BG Kritik:

Legend


Seit 6 Jahren bei BG. Er hat Geschichte, Soziologie und Anthropologie studiert und ist ebenfalls als Autor tätig.

Legend (UK 2015)
Regisseur: Brian Helgeland
Cast: Tom Hardy, Tom Hardy, Emily Browning

Story:
In den 60er Jahren herrschten die Kray Brüder Reggie und Rony mit strenger Hand über das organisierte Verbrechen in London. Der Film erzählt die wahre Geschichte der beiden ungleichen Zwillingsbrüder.

Tom Hardy und sein Zwillingsbruder Tom Hardy präsentieren ihren ersten gemeinsamen Film, und offenbaren damit einen kleinen Blick in die große Familie der identischen Hardy-Achtlinge.

Hardy war auch Bane in The Dark Knight Rises


Brian Helgeland führte nicht nur Regie, sondern schrieb auch am Drehbuch. Er ist bereits als Autor für „Robin Hood“ (2010), „Green Zone“ (2010) und „Ritter aus Leidenschaft“ (2001) bekannt. Bei letzterem führte er ebenfalls auch die Regie. Heath Ledgers Turniererfolgsgeschichte zeichnete sich besonders durch ungewöhnliche Kamerafahrten, einem ungewöhnlichen Humor für einen Mittelalter-Film und gute Charaktere aus. Diese Einflüsse bemerkt man auch in „Legend“, in dem der begabte Darsteller - zuletzt in The Revenant zu sehen gewesen - in einer Doppelrolle im Fokus steht. Aber reicht es um „Legend“ zur Legende zu erklären? Leider nicht.

Die beiden Kray Brüder könnten unterschiedlicher nicht sein. Ronnie (Tom Hardy) ist kühl und charismatisch. Reggie (ebenfalls Tom Hardy) hingegen ist ein brodelnder Vulkan und seine Geschichte beginnt in einer Nervenheilanstalt. Aber sie herrschen gemeinsam, da man sich Familie bekanntlich ja nicht aussuchen kann. Von vornherein muss man sagen, dass Hardy zwar recht gute Arbeit leistet, beide Rollen überzeugend zu spielen, aber Ronnie gelingt ihm eindeutig besser als Reggie, welcher von Beginn an nur aufgesetzt wirkt. Besonders die Akzente misslingen. Der Film selbst wird aus der Sicht von Ronnies Freundin Frances (Emily Browning) erzählt, welche die Beziehung der beiden Brüder strapaziert. Sie geraten privat, wie auch geschäftlich immer mehr aneinander.

sowie Max in Mad Max: Fury Road


Hardy spielt den Konflikt zwischen beiden recht gut, aber für sich allein überzeugt leider nur Ronnie. Die Illusion, dass beide Zwillinge sind, lässt sich nicht aufrecht erhalten. Man sieht nur Ronnie im Reggiekostüm. Auch die Art und Weise wie Helgeland die offensichtlichen Probleme der gemeinsamen Szenen löst, funktioniert nicht immer fehlerfrei. Zu oft erkennt man den offensichtlichen Einsatz von Computereffekten, animierten Gesichtern oder dass gerade ein Stuntman oder ein Double die Rolle übernommen hat. Natürlich hat man bei einem solchen Projekt immer die Problematik, wie man die gemeinsamen Szenen bewerkstelligen soll aber meist gelingt es die Illusion aufrecht zu erhalten.

Hier jedoch oftmals nicht. Das ist besonders ärgerlich, wenn man bedenkt, dass es mittlerweile sogar Youtuber gibt, die diesem Problem besser Herr werden. Aber es ist nicht alles schlecht. Helgeland kann am Anfang besonders durch seine Bildkompositionen überzeugen. Er setzt lange fortlaufende Szenen ein und komponiert ganze Bilder. Leider fast nur am Anfang. Die restliche Zeit ist solide, aber am Anfang das Auge zu verwöhnen und es am Ende hungern zu lassen, wirkt faul. „Legend“ lebt allein von Hardy. Das Buch, wie auch die Regiearbeit, war solide, aber insgesamt zu wenig. Besonders in der Nachbearbeitung hätte man sich mehr Zeit nehmen sollen.

Fazit:

„Legend“ ist leider kein Stoff, aus dem Legenden sind. Hardy ist gut, aber nicht großartig und die Präsentation des doppelten Lottchens funktioniert leider nicht immer ganz rund. Eindeutig kein schlechter Film, aber er hätte mehr sein können, als er schlussendlich ist.

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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