BG Kritik:

Monuments Men - Ungewöhnliche Helden


von Daniel Schmitt

The Monuments Men (USA 2014)
Regisseur: George Clooney
Cast: George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, Cate Blanchett, John Goodman

Story:
Inmitten der Wirren des Zweiten Weltkriegs sucht eine zusammengestellte Einheit aus Künstlern und Architekten nach Antiquitäten, welche von Nazis gestohlen worden waren.

„Monuments Men“ ist die Verfilmung des Buches „The Monuments Men: Allied Heroes, Nazi Thieves and the Greatest Treasure Hunt in History" von Robert M. Edsel, welches auf einer wahren Begebenheit beruht. Die Geschichte der mutigen Kunstretter faszinierte George Clooney und so entschied er, sie mit einem Film selbst zu Kunst werden zu lassen.

Matt Damon ersetzte Daniel Craig


George Clooney als Frank Stokes ist der Anführer der "Monuments Men" und spielt, mehr oder weniger, sich selber als Möchtegernsoldat. Man muss nicht sehr vorsichtig mit der Behauptung umgehen, dass er meist nur sich selbst spielt. Clooney versucht das zwar zu ändern, wie er in „Burn after Reading“ oder „The Descendants“ gezeigt hat aber er ist nun mal ein Star und weniger der Charakterdarsteller, für den er sich gerne hält. Dafür hat er für seine „Monuments Men“ andere rekrutiert. Bill Murray, Matt Damon, John Goodman, Hugh Bonneville, Bob Balaban, der Star aus „OSS 117“ Jean Dujardin und Cate Blanchett als Mitglied der französischen Résistance. Allesamt Charakterdarsteller, weswegen es schade ist, dass keiner zeigen darf was er kann. Natürlich können Größen wie Bill Murray und John Goodman amüsieren aber ihre Texte bestehen hauptsächlich aus Situationskomik und vermissen jegliche Substanz. Tiefgang suchen die „Monuments Men“ leider vergebens.

George Clooney ist hier ebenfalls Regisseur und Co-Autor, was wieder ein ganz andere Kapitel ist. Der Film zeichnet sich durch diverse Zeitsprünge, nicht immer funktionierendem Humor und fehlender Dramatik aus. Auch viele Kulissen wirken schlecht durchdacht und historische Ungereimtheiten findet man ebenfalls. Dafür harmoniert die Chemie zwischen den Schauspielern und so manche bedeutungsschwangere Dialoge sind tatsächlich gelungen und fernab von kitschig, was in Kriegsfilmen selten der Fall ist. „Monuments Men“ ist aber auch kein klassischer Kriegsfilm. Diese Männer sind keine Soldaten, sie stürmen keine Strände und nehmen keine Hügel ein. Ihre Prioritäten liegen woanders. Ihr Ziel ist es, die Kultur von Menschen zu erhalten, die durch den Krieg alles verloren haben. Was eindeutig rüberkommt. Hier versagt der Film nicht. Ihre Aufgabe ist ehrenwert aber auch gefährlich, was sehr kurzweilige Szenen ergibt, die ein wenig Spannung und Dramatik erzeugen, sich aber auch nicht lange halten. Hier fehlt leider nicht nur das obligatorische Pünktchen auf dem I, sondern gleich noch ein Großteil des restlichen Buchstabens.

Clooneys fünfter Film als Regisseur


Allgemein leidet „Monuments Men“ auch an verschenkten Chancen. Der Film wirkt von vorne bis hinten unausgewogen. Einerseits will der Film eine gewaltige Schatzsuche sein, andererseits erinnert er mehr an „Ocean's Eleven“ mit Nazis. Trotzdem ist „Monuments Men“ eine Sichtung wert, da er es trotz allem schafft, komplett von seinen charismatischen Schauspielern und vielen kurzen Momenten zu leben. Die Charaktere sind gut, wenn auch nur flach erzählt. Gerade bei einem Ensemble wie hier, wäre da durchaus mehr drin gewesen und hätte es auch sein müssen. Aber die gesamte Erzählweise lässt keine starke und gut strukturierte Charakterentwicklung zu. Die vielen Zeitsprünge rauben zudem noch den, sicherlich gewollten, Spannungsbogen. Anstatt einen kompletten Film zu sehen, kommt man sich vor, als hätte man eine Clipshow vor sich. Das kann so nicht gewollt sein. Es wirkt einfach alles unausgereift.

Fazit:

„Monuments Men“ ist kein klassischer Kriegsfilm, sondern erinnert eher an ein dramatisches „Ocean's Eleven“. Der Film lebt von seinen Stars, weist aber auch starke, erzählerische Schwächen auf. Kann man gesehen haben, muss man aber nicht. Wer sich für die Materie oder die Schauspieler interessiert, wird aber sowieso im Kino sitzen.

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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