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Kritik:
Mama


von Daniel Schmitt

MAMA
(2013)
Regisseur: Andrés Muschietti
Cast: Jessica Chastain, Nikolaj Coster-Waldau, Daniel Kash, Megan Charpentier

Story:
Nach dem Verschwinden seiner beiden Nichten setzt Lucas (Nikolaj Coster-Waldau) alles daran sie zu finden. Als sie dann fünf Jahre später einsam und verwildert entdeckt werden, nehmen er und seine Lebensgefährtin Annabel (Jessica Chastain) die Kinder bei sich auf. Doch waren die Kinder wirklich alleine?

Kritik:
Im Jahre 2008 produzierte der Argentinier Andrés Muschietti den erfolgreichen Horrorkurzfilm "Mamá", in welchem es um zwei Kinder geht, die vor ihrer geisterhaften Mutter fliehen. Guillermo del Toro (Pan's Labyrinth, Hellboy), gefiel der Film und half Muschietti zu einer Kinofassung, zwar nicht als Mutter, aber als ausführender Produzent. Die Eltern des Projekts blieben Andrés Muschietti und seine Schwester Bárbara. Während er Regie führte und sie als Produzent tätig war, schrieben sie zusammen mit Neil Cross, bekannt durch die BBC Serien "Luther" und "Dr.Who", am Drehbuch.

Die Hauptrolle der Oscar nominierten Jessica Chastain (Zero Dark Thirty, The Help) ist schnell erklärt. Eine junge Musikerin, die sich mehr für ihre Band interessiert als für ihre Familienplanung, muss sich mit zwei, wortwörtlich wilden, Problemkindern herumschlagen und plötzlich deren Mutter spielen. Chastain ist der Rolle eindeutig gewachsen, leider bald aber gezwungen, in die für Horror übliche, klischeehafte Schreierei zu verfallen. Chastain überlässt das Feld weitgehend ihren jungen Kolleginnen, Megan Charpentier und Isabelle Nélisse, welche als Wolfskinder und auch Leidtragende in dieser Geschichte wunderbar agieren und zu schockieren verstehen, wobei Charpentier besonders heraussticht. Die männliche Rolle und der eigentliche Verwandte der Kinder, Nikolaj Coster-Waldau, bekannt aus der Erfolgsserie "Game of Thrones", hält sich trotz Doppelrolle im Hintergrund. Man kommt nie von dem Gedanken weg, dass er nur ein Mittel zum Zweck ist, um den eigentlichen Film in Gang zu bringen und von den Frauen nur mitgetragen wird. Dabei wirft seine Rolle Fragen auf, die nie beantwortet werden.

Optisch ist der Einfluss von del Toro nicht abzustreiten und man fühlt sich mehr als einmal an Pan's Labyrinth erinnert. Es wird eine beklemmende Atmosphäre kreiert, die es durchaus versteht, Spannung zu erzeugen. Der Horror wirkt hier jedes Mal am besten, wird er geschickt angedeutet. Unverständlich ist es daher, diese Momente zu unterbrechen und die Spannung regelmäßig zunichte zu machen, um Erlebnissen der Nebenfiguren zu folgen, die zwar an der Geschichte hängen, aber weder interessant, noch gut durchdacht sind.

Was wäre Horror ohne Schockmomente? Eine Innovation oder langweilig? "Mama" geizt nicht mit Schockmomenten, doch obwohl man diese teilweise vorhersieht, funktionieren sie meistens. Leider verkommt der Schockeffekt auf Dauer zum CGI-Fest und wird zur weniger effektiven Routine. Hinzu kommt, dass die Charaktere oft realitätsfremd agieren und eher zum Schrecken hin als davor weg laufen. In dem Sinne ist der Film nicht innovativ oder besonders logisch. Ganz im Gegenteil, man bedient sich der klassischen Vorgehensweise, der einsamen Heldin gegen das Unheil, was man trotz allem als gelungen umgesetzt bezeichnen könnte.

Fazit:
"Mama" ist ein Horrorfilm, dem man den Einfluss von Del Toro in Bild und Ton anmerkt, der aber leider schnell in übliche Klischees verfällt. Er ist kein Meilenstein, für Genrefans aber eindeutig eine Empfehlung.

5,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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