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Kritik:
Manche mögen's heiß


von Christian Westhus

Some like it hot
(2009)
Regie: Billy Wilder
Darsteller: Marilyn Monroe, Jack Lemmon

Story:
Weil sie von Gangstern gejagt werden, bleibt zwei befreundeten Musikern nichts anderes übrig, als sich inmitten einer Band zu verstecken - das Problem? Es ist eine reine Frauenband, also müssen sie sich verkleiden, was seine ganz eigenen Probleme mit sich bringt....

Kritik:
Die perfekte Komödie. Billy Wilders legendären Kultfilm „Some like it hot“ kann man auch nach mittlerweile 50 Jahren noch vollends genießen, weil er im besten Sinne ‚altmodisch’, aber keineswegs ‚veraltet’ ist. Es ist die perfekte Komödie, weil hier Gags, Handlung, Figuren und filmische Umsetzung eine einzigartig hochwertige Gesamtwirkung erzielen. Die abstruse, aber leichtfüßige und wendungsreiche Story verhält sich zunächst fast realistisch, setzt die Mafia recht ernst ins Bild und schlägt mit einem nachvollziehbaren Figurenursprung Funken, die ein wahres Feuerwerk auslösen.

Der ewig sympathische Jack Lemmon und ein wunderbar aufgelegter Tony Curtis sind mit einer überbordenden Spielfreude dabei, die jeden Hauch von Skepsis einfach wegbläst. Mit ihnen stürzt man sich Hals über Kopf in schrille Verstrickungen, die natürlich konstruiert sind, aber durch Billy Wilders meisterliche Hand, durch die Darsteller, durch ein erstklassiges Drehbuch und eine tolle visuelle Umsetzung nur zu gerne akzeptiert werden.

Schon bei der Zugfahrt bleibt unter Garantie kein Auge trocken. Auch wenn Humor immer ein höchst subjektives Geschäft ist und Geschlechtertausch – der auch damals keine grundlegend neue Filmidee war - gerne mit Klischees zusammenhängt, so muss man einfach gesehen haben, wie die äußerlich braven Musikantinnen im Zugabteil zwischen Fluren, Toiletten und Hochbetten eine alkoholgetränkte Fete schmeißen, mit den beiden verkleideten Jungs mittendrin. Das hat Tempo, sprüht vor Ideen und bietet bisweilen schlüpfrigen Wortwitz und natürlich herrlichen Slapstick. Ja sogar die deutsche Synchrofassung überzeugt.

Das Geniale ist, dass der Film diesen Level halten kann und dennoch eine grandiose Geschichte erzählt und die Figuren ernst nimmt. Die Liebesverstrickungen mit Daphne, Josephine, Sugar und Millionär Osgood kreieren ein herrliches Chaos aus Charaden, Lügen und Täuschungen. Als dann auch noch die Mafia im Hotel erscheint, ist das Chaos komplett. Die Gagdichte ist enorm und die meisten zünden auch heute noch und ansonsten reißt das Spiel der Hauptdarsteller und die Handlung schon genug mit.

Und in all dem Trouble, unter all den Gags und Slapstickszenen, versteckt sich klar und clever eine vielschichtige Geschichte, die klug mit Geschlechter- und Rollenklischees umgeht, die fein seziert, wie Mann und Frau in der Gesellschaft zueinander stehen und wie verkompliziert dieses Zusammenleben doch manchmal gemacht wird, wo es doch so einfach sein kann. Auch wenn 50 Jahre vergangen sind; wie Curtis der Monroe als vermeintlicher Millionär erklärt, er könne keine echten Gefühle aufbringen, nur um sie ‚näher kennen zu lernen’, ist noch heute ebenso spaßig wie hintersinnig und der geniale, augenzwinkernde Abschlussdialog bringt mehr über die Figuren, über Männer und Frauen auf den Punkt, als manch ernsthafter Film. Und „Some like it hot“ ist eine Komödie und daher die perfekte Komödie.

Fazit:
Witze ohne Ende, wortgewandte und pointierte Dialoge, schriller Slapstick und glänzend aufgelegte Darsteller in einer cleveren, sich mehrfach überschlagenden Story um Täuschung, Liebe und Geschlechter. Inszeniert von einem der größten Meister des Kinos.

10 / 10 

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