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Kritik:
Lethal Weapon 1-4


von Christian Mester

Lethal Weapon
(1987 - 1998)
Regisseur: Richard Donner
Cast: Mel Gibson, Danny Glover, Joe Pesci

Story Teil 1:
Als der friedliebende Cop Roger Murtaugh (Danny Glover) eines Tages mit dem weitaus jüngeren Martin Riggs (Mel Gibson) einen neuen Partner bekommt, ahnt er nicht, dass der suizidgefährdete Draufgänger vor nichts zurückschreckt. Zusammen müssen sie einem miesen Heroinschmuggler das Handwerk legen, dessen rechte Hand, Mr. Joshua (Gary Busey) hart wie Kruppstahl ist...

Story Teil 2:
Im zweiten Teil müssen Riggs und Murtaugh einen Kronzeugen (Joe Pesci) beschützen, der ihnen mit seiner fürchterlich hibbeligen Art unentwegt auf den Keks geht. Dieses Mal jagen sie südafrikanische Diplomaten, die meinen, sich aufgrund ihrer politischen Position alles erlauben zu können...

Story Teil 3:
Nachdem mehrere Jugendgangs vermehrt mit ehemaligen Polizeiwaffen gesehen werden, kommen Riggs und Murtaugh einem korrupten Kollegen auf die Spur, der sich in seiner Freizeit als Waffenhändler verdingt...

Story Teil 4:
Sie können es nicht lassen: Obwohl Murtaugh schon wieder kurz vor seiner Pension steht, legen sie sich im vierten mit der chinesischen Triadenmafia an, die ein Vermögen mit Sklavenarbeitern verdient. Attentäter Wah Sing Ku (Jet Li) ist nicht allzu amused, als ihm die beiden alten Cops dreist auf die Schliche kommen...

Kritik Teil 1: Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis
Spricht man über Actionklassiker, dauert es nie lange, bis irgendjemand den Titel Lethal Weapon in den Raum wirft. Kein Wunder, gehört die Reihe mit Mel Gibsons Pudelfrisur doch mit zum dem Besten, was jemals im Kino an Action erschienen ist. Das liegt in erster Linie natürlich am dynamischen Duo infernale Gibson und Glover, die mit ihrer unvergleichlichen Art und Weise Filmgeschichte schrieben. Die beiden spielen sich ihre Bälle fantastisch zu und sorgen mit ihren widersprüchlichen Charakteren andauernd für Lacher, ohne aber je ins Alberne abzudriften. Es macht selbst Spaß, den beiden nur beim Frühstück zuzusehen. Riggs Unberechenbarkeit sorgt zudem ständig dafür, dass man immer wieder herrlich berrascht wird und gespannt ist, was er wohl als nächstes Irres tun wird.

Auch generell setzt der erste Maßstäbe für sein Genre, denn die Action ist knallhart, dadurch intensiv, atemlos und wird bis zum Ende hin gnadenlos weiter gepeitscht. Wenn Riggs am Ende blutüberströmt und klatschnass gegen den zähneknirschenden Mr Joshua kämpft, ist man völlig dabei und hofft inständig, dass es für die Guten gut ausgehen mag. Dass man dabei fast vergisst, dass die Helden hier ohnehin nicht sterben werden und trotzdem mitfiebert, das spricht für eine starkes Drehbuch. Richard Donner inszeniert diesen ersten Teil grandios, mit vielen herausragenden Set Pieces, einer dynamischen, aber stets übersichtlichen Kamera und einem treibendem Soundtrack, der markant ausfällt und zu Recht ein Markenzeichen der Serie werden sollte.

Auch wenn die Zahnfee Gary Busey hier faktisch nur die zweite Geige der Bösen spielt, so ist er eigentlich doch der heimliche Star der anderen Seite und gibt Riggs und Murtaugh genug Saures, um dauerhaft zu unterhalten. Definitiv einer der auffälligeren Filmschurken, so wie die Handlanger aus Stirb Langsam und Alarmstufe Rot.

Kurzum, Lethal Weapon ist einer der besten Actionfilme aller Zeiten.

10 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

Kritik Teil 2: Lethal Weapon 2 - Brennpunkt L.A.
Der zweite Lethal Weapon macht eigentlich alles richtig, was eine Fortsetzung richtig machen kann: er bringt Gegner, die zu noch drastischeren Mitteln greifen und dem Helden damit mehr abverlangen, er vertieft die Partnerschaft der beiden und baut den Humor aus, der schon im ersten erstklassig funktionierte. Casino-Psychopath und Gartenzwerg-Rapper Joe Pesci, der in den nachfolgenden Filmen nur noch zum Running Gag mutieren sollte, bringt als charismatisch nervtötende Zielscheibe zudem eine angenehme Frische mit.

