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KRITIK:

KINDSKÖPFE


von Christian Mester

GROWN-UPS (2010)
Regie: Dennis Dugan
Cast: Adam Sandler, Kevin James, Chris Rock

Story:
Als ein alter Schullehrer stirbt, treffen sich ein paar seiner alten Schüler um an einem Urlaubswochenende gemeinsam der alten Tage zu denken, darunter Hollywood-Agent Lenny (Adam Sandler), der verschrobene Rob (Rob Schneider), der ewige Junggeselle Marcus (David Spade), der liebenswert trottelige Eric (Kevin James) und der genervte Kurt (Chris Rock).

Robs Oma-Freundin ist die Ex-Frau
des Regisseurs Dennis Dugan

Kritik:
Wenn Adam Sandler zu einer gemeinsamen Komödie einlädt, dann sagt kein (zumeist schlechter situierter) Comedian "Nein". Während Chris Rock und David Spade selbst schon länger nichts Gewinnbringendes mehr auf die Beine stellen konnten ("Bad Company" ist acht Jahre her, "Joe Dreck" neun), lockte James bereits in der Sandler Komödie "Chuck & Larry: Wie Feuer und Flamme" massig Publikum ins Kino. Rob Schneider ist ohnehin eh immer in kleinen Rollen mit dabei, also hat sich das hiesige Comedy Squad mit Altersdurchschnitt ~ 45 zusammengefunden, faul leichtes Geld zu verdi... zusammen Baden zu gehen.

Man nehme nun all diese Leute, die im wahren Leben sogar gute Freunde sind, zahle ihnen Unmengen an Geld dafür, dass sie in einem inszenierten Urlaub Spaß miteinander haben, garniere das ganze mit Salma Hayek und Maria Bello ("Die Mumie 3") und fertig ist der lockerleichte Sommer Comedy-Hit. Nein? Nein, denn "Kindsköpfe" ist einer der schwächsten Filme, die Sandler je auf den Markt geschmissen hat. Kein unbedingt sonderlich schlechter Film als solcher, aber "Film" ist hier schon fast eine Bezeichnung, die knapp zuviel des Guten ist. Die Handlung ist ein Void. Leer und belanglos. Jeder spielt sich oder sein Klischee: Sandler ist der ruhige, erfolgreiche Player, der mit der schönsten Frau des Films müde über Belangloses sinniert; Kevin James trottelt sich (stark limitiert) nach typischer Doug-Manier umher, Chris Rock flucht in einer Tour über Rassenklischees, Rob Schneider bizarrsiert sich mal wieder im Kreise (im Film liebt er eine 70jährige) und David Spade? Nun, der ist halt einfach da, damit das Bild ein wenig voller ist.

Ihre Nicht-Figuren erleben eine Handlung, die die Löcher aus dem Schweizer Käse schneiden. Jeder von ihnen hat ein kleines Problem zu bewältigen, so ist Rock beispielsweise in einer Tour gespielt sauer und schimpft über seine anwesende Schwiegermutter, während Sandler eine verwöhnte Salma Hayek beruhigen muss, die von der Waldhütte eigentlich wieder in die zivilisierte Welt zurück will. Alles handlungsarme Stränge, die nur geringfügig vibrieren und bis zum absehbaren Ende nicht stärker in Schwingung geraten wollen.

Sandlers letzte fünf Filme inklusive diesen
spielten im Schnitt je 100 Millionen Dollar ein

Das wäre alles kein Problem, gäbe es eine hohe Witze pro Szene Rate. Wer sich einen Sandler ansieht, der will primär lachen und 90 unterhaltsame Minuten spendiert bekommen, wofür der Mann schließlich auch größtenteils bekannt ist und was er, je nach Geschmack, zumeist auch gut hinbekommt. "Kindsköpfe" bietet keine wirklichen Highlights und keine einzige Szene, die auch nur annähernd wenige Tage in Erinnerung bleiben würde. Kevin James schwingt sich mit einem Seil gegen einen Baum, David Spade landet in Tierexkrementen und bei Rob Schneider ist es Granny-Sex.

Was den Film halbwegs sehenswert macht ist die Tatsache, dass die üblichen Verdächtigen alle auf ihre Art sympathisch sind und sie aufgrund ihrer realen Freundschaft eine angenehme Chemie miteinander haben (nett: kleiner Cameo von Steve Buscemi!). Es macht Spaß zu sehen, wie sie sich gegenseitig im Spaß beleidigen oder sonstwie zoffen, da es real und authentisch wirkt. Es macht aber nun einen Unterschied, ob man Adam Sandlers Urlaubsvideos ins Kino bringt oder sich bemüht, eine unterhaltsame Comedy mit Hand und Fuß zu machen. In diesem Falle ist es, ähnlich wie in "All Inclusive", ebenfalls ein dreist bezahlter Urlaub bekannter Gesichter ohne größere Story, ein mauer Versuch, Comedystar 1+2+3+4+5 in netter Umgebung + Salma Hayeks Oberweite = Geld zu rechnen.

Manch einem wird das reichen, allerdings kommt es halt ganz stark darauf an, inwiefern man die beteiligten Spaßmacher mag. Je mehr man von ihnen sympathisch findet, desto besser, wer aber nur wegen Sandler oder nur wegen James auftaucht, der wird darüber enttäuscht sein, dass beide schon mal soviel besser waren. Hier sitzen sie müde im Campingstuhl und sind Chuck & Larry: Wie Feuer und Feuerlöscher (im Gegensatz zur dort auftretenden Jessica Biel geizt Salma Hayek hier übrigens mit Hautschau). Insgesamt ist "Kindsköpfe" ein Film, den man sich problemlos anschauen kann und den keiner wirklich schlecht nennen könnte, dafür ist alles durchaus kurzweilig genug, aber weder Sandler, noch der aufsteigende nächste Big Star James können sich rühmen, hiermit wirklich Starkes abgeliefert zu haben.

Fazit:
Wären sie mal besser ins Camp Crystal Lake gefahren: Spade, Schneider und Rock winken zutiefst erfreut über ihre gelungene Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, doch Sandler und James ziehen die Mütze tief ins Gesicht und hoffen, dass dieser zwischen ihrem letzten und nächsten schnell in Vergessenheit gerät.

4 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel


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