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Kritik:
Kung Fu Panda 2


von Christian Mester

(2011)


Intro & Handlung:
(- Anmerk. Kritik wird noch neu formatiert-) Nach seinem glorreichen Sieg gegen Tai Lung könnte es Po kaum besser gehen. Er ist der Held seiner kleinen Bergprovinz und mittlerweile ein so versierter Kämpfer, dass er spielend mit räuberischen Gesindel fertig wird. Bei einer neuen Attacke erstarrt er jedoch plötzlich zur Salzsäule, als ein rotes Symbol ein verborgenes Trauma in ihm weckt. Sein Meister, Waschbär Shifu, erkennt Pos Schicksal und rät ihm, endlich zu seinen innerem Frieden zu finden. Der Panda verdusselt dies natürlich und stürzt sich kurz darauf in ein neues wildes Abenteuer, nicht ahnend, dass es ihn geradewegs zu seinen Ursprüngen zurückführen könnte. Der böse Pfau Shen plant abseits, ganz China mit Hilfe neuartiger Kanonen zu erobern. Mit einer Armee aus Wölfen und Gorillas merkt er dabei alsbald, dass ihm das Schicksal eine schier unüberwindbare Hürde in den Weg stellt, den ewig hungrigen Panda Po. Selbstredend wird dieser auch bei diesem Abenteuer von den Furiosen Fünf begleitet. .


Als Kung Fu Panda erstmals die Kino-Dojos der Welt aufsuchte, war der mollige Martial-Arts-Lehrling noch der Underdog seines Jahres. Zwar teuer produziert, hatte die Vorschau des Films den Eindruck eines niedlichen, aber fürchterlich generischen Kinderstreifens erwirkt, der bis auf sein Konzept nichts sonst zu bieten schien. Wer Po jedoch seine Chance gab, der war verblüfft. Technisch astrein umgesetzt, kloppte sich der haarige Kung-Fu-Tollpatsch charmant in die Herzen aller Animationsfans, sowohl kleinen, als auch großen. 2011 kennt nun jeder den Panda, der in Deutschland von Hape Kerkeling gesprochen wird, doch die aktuelle Ausgangslage weckt Erinnerungen. Wieder blickt man auf eine nur schwache Marketing-Kampagne zurück, die in den vergangenen Wochen den Kopf schütteln ließ. Sicher, Po hatte einige lustige Szenen in seinem Trailer und es ward neue Action versprochen, doch vom Aufbau und Look her wuchs die Vermutung, es sei nichts als eine simple Verlängerung. Ein paar neue Gegner und neue Schlamassel für den Bären – es würde theoretisch ja auch schon genügen, sich nicht stärker zu bemühen. Po muss sich also ein zweites Mal beweisen, doch ob der Bambus hält? .


Ein Panda im Rettich Den besten Animationsfilmen gelingt ein schwieriger akrobatischer Akt – sie schaffen einen Spagat und jonglieren dazu. Ein guter Animationsfilm ist primär turbulent und kurzweilig, damit der Hauptzielgruppe der Kinder nie langweilig wird, dann aber auch gefühlvoll und mit einer empfehlenswerten Message unterlegt, die dem ganzen feste Substanz gibt. Gleichzeitig gilt es dabei, nahezu alle Zielgruppen auf einmal anzusprechen, weswegen es nie zu actionreich, zu romantisch, zu zweideutig oder zu verkopft werden darf, um irgendjemanden aus der Familie auszuschließen. Für viele genügt es bereits, wenn in der Fortsetzung wieder die gleichen Figuren vorkommen und sie ihre alten Highlights strikt nachahmen – Madagascar 2 lässt grüßen. In der Hinsicht stellt Kung Fu Panda 2 restlos zufrieden. Po purzelt erneut mit lustigsten Fratzen durchs Gehölz und macht sich mit seinen notorischen Faxen gewohnt albern zum Affen. Seine Welt rund herum ist dieselbe geblieben und es gibt auch vergleichbare Actionszenen, in denen erneut alte Asia-Action-Klassiker referenziert werden. Glücklicherweise zeigt Kung Fu Panda 2 nicht bloß einen von vielen Tagen in Pos Welt, sondern dessen zweites wichtiges Abenteuer im Leben.

Fäuste gegen Pfäue Zu jeder guten Familiengeschichte gehört ein rührender Hintergrund und da greift der zweite Panda überraschend tief in den Sack Reis. Po wird dazu gebracht, ein tragisches Kindheitserlebnis aufzuarbeiten, bei dem er seine Eltern verlor und die seine noch ausstehende Zukunft bitter aussehen lässt. Eine herbe Offenbarung, die in kühlen Rückblicken sehr mitfühlen lässt und in ihrer Drastik überrascht und damit weit mehr als nur Kinder anspricht. Dazu kommt, dass Pos Ziehvater, ein Gänserich, mit Tränen schwillenden Augen stärkste Verlustängste erleiden muss. Emotionen, mit denen Kung Fu Panda 2 ins Schwarze trifft und vor allem in der Auflösung gegen Ende weiche Knie macht. Es ist kein Toy Story 3, ist aber ein ähnlich guter Kloß im Halse. Vor dessen Bösewicht Fatso muss sich der von Kung Fu Panda 2 auch nicht verstecken – Shen, ein ebenso eleganter wie garstiger Pfau mit Welteroberungsplänen, überrascht als einer der bestausgearbeiteten Animationsbösewichte der letzten Jahre. Der Film bemüht sich, ihm eine nachvollziehbare und starke Geschichte zu verleihen, die sein charismatisches Auftreten umso prägnanter macht. Dazu erinnert er in seiner ganzen Präsenz an eine elegante Variante von Star Wars‘ General Grievous.

Keilereien und Kaspereien Jeder Panda hat auch seine schwarzen Stellen, und so bleibt auch Kung Fu Panda 2 trotz vieler Stärken nicht vor Schwächen verschont. Mit rund 90 Minuten hat der Film zwar gewöhnliche Action-Komödien-Lauflänge, wirkt aber wesentlich kürze. Abgesehen von den gelungenen Herzschmerz-Momenten rast die restliche Handlung nur so vorbei, sodass es insgesamt einen sehr kurzweiligen Snack-Charakter bekommt. Zehn, fünfzehn zusätzliche Minuten wären auch dem Rest der Crew sehr zu Gute gekommen, denn obwohl Po und Shen prinzipiell hervorragend charakterisiert sind, kommen Pos Mitstreiter, die Furiosen Fünf, mal wieder zu kurz. Sie machen die Actionszenen abwechslungsreicher, sind überdies aber dies aber mehr oder weniger überflüssig. Hinzu kommt, dass die Actionszenen hin und wieder ins Stolpern geraten – meistens sind es gut gesetzte dynamische Szenen mit vielen lustigen Elementen, doch mitunter wird es etwas zu hibbelig, zu albern, womit er teilweise an einen der schwächeren anderen Animationsfilme des Jahres erinnert: Rio. Positiv ist zu vermerken, dass der 3-D-Effekt gut eingesetzt wird und den Aufpreis ausnahmsweise einmal wirklich lohnt. Die knuffigen Kämpfer werden sehr plastisch und das Format wird größtenteils eher angenehm subtil als aufdringlich plakativ angewandt. .


Fazit:
Hong Kong Pfui? Kung Fu Panda 2 überrascht mit unverhofft guter Handkante. Ein erneut sehr amüsanter Actionspaß, der mit stark ausgearbeiteten Figuren und einer berührenden Hintergrundgeschichte daher kommt. Kein neuer Klassiker, aber fraglos einer der besten Animationsfilme der letzten Jahre.

8 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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