Lethal Weapon 2 zeigt allerdings schon erste leichte Abnutzungserscheinungen, die dann in den weiteren Filmen schwer ins Auge fallen sollten: abgesehen davon, dass es sich ein wenig so anfühlt, als wiederhole sich der erste Teil, nimmt sich die Fortsetzung in kleinen Momenten nicht mehr ganz so ernst. Wenn Murtaugh eine Bombe unter seinem Klo findet, ist das im Zuge der Figuren ungemein lustig, rüttelt aber an dem ernstzunehmenden Fundament, das sich der erste mühsam aufbaute.

Das ganze wird letztendlich aber zum Glück durch ein wirklich starkes, schonungsloses Ende gerettet, das vor allem deswegen gelungen ist, weil es Riggs grundlegenden Charakterzustand zufriedenstellend auflöst. Brennpunkt L.A. ist somit ein wirklich starkes Sequel, das kaum Wünsche offen lässt.

10 / 10

Kritik Teil 3: Lethal Weapon - Die Profis sind zurück
Nachdem der gebrochene Riggs im ersten schon durch Murtaugh wieder halbwegs gefestigt werden konnte, ist er nach der Auflösung seines Traumas im zweiten ein anderer Mensch. Zwar immer noch ein Draufgänger, aber der Mann mit der auskugelbaren Schulter ist offenbar nicht mehr länger so verrückt wie zuvor. Dazu kommt, dass mit Rene Russo als Riggs neue Freundin ein weiteres Standbein in sein Leben rückt, das leider dazu beiträgt, dass er und Lethal Weapon berechenbar werden. Berechenbar ist auch Joe Pesci, der wieder als lustige menschliche Gummiente abnerven darf, was zwar für viele gute Gags sorgt, letztendlich aber auch zeigt, dass den Machern so langsam die Ideen ausgingen und man lieber auf Vertrautes setzte, statt Neues zu wagen.

Im Department Action sieht es derweil wie gewohnt bombig aus, denn Regisseur Donner holt viel aus dem neuen Fall heraus, auch wenn der neue Bösewicht Ex-Cop Jack sicherlich der schwächste der ganzen Reihe ist und auffällt, dass 3 merklich harmloser wirkt als die Vorgänger.
Keine Frage, wegen der gewohnten Gags und tollen Actionszenen ist auch der dritte ein herausragend guter Cop-Actioner.

8 / 10

Kritik: Lethal Weapon 4 - Zwei Profis räumen auf
Elf Jahre ist's her, dass die beiden ungleichen Cops zum ersten Mal aufeinander trafen. Was das bedeutet? Riggs hat erstmals seinen Friseur gewechselt und kommt in die Jahre, weswegen ihm mittlerweile ständig die Puste ausgeht. Leider trifft das teilweise auch auf den vierten Film zu, denn während die ersten drei noch immer knallhart in die Vollen gingen, geht der vierte es insgesamt eher entspannter an.

Nach dem zunächst starken Intro mit einem Iron Man-haften Flammenwerfer-Amokläufer wird das Tempo flugs gedrosselt, denn Riggs und Murtaugh haben neben ihrem (eher langweiligen) Triadenfall ganz andere Sorgen: Riggs Frau ist schwanger und erweitert damit die Schwächen des Vorgängers, während Murtaugh seinen ganz eigenen Bremsklotz abkriegt: Quasselstrippe Chris Rock spielt seinen Schwiegersohn, den er zudem erst für einen verliebten Schwulen hält, und der es darüber hinaus auch noch schafft, den erneut auftauchenden Joe Pesci in seiner Nerv-Routine zu toppen (er sollte Gibson damals übrigens im geplanten LW5 ablösen).

Wer den immer größer werdenden Humor der Teile mochte, wird den vierten wohl lieben da er am meisten davon hat. Es hinterlässt aber insgesamt den Eindruck, als wären sie alle nur noch einmal zusammen gekommen weil die Drehs der Filme so eine Spaß gemacht haben und sich 20 Millionen Dollar Gage überzeugend anhören, nicht aber, weil man das nächste, genau so starke Kapitel der Reihe im Sinn hatte. Tiefpunkt des Films ist ein Besuch beim Zahnarzt, bei dem alle Lachgas einatmen und rumwitzen, scheinbar so, wie die Autoren das Drehbuch schrieben.

Das soll nicht heißen, dass Lethal Weapon 4 ein schlechter Film ist - ganz im Gegenteil, er ist einer der besten Cop-Actioner der letzten Jahre, aber diese Intensität, diese Frisur und dieses bis zum Äußersten gehen, Zähne zusammenbeißen und dann noch darüber hinaus der Vorgänger, fehlt.

7 / 10

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