschrauber zu erreichen ist. Dass Greenpeace-Aktivist Van Owen die Dinosaurier freilassen und die Kommerzialisierung unterbinden will, macht Sinn und ist prinzipiell zu loben, wenn auch unerfüllbar, er wiederum macht es aber mit den völlig falschen Mitteln. Der Fokus müsste demnach besser auf der Tierexpertin liegen, die die Tiere in ihrem natürlich Habitat behalten und niemanden verletzen will, aber für eine Naturwissenschaftlerin stellt sie sich so dämlich an, dass sie eigentlich besser hätte gefressen werden müssen, auch wenn es Julianne Moore sein mag.

Etwa genau so gut wie der T-Rex Angriff im ersten Film ist ähnliche Szene im zweiten, in der zwei Rexe einen größeren Trailerwagen bearbeiten, was in einer Fingernägelkau-Szene an einer Klippe endet, die mit einem Schmunzeln an das Herunterklettern vor dem stürzenden Auto im ersten Teil erinnert. Spielberg holt hier alles aus sich heraus, und lässt auch die obligatorische Raptorszene stark ausfallen, aber das Einfangen der Tiere bei Tag, der Procompsognathus Überfall und der Rex Rumble in San Diego und fallen merklich zurück. Was Spielberg hier weniger gelingt, ist es, die Faszination gegenüber den Erlebnissen aufzubauen. Mit seiner lakonischen Art zieht Malcom herunter, und die übrigen Charaktere sind weniger ergriffen von ihren Dinosichtungen als die aus dem ersten Film.

Der T-Rex hat seine Ninja-Fähigkeiten übrigens anscheinend erweitert - hatte er sich im ersten Film, nachdem er sonst mit jedem Schritt ein kleines Erdbeben erzeugte, nur am Ende unerkannt in das Touristenzentrum schleichen können, in den Showdown mit den Raptoren, schafft er es hier unerkannt in ein volles Camp schlafender Menschen, und tötet später auf der Fähre den Captain in seinem Führerhaus, ohne dort hinein zu passen und ohne seine geschlossene Frachtkammer je zu verlassen. NINJA!

Seltsam ist, dass die Effektqualität schwankt. Bei fast allen Szenen bei Nacht, also hauptsächlich bei Szenen mit Raptoren und Rexen sind die Effekte weiterhin stark, aber sämtliche Begegnungen am Tage sehen schlechter aus als im ersten Film, was daran liegen mag, dass Spielberg hier stärker auf reine CGI-Kreaturen zurückgreift als auf Animatronics.

Fazit:
Spielbergs Sequel ist spaßiges Sommerkino, offenbart im Vergleich zum ersten aber Schwächen, die vorher nicht da waren.

7,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

Kritik:
Jurassic Park 3

JURASSIC PARK 3 (2001)
Regisseur: Joe Johnston
Cast: Sam Neill, William H. Macy, Tea Leoni

Story:
Die Kirbys, verzweifelte Eltern eines Jungen, der beim Paragliding in Nähe der Jurassic Park Insel verschollen ging, legen Dr. Alan Grant aus dem ersten Teil herein, ihn dorthin zur Suche zu begleiten. Dort treffen sie unter anderem auf den Spinosaurus, einen noch größeren Raubsaurier, der ein Handy frisst.

Kritik:
2001 mag das Wiedersehen mit den Dinosauriern und das Wiederhören von John Williams Score noch für überraschende Gnade gesorgt haben, aber her je, ist Jurassic Park 3 ein Facepalm von Jurassic Park Fortsetzung. Eine weitestgehend peinliche Aneinanderreihung von blamablen Ideen, die Steven Spielberg als ausführender Produzent so niemals hätte durchgehen lassen dürfen.

Lost World hatte schwache Figuren, aber 3s sind weniger als das. Sam Neill gab im ersten einen charismatischeren Helden ab als Ian Malcom, ist hier aber sogar noch schlechter, da noch unbeteiligt wirkender, lakonischer als Goldblum im zweiten Film. Zugegeben, es passt zur Handlung, dass er eigentlich nicht will und über's Ohr gezogen wird, aber dass man das auch dem Zuschauer antut, ist inakzeptabel. Grant hat keinen Bock auf das Abenteuer, und man kann es ihm nicht übelnehmen, da er es mit zwei überzogen albernen Touris und einer Pfeife von Vince Vaughn Kopie ( Alessandro Nivola) bestreiten muss, die besser in einen Transformers als in einen Jurassic Park passten.

Grant hat einen Traum, in dem ein Raptor ihn in einem Flugzeug anspricht. Es gibt einen Tyrannosaurus vs. Spinosaurus Fight, der so nicht gut ist (und den Helden der ersten beiden Filme unrühmlich verabschiedet). Der Spinosaurus hat ein Telefon im Bauch, das laufend "lustig" klingelt. Ein im Wald lebender Mowgli rettet Grant vor drei Raptoren, mit T-Rex Urin. Die Soldaten im Film werden mit einer Riesenknarre vorgestellt, mit der sie ein ganzes Flugzeug pulverisieren; später landen unzählige Soldaten, um die anderen zu retten: wird aber im ganzen Film einmal auf irgendeinen Dinosaurier geschossen, gibt es Apocalypse Now mit Dinosauriern, Marines gegen Raptoren, frisst der Spino die Artillerie? Nein. Das wäre wahrscheinlich auch nicht schön geworden, da die Dinos letztlich die heimlichen Helden der Reihe sind und man für sie ist, und sie keine Chance gegen Schusswaffen haben, aber die großen Wummen erst auszupacken und anzudeuten, dann aber nicht einzusetzen ist vertane Verteaserei. Die Soldaten als kreischende Trottel darzustellen, die wie Milchschnitten gemampft werden, macht den Film noch alberner als er es so schon ist, auch wenn sich der Film mit einem peinlichen, unspektakulären Ende, den bislang schwächsten Effekten (mies: die oft sehr starren, robotisch wirkenden Schwenks des Spinosaurus) und der kürzesten Laufzeit von gerade Mal 80 Minuten ohnehin Mühe gibt, die Trilogie möglichst niedrig abzuschließen. Vermutlich, damit der obligatorische vierte Film es leichter hat, nur besser werden zu können?

Die einzig guten Szenen im Film: Grants Intro, in dem klar wird, dass Ellie sich für einen anderen Mann entschieden hat und wo sie ihm wehmütig hinterhersieht, darüber nachdenkend, dass Grant dieses gemeinsame Leben auch hätte kriegen können (bitter, da ihr Kind bereits mit... Dinosauriern spielt)... das wars schon. Johnston hat kein Feingefühl für die Charaktere und legt kein so hohes Maß an die Effektarbeit oder Spannungsmomente. Was am Ende fossil übrig bleibt, ist ein platter, verträglicher, aber dümmlicher Popcornfilm auf Battleship, Hancock, Van Helsing Niveau.

Fazit:
Im Film hat Dr. Grant einen Traum, in dem ihn ein Raptor anspricht.

4 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

 

 

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