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Kritik:
Malavita - The Family


von Daniel Schmitt

THE FAMILY
(2013)
Regie: Luc Besson
Cast: Robert De Niro, Michelle Pfeiffer, Tommy Lee Jones, Dianna Agron, John D'Leon

Story:
Die Manzoni Familie, einst festes Bestandteil der Mafia, landet im Zeugenschutzprogramm und soll ein neues Leben in Frankreich beginnen. Leider können sie ihre alten Gewohnheiten nicht sein lassen und werden von alten Bekannten heimgesucht.

Kritik:
"Malavita" ist ein Synonym für "Mafia“und bedeutet soviel wie "Unterwelt" oder "Halbwelt" und das ist auch Programm, denn während die Familie im Film ihre eigene Unterwelt in dem kleinen, verschlafenen französischen Ort erschafft, macht Luc Besson nur halbe Sachen und präsentiert uns einen Film, der nicht komplett wirken will und sich für kein Genre entscheiden kann. 

„Malavita – The Family“ ist die Verfilmung des Buches „Malavita – Eine Mafia Komödie“ des französischer Roman- und Drehbuchautors Tonino Benacquista. Niemand geringeres als Luc Besson (Leon – Der Profi, The Transporter) nimmt sich der Mafia und Gangsterthematik an und zeigt wiedermal, dass er im Genre zwar daheim ist, aber auch, dass er zur Fast Food Verfilmung neigt. Sein Hauptdarsteller und Kinomafiosi Robert De Niro (Casino, GoodFellas) ist, was das betrifft, ja kein Deut besser und ebenfalls dabei. De Niro ist einer der großen des Filmbusiness und verleiht jeder Rolle eine gewisse Würde. Er ist mit der Rolle des kaltblütigen aber auch emotional greifbaren Gangsters bekannt geworden. Umso verständlicher ist es, dass Luc Besson ihn für die Rolle des alternden Mafiosi und Familienvater Fred Blake, früher Giovanni Manzoni, haben wollte. De Niro, der seit Jahren nicht wagt, sich von dieser Art Rollen wegzubewegen, bereitet die Rolle sichtlich Freude und leistet solide Arbeit, aber es ist nun mal Standard De Niro, was man positiv wie auch negativ sehen kann. Er entwickelt sich nicht weiter und wird es womöglich auch nie. Michelle Pfeiffer (Scarface, Dark Shadows) sieht man hier nicht in Topform, aber zugegeben, das muss sie auch nicht sein. Man teilt eine gewisse Schadenfreude, wenn sie als Maggie Blake einfach mal einen kleinen Supermarkt in die Luft sprengt, da sie dem unhöflichen Kassierer eins auswischen will. Alles zum Leidwesen von Tommy Lee Jones (No Country for Old Men, Men in Black), der als Aufpasser für den Schutz und die sichere Unterbringung der Familie Blake zuständig ist. Dabei gilt es nicht nur die Blakes zu schützen, sondern auch die Bevölkerung um sie herum. Tommy Lee Jones Leistung ist, wie die von Pfeiffer, hier nur als durchschnittlich zu bezeichnen. Er besitzt nur eine handvoll Gesichtsausdrücke, vermag es aber mit diesen alles auszudrücken. Hier gibt es weder etwas zu beanstanden, noch zu loben.

Besser sieht es jedoch auf der Front der Nebendarsteller aus. Dianna Agron (I am Number 4, Glee) als Belle Blake hat eindeutig den Hang ihres Vaters zur Gewalt geerbt, den sie so oft sie nur kann auch zeigt. Leider verliert ihr Charakter jede Würze, als man übereilt versucht ihre Figur mir einer Liebesgeschichte zu ergänzen. John D'Leo hat wiederum das Organisationstalent und schafft es innerhalb einer Woche sein eigenes Schulhofsyndikat aufzubauen. Die beiden jungen Darsteller sind charismatisch und man schaut ihnen gerne zu, besonders als ihr Treiben Folgen hat und sie das frühere Leben ihres Vaters einholt, denn dann muss die ganze Familie mit anpacken und der gesamte Film wird zu einem anderen. Das frühere Leben besteht hauptsächlich aus der aktuellen Riege Italo-Amerikanischer Schauspieler, welche gekleidet sind als wären sie gerade aus dem Film „GoodFellas“ entsprungen. Vincent Pastore, bekannt aus der Kultserie „The Sopranos“ und Anthony Desio (Kick-Ass) sind darunter, um auch mal zwei genannt zu haben, denn die anderen sind absolut austauschbar. 

Luc Bessons Regiearbeit ist technisch weitgehend solide, er hat nur gehörige Probleme was die Geschwindigkeit und den Ton des Films angeht, was auch Schuld des Drehbuchs ist. Der Film benötigt zwar nicht lange, um in Fahrt zu kommen, tritt aber mittendrin für kurze Zeit auf die Bremse, nur um gleich durchs Ziel zu rauschen, sobald es spannend wird. Das Finale ist zudem berechenbar und es fließt eine übertriebene Menge an Bolognese. Besson war sich wohl nicht sicher wie sein Film aussehen soll, denn er enthält sichtliche Spuren einer Komödie, besitzt aber auch Drama Elemente und verkommt am Ende zum knallharten Gangsterfilm. Das Gesamtkonzept möchte einfach nicht zusammenpassen. „Malavita“ ist fernab davon „al dente“ zu sein. Der Film springt im Ton, wirkt insgesamt einfach überstürzt, zu oberflächlich und besitzt nicht den Willen ins Detail zu gehen oder sich für ein Genre zu entscheiden. Als hätte man versucht strickt das Buch zu verfilmen, anstatt den Inhalt des Buchs in einen funktionierend Film zu übertragen. Luc Besson konnte das mal besser.

Fazit:
Kein Angebot das man ablehnen sollte, man muss es aber auch nicht annehmen. Luc Bessons neustes Werk ist für einige Lacher gut und lebt von seinen Schauspielern, wirkt aber insgesamt unfertig und überstürzt.

5,5 / 10

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