BG Kritik:

Maggie


Hat BG vor 10 Jahren gegründet und seither eine Menge neuer Filme gesehen. War als Redakteur für GameStar und Gameswelt tätig.

Maggie (US 2015)
Regisseur: Henry Hobson
Cast: Arnold Schwarzenegger, Abigail Breslin

Story: In einer zombieverseuchten Zukunft wird Maggie, die Tochter des Farmers Wade, von einem Untoten gebissen und infiziert. Was folgt, ist ein langsames Sterben, das unweigerlich in einer Verwandlung in eine Untote enden muss. Wade wappnet sich für das Schlimmste…

Me and Schwarzenegger and the Dying Girl.

Hat nichts mit dem Suppengewürz Maggi zu tun


Bevor falsche Vermutungen aufkommen: Maggie ist kein The Walking Dead oder Dawn of the Dead mit Arnold Schwarzenegger in einer Hauptrolle. Es gibt keine einzige Actionszene, beinahe keine Auseinandersetzungen mit Zombies, und Arnold ist nicht sein typisches Selbst, das Sprüche klopfend Zombies ummäht. Stattdessen ist der Film insgeheim ein Krankendrama, bei dem eine Familie mit der Tatsache klarkommen muss, dass ihre Tochter plötzlich unheilbar erkrankt ist.

Als solches Drama ist es durchaus gelungen. Mit viel Gefühl inszeniert Regisseur Henry Hobson die wachsende Einsicht des Mädchens, das trotz der apokalyptischen Zustände eigentlich ein normales Leben führen wollte, eins mit gleichaltrigen Freundinnen und ersten Liebschaften. Dass die Welt wie bei The Walking Dead ausschaut, wird hier zum poetischen Hintergrund ihres zum Tode verdammten Lebens.

Nicht ohne meine Tochter


Da Maggie aber nicht bloß fiebernd im Bett liegt, droht Gefahr an jeder Ecke. Jederzeit könnte sie sich verwandeln und angreifen, wen auch immer sie gerade um sich hat. Da Wade noch weitere Familie hat, muss er auch diese schützen, und als Nachbarn davon Wind kriegen, dass Wades Tochter eine tickende Zeitbombe ist, setzt man Wade unter Druck, sie in eine Art Exil abzuschieben.

Maggie ist ein sehr ruhiger, kleiner Film, in dem Schwarzenegger zum vielleicht ersten Mal in seiner Laufbahn schauspielerisch subtil werden muss, und es gelingt ihm gut. Mit starker Mimik zeigt er, was in ihm rumort, und das aus reifer Sicht, während Abigail Breslins Figur stets gefasster sein will als sie ist, aber immer wieder in Schmerz und Trauer verfällt. Die in jungen Jahren Oscar nominierte spielt gut und macht es leicht, Mitleid für sie zu empfinden. Hobsons Film ist insgesamt sehr stimmig inszeniert und hat einige starke Motive, etwa wenn Schwarzenegger verzweifelt die Randbereiche seiner Farm patrouilliert, um Zombies und gefährliche Nachbarn gleichermaßen in Schach zu halten, jederzeit bereit, sein Leben für seine Familie zu geben. Was den Film jedoch von Höherem fernhält, ist seine Einfachheit und Tristesse. Maggie ist ein recht deprimierender Film, der seine Tragik zum Glück nie theatralisch werden lässt, in seiner Einfachheit auf Dauer aber doch auch ein wenig sehr an den Nerven zerrt. Die schwierigen moralischen Fragen münden in nichts großem, und Hobson macht überdies keine Versuche, vom Absehbaren abzulenken.

Fazit:

Mit dem sensiblen Krankendrama Maggie bewirbt sich Schwarzenegger mit Erfolg als ernster Darsteller, und es fällt leicht, mit den Charakteren und ihren schwierigen Entscheidungen mitzufühlen. Schade ist, dass der Film seinen Coming-of-Age Aspekt nicht abwechslungsreicher fassen kann, und die merkliche Zurückhaltung bei sämtlichen Konflikten nicht anders ausgeglichen wird. Ein kompetentes, aber etwas dröges Werk.

5,5 / 10
10 - Meisterwerk // 8-9 - sehr gut // 6-7 - gut // 5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend // 0-2 - gar nicht mal so gut

Dir gefällt BG? Unterstütz uns mit einem Klick auf

> Lies alle Meinungen zum Film! (226)

bereitsgesehen.de - Lass uns über Filme sprechen! - Home - Kritiken - Community - Specials - Impressum
Copyright 2017 bereitsgesehen.de, alle Rechte vorbehalten
bereitsgesehen.de ist nicht für die Inhalte verlinkter Websites verantwortlich