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Kritik:
Man of Steel


von Daniel Schmitt

MAN OF STEEL
(2013)
Regisseur: Zack Snyder
Cast: Henry Cavill, Amy Adams, Michael Shannon

Story:
Um ihn vor dem Untergang seines Planeten zu bewahren, wird das Baby Kal-El von seinen Eltern auf die Erde geschickt, um bei den Menschen aufzuwachsen. Als Jahre später weitere Überlebende seines Volkes die Erde erreichen, ist er gezwungen sich mit seiner Herkunft auseinanderzusetzen.

Kritik:
Was haben Superman und Donald Duck gemeinsam? Beide sind wahrscheinlich die bekanntesten und erfolgreichsten Comicfiguren aller Zeiten. Was diese beiden allerdings nicht gemein haben, ist ihre Neuverfilmung von Christopher Nolan und Zack Snyder. Zugegeben, es wäre interessant Donald Duck in einem Zack Snyder Film zu sehen, aber jetzt darf man sich erst mal mit „Man of Steel“ begnügen. Oder nicht? Ist der Mann aus Stahl seine 225 Millionen Produktionskosten wert oder kassiert man lieber gleich, den Preis für neunzig Kilo Altmetall?

Der Planet Krypton stirbt. Als höchster Wissenschaftler seines Volkes, ist diese Tatsache Jor-El, gespielt von Russel Crowe (Gladiator, Robin Hood) bewusst und versucht seine Regierung davon zu überzeugen, das es um die Rettung der gesamten Rasse geht. Dasselbe Ziel hat Michael Shannon als Zod (Take Shelter, Boardwalk Empire), der höchste General der Kryptonier, jedoch sucht er die Lösung in einem Staatsstreich, welcher misslingt. Gezwungen zu handeln, schickt Jor-El die letzte Hoffnung seines Volkes, zusammen mit seinem Sohn als Baby zur Erde, auf das er irgendwann die Brücke zwischen Krypton und den Menschen sein kann. Doch Zod schwört Rache.

Christopher Nolan und David Goyer die Begründer und Schriftführer der Batman Triologie, erfinden das Rad nicht neu und bleiben größtenteils bei der originalen Herkunftsgeschichte Supermans. Was allerdings eine gelungene Abwechslung zu vergangenen Verfilmungen darstellt, ist die Tatsache das sie ungewöhnlich lange auf Krypton verweilen, was Supermans Herkunft wesentlich mehr Gewicht verleiht, den schließlich dreht es sich in „Man of Steel“ um den Ursprung des Superhelden. Geboren als auf einem fremden Planeten der zerfiel, aufgezogen auf der Erde, auf einem Bauernhof der gedeiht. Stärker könnte der Kontrast nicht sein. Nach der Ankunft auf der Erde erfolgt ein Zeitsprung zum Leben des Clark Kent verkörpert von Henry Cavill (Krieg der Götter, Die Tudors). Angetrieben von dem Wunsch seiner Pflegeeltern Kevin Costner (Robin Hood, Postman) und Diane Lane (Jumper, Der Sturm), den Grund für sein Dasein auf der Erde zu finden, reist Clark durch die Welt auf der Suche nach Antworten, dabei hilft er Menschen wo er nur kann, was die Aufmerksamkeit der Reporterin Lois Lane weckt, welche mit Amy Adams (The Fighter, Der Krieg des Charlie Wilson) besetzt wurde. Es entsteht ein kurzes Katz und Maus Spiel zwischen Clark und ihr, welches sich schnell auflöst, als General Zod seinen Weg zur Erde findet.

Cavill und Fisher erfüllen dabei ihre Aufgaben zufriedenstellend, allerdings bemerkt man wie flach die Hauptcharaktere im Laufe des Filmes wirklich bleiben. Wo Fisher sichtlich mehr kann aber zu wenig Chancen erhält, es in ihrer Rolle zu beweisen, so kämpft Cavill mit seinen eigenen Fähigkeiten. Clark ist ein verwirrter Mann, welcher sich mit den Fragen des Leben auseinandersetzt die sich jeder mal stellt, wer bin ich? Und wo gehe ich hin? Leider geht der Film auf die emotionale Achterbahn, die eine solche Suche mit sich bringt, überhaupt nicht ein und stellt den Zuschauer recht schnell vor vollendete Tatsachen. Bei der finalen Frage für welche Heimat sich Clark schließlich entscheidet, schafft es Cavill nicht vollends, die notwendige emotionale Leistung aufzubringen und enttäuscht, wenn auch auf hohem Niveau.

Während die erste Hälfte des Films die Handlung durch Rückblenden erzählt, die Geburt von Ka-Els, das Heranwachsen zu Clark Kent und schlussendlich die Entstehung Supermans zeigt, so werden in der zweiten Hälfte die Hunde des Krieges in Form von Zods Armee entfesselt. Michael Shannon als Zod ist dabei kein Heath Ledger als Joker (Dark Knight) und kein Benedict Cumberbatch als John Harrison (Star Trek Into Darkness) aber er darf sich trotzdem zu den besseren Bösewichten der letzten Jahre einordnen. Wo allerdings seine Motivation zur Rettung seines Volkes verständlich ist, bleibt der Begründung für die Wahl seiner Methoden auf der Strecke. Zod bleibt zu kalt, zu unnahbar. Es fehlt die persönliche Note die ihn definiert und erklärt. Ein Problem, welches seine Untergebene, die deutsche Schauspielerin Antje Traue (Pandorum, 5 Days of War) als Faora-Ul teilt.

In Windeseile verliert sich dann jeglicher Dialog, in nicht enden wollendem Kampf. Hier darf nun Regisseur Zack Snyder (300, Sin City) endlich beweisen was er kann und inszeniert packende Duelle und bombastische Schlachten, welche zeigen, was geschieht, wenn unzerstörbare Lebewesen in einer zerstörbaren Welt bis aufs Blut gegeneinander kämpfen. Einstürzende Gebäude, fliegen Autos, Explosionen überall wo man hinsieht. Wenn auch die Kämpfe und die Action auf höchstem Niveau zeigen, was technisch möglich ist und tatsächlich nicht langweilig werden, so ist die scheinbar unbesiegbare Armee recht schnell geschlagen. Die Lösungen liegen zu deutlich auf der Hand. Die Situationen werden zu rasch geklärt. Obwohl die ersten Hälfte des Films sich Zeit nimmt und trotzdem zu kurz scheint so, fühlt sich das Finale, zwar überschaubar aber überstürzt an. Überraschenderweise, schafft es der Film trotzdem in sich stimmig zu wirken und auf jeder Ebene zu unterhalten. Eigenschaften, die eigentlich für einen guten Film sprechen.

Besonders zu erwähnen ist noch der Soundtrack von Hans Zimmer (Gladiator, Fluch der Karibik), laute Trommeln und ein hörbares Theme, untermalen die Entstehung des Mannes aus Stahl auf würdige und angemessene Weise. Ob es der Filmmusik von John Williams, dem Komponisten der klassischen Superman Filme mit Christopher Reeve, ebenbürtig ist, wird die Zeit zeigen.

Fazit:
Teuer besetzte Superhelden Verfilmung von den Autoren der „Dark Knight“ Trilogie, welche zwar Schwächen aufweist aber trotzdem zum einem der besten Vertreter seines Genres gehört. Der „Man of Steel“ gehört nicht zum alten Eisen und ist nicht nur für Fans interessant, sondern für jeden der gutes Actionkino mit einer soliden Geschichte sehen möchte. Kein Altmetall, sondern eindeutig verwendbar. Eine klare Empfehlung!

8 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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