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Kritik:
Machete Kills


von Michael Herbst

Machete Kills
(2013)
Regisseur: Robert Rodriguez
Cast: Danny Trejo, Sofia Vergara, Mel Gibson, Lady Gaga

Story:
Gerade als Machete (Danny Trejo) nach einer verkorksten Mission gehängt werden soll, erhält er vom Präsidenten persönlich (Charlie Sheen) eine Begnadigung. Er soll den geistig verwirrten Terroristen Mendez (Demián Bichir) aufhalten, der droht, eine Atomrakete auf Washington abzufeuern. Machete nutzt die Gelegenheit, um einem geheimnisvollen maskierten Hintermann (Mel Gibson) nachzuwetzen...

Kritik:
Das Beste an Robert Rodriguez' 70er-Gorefilm-Tribut Planet Terror war der (zu dem Zeitpunkt) reine Fake-Trailer zu einem Film namens Machete, einem trashigen Macho-Actioner mit Narbengesicht und ewigem Nebendarsteller von fiesen Knackis, Danny Trejo, als Machete, Schwert schmeißender Rächer aller ausgebeuteten Gastarbeiter und illegalen Grenzüberschreiter.

Schlecht war er nicht, er hatte sein Tempo und einen ungezügelt witzigen Umgang mit diversen Mexiko-Klischees, aber legitimieren konnte Rodriguez es nur bedingt. Als cooler Actionfilm zu blöd und mit schlechten (Seagal, Lohan, Alba) Darstellern versehen, als Parodie nie lange witzig genug. Man bekam das Gefühl nicht los, dass die Idee des Films witzig schien, der Film selber aber nicht hätte sein müssen. Dementsprechend durfte man den damals beigefügten Trailer zu Machete 2 als reinen Fake-Trailer hoffen - einer hätte genügt. Falsch geschliffen, denn obwohl Machete keine monetär interessanten Grenzen überschritt, reichte es anscheinend für noch einen. 

Weg ist der Ernst, dafür wird es im zweiten Anlauf noch sehr viel realitätsferner. So gibt es einen Spion, der sich ständig wie bei Mission: Impossible Gesichtsmasken herunterreißt, nur abgedrehter. Cuba Gooding jr verwandelt sich in Lady Gaga und die zu Antonio Banderas. Sofia Vergara aus Modern Family schießt mit Minigunbrüsten und dem Penisrevolver aus From Dusk Till Dawn, es gibt Klone und Multi-Gadget-Macheten.

Abgedreht wird es zum Ende hin, wenn Mel Gibson auf Moonraker macht. Er (spoiler) entpuppt sich als wahrer Planer hinter allem und will die Erde auslöschen, um in einer Weltraumbasis eine neue Menschheit zu gründen. Er läuft mit Luchador-Masken und einem Umhang wie Superman herum, fährt mit Luke Skywalkers Hovercraft von Tatooine, bekommt eine Dr Doom Maske auf und lässt später mit Lasern auf Machete feuern. Fast wäre ein kleiner Mini-Mel zu erwarten und ja, man muss zugeben, dass der Gibson, den man zuletzt nicht mehr gern sah, Spaß macht, wenn man ihn mal loslässt.

Hat Rodriguez mit der Wahl zur Fantasy denn richtig gewählt? Das kann man wahrscheinlich erst nach mehrmaligen Sehen so richtig entscheiden, denn das Ergebnis ist gar nicht so leicht zu beurteilen. Beim ersten Mal beschäftigen einem unentwegt die ganzen verrückten Ideen, die sehr unausgeglichen ausfallen und von der Grundhandlung ablenken. Der Lady Gaga Spion oder die nervend kreischende Vergara mit ihrer Sippschaft leicht bekleideter Killerinnen ist beispielsweise außerordentlich schlecht. Machete bekommt aber einige witzige neue Kills und auch Demian Bichir als Tyrann mit Persönlichkeitsspaltung kann die ansonsten schlechte Handlung zeitweise aufheitern. Die neuen Darsteller sind ziemlich genau wie die im ersten Film, dh, hauptsächlich nicht gut. Ehrlich erwähnenswert ist eventuell Marko Zaror, ein chilenischer Kampfsportler, der recht cool erscheint. Über Trejo selbst lässt sich nichts sagen, da er steinern den gleichen Ausdruck beibehält. Mehr kann er sicher nicht, aber zu kritisieren ist Rodriguez, der das zu selten für humorvolle Szenen einsetzt. Obwohl der Film weniger ernst ist als der erste Teil, ist dieses Mal in der ersten Hälfte weniger Tempo und Rhythmus drin. Der Schnitt ist schwach und viele der Actionszenen erscheinen ungelenk zufällig eingeschmissen. Es zieht sich, bis Mel Gibson endlich auftaucht und es sehr bizarr wird, dann vielleicht zu schnell zu sehr. Insgesamt macht es fast den Eindruck, als seien die erste und zweite Hälfte zwei unterschiedliche Filme. Die erste Hälfte ein mäßig zweiter Machete, die zweite ein Youtube-Spaßvideo oder ein langer, gelungener Werbespot in Spielfilmlänge. Alles außerhalb von Mel Gibsons Geheimstation fällt schwach aus, alles darin schon sehr viel besser. nur ist es dann schon relativ spät.

Nein Trailer im Abspann, Machete 3 brauchen wir nicht, nicht einmal wenn Leonardo DiCaprio wie versprochen mitspielen sollte.

Fazit:
Wer bei dem Gedanken an Sheen als US Präsidenten jubelnd loslacht, kann vielleicht froh mit Machete 2 werden, passt doch vieles im Film unterhaltungstechnisch zwischen die Sheen Scary Movies. Abgesehen von dem Unterhaltungswert Gibsons als neuer Dr. Evil und wenigen amüsanten Kills killt Machete Kills aber vor allem eins: alle Zweifel daran, dass Robert Rodriguez dringend was anderes machen sollte.

3 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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