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KRITIK:

KARATE KID


von Ann Collins

THE KARATE KID (2010)
Regie: Harald Zwart
Cast: Jaden Smith, Jackie Chan

Story:
Dre (Jaden Smith) zieht mit seiner allein erziehenden Mutter (Taraji P. Henson) ins ferne Asien, Betrübt lernt er dort eines Tages ein hübsches Mädchen kennen, wird jedoch immer wieder von einer gewalttätigen Gang belästigt. Als er den stillen Kung Fu Meister Han (Jackie Chan) kennen lernt, ergibt sich eine besondere Freundschaft...

Einer der Produzenten des Films ist Will Smith,
Jaden Smiths Vater

Gelungen:
"The Karate Kid" war in den 80er Jahren einer der besten Familienfilme, da er die Geschichte eines unsicheren Jungen mit einer Romanze, einer kultigen Figur (Mr. Miyagi) und leichter Action verband. Das Original sprach jede Zielgruppe ein wenig an und wurde verdient zum Hit in Serie. Das Remake ist 2010 eigentlich unnötig, aber es war zu erwarten, dass man diesen Film noch einmal neu umsetzen würde. Bei "Karate Kid" 2010 ist das im Vergleich zu anderen Remakes sehr gelungen, da es keine Xerox-Kopie ist. Die Handlung ist grob gefasst noch immer dieselbe, doch viele Details sind anders. So heißt Jackie Chans Lehrer nicht Mr. Miyagi und im Film geht es um Kung Fu, nicht um Karate.

Was geblieben ist, ist die Stimmung. Auch im Remake geht es um das Erwachsenwerden eines Jungen, der durch Hilfe von außen selbstbewusster wird. Jaden Smith spielt Dre anfangs als trotzigen Jungen, später als überlegenden Kämpfer mit hoher Disziplin. Smith muss eine solche aufgebracht haben, um in seine beeindruckende körperliche Verfassung gekommen zu sein. Hin und wieder erkennt man in seinem Gesicht Anzeichen von seinem Vater, die schätzen lassen, dass auch Will Smith Jr. einmal ein großer Star wird. Jackie Chan spielt den Lehrer als weisen Meister, ohne albern zu werden. Nach Filmen wie "Forbidden Kingdom", "The Tuxedo" und "In 80 Tagen um die Welt" endlich einmal ein Film, in dem Chan seine ruhigere Seite zeigen kann (für Action ist er auch schon zu alt). Die emotionalste Szene zeigt die Hintergründe seiner Figur, in denen Chan sehr berührt. Vielleicht kann Chan sich nun als Dramenschauspieler in Filmen wie "Million Dollar Baby" ein neues Bild schaffen. Taraji P. Henson  ("Der merkwürdige Fall des Benjamin Button") verleiht der Geschichte viel Herz als liebevolle Mutter, die sich um ihr Kind kümmert. Zwarts Remake sieht ansprechend aus und filmt China mit einem Auge für schöne Bilder. Es macht aber wie in den meisten Sportfilmen den größten Spaß, Lehrer und Schüler beim Training zu beobachten.

Die Musik ist wie im Original lebhaft gewählt.

Ein zweiter Teil ist bereits
geplant

Nicht gelungen:
„The Karate Kid" ist zu lang. Mit über zwei Stunden Lauflänge ist er zu lang und hätte noch gekürzt werden können. Es ist schön zu sehen, dass der Regisseur sich viel Zeit nimmt um keine einsilbigen Figuren wie in Aniston Komödien zu haben, aber er zieht alles manchmal unnötig in die Länge.

Was nicht funktionieren will ist die Liebesgeschichte der Kinder. Vielleicht liegt es daran, dass das andere Karate Kid in den 80er Jahren schon älter war, aber Dres Kinderromanze macht es schwer, sich in die Geschichte hinein zu versetzen. Man hätte die Verbindung zu seinem Schwarm, einem sehr süßen Mädchen (Wenwen Han), verstärkt zeigen müssen und eine bessere Verknüpfung zu den Gangs schaffen müssen. Auch sind die Szenen, in denen Dre von anderen Kindern verprügelt wird, zu hart. Weniger hätte hier auch gereicht um zu zeigen, worum es geht
. Es ist merkwürdig, dass der Film "Karate" im Titel hat, wenn es doch um Kung Fu geht. Wer das Original gesehen hat, findet eventuell, dass einige der Kameraeinstellungen und Szenen einfach von der Vorlage kopiert wurden. Ansonsten ist es ein genau so guter "Karate Kid" wie der alte.

Fazit:
Der Hit "The Karate Kid" für eine neue Generation. Jackie Chan ist ein perfekter neuer Mr. Miyagi, die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler herzlich und liebevoll umgesetzt.

7 / 10


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