BG Kritik:

Mission Impossible: Rogue Nation


Hat BG vor 10 Jahren gegründet und seither eine Menge neuer Filme gesehen. War als Redakteur für GameStar und Gameswelt tätig.

Mission Impossible: Rogue Nation (US 2015)
Regisseur: Christopher McQuarrie
Cast: Tom Cruise, Rebecca Ferguson, Simon Pegg

Story: Auf der Jagd nach der Verbrechensorganisation Syndikat gerät Ethan Hunt in die Fänge der undurchsichtigen Agentin Ilsa Faust, deren Loyalität oftmals schwer einzuschätzen bleibt...

Syndhaft gut, könnte aber mehr roguen.

Com Truise ist eine Elektroband


Hey, wir haben einen neuen viertbesten Mission Impossible (Kritiken: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4). Das klingt bei nur fünf Teilen insgesamt negativer als es sollte, allerdings sprechen wir hier ja nicht von Reihen wie Underworld. Selbst der „schlechteste“ dieser Filme, MI3, ist besser als die meisten Hollywood-Actionstreifen seit dem Aussterben von Filmen wie Lethal Weapon, was ja erstmal was heißt. Warum also ist Rogue Nation prinzipiell gut?

Wieder mal präsentiert das Zirkuszelt Cruise jede Menge größere Actionsensationen, die richtig Spaß machen. Eine wilde Motorradjagd in Marokko erfindet das Rad nicht neu, sorgt aber für massig Karambolage. Viele kleine Kampfszenen, u.a. in einer Oper in Wien sind allesamt ganz ordentlich aufgezogen, und die größte Szene von allen, ein waghalsiges Abtauchen in ein absurdes Sicherheitsversteck, sorgt kurzweilig sogar mal für Hochspannung. Der neue Bösewicht, gespielt von einem der verirrten Forscher aus Prometheus, Sean Harris, gibt einen garstig, leicht an Mason Verger erinnernden Schmierlappen ab, und sein Team hält das der IMFs gut auf Trab.

Wieder einmal macht das Team an sich großen Spaß, obgleich der Humor im Vergleich zum losen letzten Teil doch schon etwas gedrosselt wurde. Der irrsinnig charismatische Pegg wird immer mutiger zum Feldagenten, Luther kommt endlich wieder mehr vor, die ewige zweite Geige (auch bei Avengers und Bourne) Jeremy Renner darf sich bürokratisch mit dem mittlerweile Klischee-Alec Baldwin (das er aber immer klischeehaft unterhaltsam macht) beschäftigen, was auch seine Momente hat, und die neue Frau im Team ist die bisher beste aller Mission Impossible Frauenrollen. Was ja auch nicht schwer fällt, da fast alle Frauen bisher belanglose Nebenfiguren waren. Rebecca Ferguson darf hier als badassige Agentin auftrumpfen, die dem fast doppelt so alten Ethan Hunt kämpferisch und akrobatisch fast ebenbürtig ist, und ihre verzwickte Rolle im ganzen Film ist mit der interessanteste Handlungsfaden. Auch wenn es richtig kritischen Stimmen fragwürdig erscheinen mag, wieso sie in einer Szene im Bikini Haare nach hinten streichend aus einem Pool steigen muss, wieso sie in einer anderen vor Ethan Shirt und BH gegen ein Hemd wechselt und wieso der Kamerafokus bei einem Auftritt in der Wiener Oper mit ihren langen Beinen auf Tuchfühlung gehen muss. Selbstbewusst sexy oder purer Sexismus? Wo fängt man an zu meckern, und wann fällt einem auf, dass Cruise hier auch sein Shirt aus hat um seinen stählernen Körper zu zeigen?

