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Kritik:
Mission Impossible


von Christian Mester

Mission: Impossible
(1996)
Regisseur: Brian de Palma
Cast: Tom Cruise, Jon Voight, Jean Reno

Story:
Bei einem Einsatz in Prag sieht Geheimagent Ethan Hunt sein ganzes Team umkommen – und da er als einziger überlebt, wird er prompt als Verräter gejagt. Um seine Unschuld zu beweisen und den wahren Drahtzieher zu finden, muss er daraufhin das Vertrauen eines gut informierten Waffenhändlers gewinnen. Der allerdings verlangt, dass Hunt in das CIA Hauptquartier einbricht…

Kritik:
Vor 19 Jahren, 1996. Das Jahr von Michael Bays The Rock, Schwarzeneggers Eraser und Independence Day. Tom Cruise hatte sich zuvor erst eine kleine Auszeit genommen, hatte gerade Die Firma und Interview mit einem Vampir gemacht. Mit Mission Impossible vom Regisseur von Scarface und The Untouchables meldete er sich nun dezent zurück, und seit Top Gun 1986 war es gerade mal sein zweiter Actionfilm überhaupt. Wer hätte denn gedacht, dass der gefühlt 1,50 große Dramenstar anschließend hauptsächlich Actiondarsteller werden würde, mit mindestens vier weiteren Mission Sequels? GoldenEye war erst ein Jahr vorher angelaufen, der vielleicht beste Film der beliebtesten aller Agentenreihen. Wieso sich ausgerechnet damit messen wollen? Selbst Vin Diesels XXX wartete schließlich noch ein paar Jahre.

Der Erfolg und die Langlebigkeit der Impossible Missions Force Reihe ist, gemessen an diesem beeindruckenden Erstling, mehr als verdient. Der erste Film bekam zwar jede Menge Kritik dafür, dass das aus der Fernsehserie teambasierte Unterfangen zu einer Einzelgängeraktion reduziert wurde – mit kleinem Zutun von Ving Rhames als grantiger Hacker Luther – doch kann man es dem Team Cruise/de Palma wirklich nicht verübeln. Im Gegensatz zur Bond Reihe drehte sich bei Mission Impossible von Anfang an alles weniger um Stil, Frauen und tödliche Tänze. Spektakuläre Einbruchsaktionen, das Meistern lebensmüder Ausnahmegefahren und die trick- und gadgetreiche Spionagearbeit sorgten dafür, dass Cruise nicht einfach zum Bond anderer Nationalität wurde. Es gab genug, das ihn von Englands Nummer 1 differenzierte.

Im amerikanischen Gegenschlag ist trotzdem alles auf höchstem Niveau. Mit meisterhaft inszenierter Hochspannung folgt man dem zu 120% motivierten Cruise durch die aufregende Unterwelt der Geheimdienste. Viele gelungende Wendungen drehen das Blatt immer mal wieder, und man ist sich stets darüber im Klaren, dass hier große Kompetenzen gegeneinander antreten. Jean Reno und Jon Voight erweisen sich trotz weniger Szenen als starke Nebendarsteller, und wer aufpasst, kann gar Charlie Sheens Bruder Emilio Estevez erspähen. De Palmas Regie ist schier großartig, passend den Anspruch eines stattlichen Spionagethrillers mit der Leichtigkeit eines Sommerblockbusters jonglierend, und obwohl die Actionszenen des Films bis auf eine höchst akrobatische Auseinandersetzung auf einem Hochgeschwindigkeitszug nicht sonderlich ausschweifend ausfallen, hat man nie das Gefühl, dass es zu wenig ist.

Ein wenig erinnert das ganze Geschehen an die Harrison Ford / Tom Clancy‘s Jack Ryan Filme aus den späten 80ern, vor allem in seiner durchaus erwachsenen Mentalität.Verglichen mit dem damaligen Bro-Kino wie Eraser und The Rock setzte der erste Mission kaum auf Coolness, überzogene Onelinern oder aktuelle Musik. Ach ja, Fun fact: zwei der Mitglieder von U2 haben die Titelmusik von GoldenEye komponiert. Die Titelmusik von Mission Impossible gabs schon von der ursprünglichen Fernsehserie her, aber die beiden anderen Bandmitglieder von U2 haben diese hier überarbeitet. Also haben U2 an den beiden besten Agentenfilme der 90er mitgewirkt.

Fazit:
Der erste Mission Impossible gehört zweifelsohne zu den gelungensten Actionthrillern der 90er Jahre. GoldenEye hatte bereits stark vorgelegt, doch das amerikanische Pendant brauchte sich gewiss nicht zu verstecken. Unvergessen ist der berühmte Einbruch ins CIA Hauptquartier, und auch der Rest ist großartiges Action-Agentenkino bester Unterhaltung.

9 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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