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Kritik:
Mission Impossible 3


von Christian Mester

Mission: Impossible 3
(2006)
Regisseur: JJ Abrams
Cast: Tom Cruise, Philip Seymour Hoffman, Simon Pegg

Story:
MI3 beginnt mit einer Vorschau, in der Waffenhändler Davian Ethan Hunts Frau bedroht. Frau? Wie kam's dazu? Ein langer, langer Rückblick zeigt, dass Hunt tatsächlich ein Privatleben hat, und wie Teufel Davian seine Freundin bei der Jagd nach einer mysteriösen Waffe in die Finger bekam...

Kritik:
MI2 hatte für reichlich Resonanz gesorgt, doch Kritiker mochten ihn wegen seiner infantilen Oberflächlichkeiten und Woos Hang zur Überstilisierung nicht. Sechs Jahre sollte es bis zum nächsten Teil dauern, der sich dann wieder auf die Anfangstage der Reihe zurück besann. Auch 3 bekam wieder einen neuen Regisseur verpasst, doch der damit einhergehende Stilwechsel ist weit weniger markant. Abrams setzt sehr auf Blau- und Grünfilter, doch der Lost Erfinder und spätere Star Trek und Star Wars Regisseur, der mit MI3 seinen Filmeinstand gab, verleiht seinem Film eher weniger durch Optik oder Action Identität, als durch seinen Inhalt.

Was MI3 von seinen Vorgängern intensiver unterscheidet, ist der Aspekt Teamwork. Ethan Hunt hatte schon in den ersten beiden Filmen Mitstreiter, doch hier haben diese endlich mal mehr Relevanz. Nicht nur, dass sie beispielsweise bei einem großartigen Einbruch in den Vatikan stärker zur Geltung kommen, ist es der erste Film der Reihe, der bewusst macht, dass es außer Hunt noch andere rettenswerte Kollegen gibt. Cruise nimmt sich dafür merklich zurück. Die neuen Aushilfen Maggie Q und John Rhys-Davis bleiben leider eher simple Figuren ohne größere Bedeutung oder Draht zu Hunt, und die sympathischeren Keri Russell und Simon Pegg kommen viel zu kurz, aber immerhin ist Ving Rhames' Luther immer noch mit dabei.

Für einen ersten Film, vor allem von der Größe und mit dem Erfolgsdruck, ist Abrams' Arbeit schlichtweg bemerkenswert. Der gesamte Film ist höchst kompetent gemacht und bietet in der Schauspielregie Hoffmans, Cruises, dem Vatikanjob und einem Dronenanschlag auf einer Brücke unübersehbare Stärken. Man muss aber doch einsehen, dass Mission 3 der schwächste Teil der Reihe ist. Das heißt zwar nicht viel, weil auch dieser noch hervorragendes und verhältnismäßig gutes Hollywoodkino ist, jedoch klappt manches einfach nicht gut.

Im Sturme der ganzen Geheimagentenaktionen wird Ethan Hunt hier erstmals als Mensch verkauft, der auch ein Privatleben hat und nicht nur Missionen und Trainings für diese bestreitet. Hunt heiratet, hat eine zierliche, liebevolle Frau, und wird überdies als Ausbilder und Mentor für junge Agenten gezeigt. Das funktioniert dann, wenn es Hoffman als bedrohlicher Davian (beinahe Oscar verdächtig gut) gegen ihn einsetzt, doch das Kalkül der Story ist schnell entlarvt. Hunt als Menschen zu zeigen führt einfach nirgends hin. Man kann keinerlei Mitgefühl für ihn aufbauen, und Cruise fehlt es an dem passenden Verdruss, all das glaubhaft hinter sich lassen zu wollen. Es ist nicht Cruises Schuld, aber Ethan Hunt ist immer dann am lebendigsten, wenn er die Welt vor neuen Massenvernichtungswaffen retten kann. Das sieht jeder, und der Versuch uns vom Gegenteil zu überzeugen, verschwendet Zeit und Gefühle. Ebenso schlägt es fehl, Hunt kurzzeitig als zornig zu zeigen. Der Film versucht es zu verkaufen, als könnte Hunt wirklich aus Rache töten, doch auch das ist nicht glaubwürdig entwickelt.

Weiterhin hat Abrams das Bedürfnis, mit den Klischees der Reihe und des Genres zu spielen. Einer der größten Raubzüge wird zum Teil übersprungen, die Funktionsweise der Superwaffe nur vage gehalten. Abrams hätte das Ding fast direkt MacGuffin nennen können, jenen beliebten Begriff für gesuchte Objekte, die Helden und Bösewichte jeweils antreiben, aber wirklich gewonnen ist dadurch nichts. Er kommentiert das Geschehen, kommentiert es aber nicht clever. Weitere Mängel liegen im Verlust des Glaubens des IMFs in Hunt, sowie im Brückenanschlag und dem was folgt. Der Anschlag ist gut inszeniert, weckt mit der Ausstattung der Gegner aber den Eindruck, Hunt habe nun einen weitaus größeren Gegenspieler, wie etwa die Regierung eines ganzen Landes, was Davian auch selbst impliziert. Der Rest des Films allerdings greift selbst nicht mehr so hoch und will auf einer eher persönlichen Note enden, was in Anbetracht der Schwächen im Drama und der Spoilerei in der Eröffnungsszene nicht so gut wirkt.

Fazit:
Mission Impossible 3 ist ein durch und durch guter Agententhriller, greift aber nicht mehr so hoch wie seine beiden Vorgänger. Dafür versucht er sich zu ungeschickt an Ernsthaftigkeit und persönlichem Drama, und Spannung und Spektakel sind merklich etwas geringer.

7 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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