3D lohnte sich aufgrund des geringen CGI Einsatzes nicht


Wie bei Jack Reacher ist Christopher McQuarries Regie prinzipiell sehr ordentlich, aber gerade in Hinblick auf diesen anderen Tom Cruise Actioner fällt doch so manches auf. Beide Filme sind gut, aber nicht so stark wie sie sein könnten. Beide sind mit über 2 Stunden zu lang für ihre Inhalte, und beide sind zu zaghaft, was ihren Humor betrifft. Wenn der vorkommt, ist er immer gut, während hingegen die ernsteren Momente wie schon bei JJ Abrams nicht so wirklich Nachhall haben. Mutig ist, dass manches mal nicht nach Plan läuft und Hunt erstmals auch von seinen eigenen Leuten hinterfragt wird, aber zum einen gab's das so ähnlich schon in den letzten beiden Filmen, zum anderen bleibt es natürlich oberflächlich und schnell abgehakt. McQuarrie nimmt das alles nicht so tragisch ernst wie Abrams, kommt seiner Art aber doch recht nahe.

Das Luxusproblem ist mittlerweile nicht, ob man einen neuen Mission Impossible schauen sollte oder nicht. Das sollte man, immer, gar keine Frage. In Sachen Agentenaction ist das nach wie vor kaum zu überbieten, mal von Bonds abgesehen. Das Problem bleibt wohl dem typischen deutschen Bedürfnis übrigbelassen, kleinkariert zu mosern, was denn im Detail besser oder schlechter ist. Wird’s nochmal so spannend wie im Computerraum im ersten Film? Nope. Wird’s nochmal so schwindelerregend wie bei der Klettertour im vierten? Nein, muss es aber auch nicht. Geht man nach der größer-schneller-weiter Forderung, ist das ohnehin der falsche Ansatz, sonst hätte Ethan Hunt mittlerweile längst unbemerkt in die Voyagersonde einbrechen müssen. Ja, aus der ganzen Spionagesache könnte man mal was Gesellschaftskritischeres machen, man könnte mal weniger Schwarz-Weißmalerei betreiben und die Welt nicht nur in einfach einzuteilendes Gut und Böse aufdröseln. Man könnte die Masken viel intensiver nutzen und Mindfuck und Paranoia damit neu buchstabieren. Man könnte mal einen Visionär von Regisseur dranlassen, der stilistisch was Ausreißendes wagt wie Cuaron beim dritten Harry Potter. Aber: Tom Cruise wollte wohl wahrscheinlich bewusst auf Nummer Sicher gehen. Amüsant, bei einer Rolle, bei der es gerade darum geht, immer alles zu wagen.

Da ist die Frage, kann man’s nachvollziehen? Normalerweise wäre bei anderen Actionreihen längst Schluss, vor allem bei Actionstars jenseits der 50. Andererseits muss man nach vier Teilen Mission Impossible durchaus feststellen, dass sich so langsam zu viele Dinge wiederholen. Gegenteilig lässt sich aber sagen, dass Bond das schon seit über 20 Jahren unbekümmert weiterspielt, mit Erfolg. Wieso sollte Mission Impossible also je ausgelutscht sein? Impossible 5 erfindet nichts neu und bleibt beim Gewohnten, bleibt aber damit auch bei gewohnt top gemachter, relativ niveauvoller Actionkost, die hauptsächlich auf praktische Effekte und Stunts statt CGI setzt, die sich treu bleibt und bis auf Teil 2 nicht versucht hat, auf aktuelle Kulturtrends aufzuspringen. Könnte es bessere Mission Impossibles geben? Auf jeden Fall. Ebenso ist aber auch klar, dass dem Actionkino was fehlen würde, gäbe es sie nicht mehr. Auch wenn das lediglich gute Beständigkeit bedeutet.

Fazit:

Rogue Nation ist ein kompetenter neuer Mission Impossible. Nicht mehr, nicht weniger. Hat nichts sonderlich Eigenes, oder Besseres, andererseits aber auch keine signifikanten Schwächen. Ein charismatisches Schulterzucken.

7,5 / 10
10 - Meisterwerk // 8-9 - sehr gut // 6-7 - gut // 5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend // 0-2 - gar nicht mal so gut

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