hauptseite  |  kritiken |  news |  trailer showroom |  jetzt im kino  |  community  |  impressum



 

 

Kritik:
Mission Impossible 2


von Christian Mester

Mission: Impossible 2
(2000)
Regisseur: John Woo
Cast: Tom Cruise, Thandie Newton, Dougray Scott

Story:
Als ein ehemaliger IMF Agent zum Terrorist wird und plant, eine künstlich geschaffene Krankheit zu verbreiten um anschließend am Heilmittel zu profitieren, muss Ethan Hunt zu Tauben, Sonnenbrille, Lederjacke, Motorrad, Metallica und Limp Bizkit greifen...

Kritik:
Vier Jahre nach seinem Achtungsdebüt kehrte Cruise als Hunt zurück, allerdings gänzlich verändert. Unter der Regie des chinesischen Actiongotts John Woo (Hard Boiled, Im Körper des Feindes) war nun alles anders. Weg mit dem konservativen weißen Hemd und der ordentlichen Kurzfrisur: der neue Hunt war nun ein langhaariger Captain Coolness, der in seiner Adrenalinjunkie-Freizeit Freeclimbing betrieb und Probleme nun lieber mit Knarren statt Köpfen löst.
Mission Impossible 2 war damals sehr erfolgreich, stieß aber mit seinem starken Stilwandel auf viele kritische Stimmen. Nachdem sich der erste als recht reifer Spionagethriller präsentiert hatte, war MI2 plötzlich reinstes Amerika-Actionkino für Jugendliche, mit angesagter MTV Musik und Explosionen und Kämpfen bis zum Abwinken. Wenn man solche Filme kein Stück mag, muss der zweite wohl impossible zu schauen sein, aber wenn man nur ein bisschen Faible für B-Movie Action hat, dann muss man auch diesen mögen.

Woo, der mittlerweile leider nichts Nennenswertes mehr macht, zog 2000 alle Register mit zwar leicht albernen, aber außerordentlich unterhaltsamen Actionszenen, die Spaß machen ohne zu abgehoben zu werden. Bemerkenswert ist unter anderem ein Bungeesprung in ein schwer bewachtes Hochhaus, und der lange Showdown mit großartiger Motorradjagd weiß auch heute noch zu überzeugen. Weitere B-Note findet sich im Bösewicht. Dougray Scott, der übrigens die erste X-Men Wahl für Wolverine war, spielt seine Rolle so käsig überzogen, dass er locker auch in Moonraker hätte sein können. Woo hat hier konsequent weiterentwickelt, was mit seinen ersten drei Hollywood Filmen Hard Target, Operation Broken Arrow und Im Körper des Feindes erfolgreich begann. Es sollte dann auch sein letzter guter sein, denn die schwächeren Paycheck und Windtalkers markierten anschließend das Ende seiner US-Zeit.

Was viele aufgrund der vielen Action vergessen ist, dass MI2 weitere Qualitäten hat. So ist das romantische Techtelmechtel mit Hunts Informantin Nyah (Thandie Newton) charmant, auch wenn es vielleicht eine oder zwei Slow-Motion Schwärmereien zu viel gibt, und die generell gewählte Story ist ebenso gelungen wie die stetigen Ortswechsel. Wieder wird mit den MI-typischen Masken gespielt, und es ist spaßig zu sehen, wie sich die beiden Seiten gegeneinander austricksten. Noch immer ist alles so Cruise bezogen, doch ist Hunts neues Team sehr sympathisch.

Visuell besticht der Film durch tolle Kameraarbeit, und obwohl die bildliche Ruhe eines Jackie Chan Epos noch besser gewesen wäre, ist die Hollywood-Dynamik der Actionszenen stets übersichtlich und effektiv. Hans Zimmers Score tut sein Übriges, um den feurig-sinnlichen Ton des Ganzen passend zu unterstreichen.

Fazit:
Mit seinem schroffen Stilwechsel ist Mission 2 für viele ein Dealbreaker, doch kann man sich auf den hollywood-isierten Actionanteil einlassen, überzeugt auch der zweite als sehr sehenswerter Eintrag. Es ist ein sehr eigensinniger Teil der Reihe, aber einer, der zu oft auf Limp Bizkit und Explosionen reduziert wird. Der Film kann mehr als das.

8 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

> Deine Meinung zum Film?

 

Copyright © 2004-2050 bereitsgesehen.de, alle Rechte vorbehalten
bereitsgesehen.de ist nicht für die Inhalte verlinkter Websites verantwortlich