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KRITIK:
MOON
von
Christian Mester
MOON (2010)
Regie: Duncan Jones
Cast: Sam Rockwell, Kevin Spacey
Story:
Sam Bell (Sam Rockwell) ist Astronaut, hat als
solcher aber nicht unbedingt den aufregendsten Job
der Welt. Auf einer Mondkolonie bewacht der
Techniker alleine den reibungslosen Abbau eines Minerals und
versucht, die drei Jahre bis zu seiner Ablöse
herumzukriegen. Als der einsame Arbeiter eines Tages
einen bewusstlosen Körper findet, der genau so
aussieht wie er selbst, kriegt er es mit der Angst zu tun...
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Jones benannte seine Hauptfigur nach Sam
Rockwell, da er
ihn von Anfang an für die Rolle haben wollte |
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Kritik:
Trotz fehlender Durchbrüche in der Raumforschung ist
das Betreten anderer Planeten noch immer eine der
größten Faszinationen des Menschen. Da das Thema
leider nur selten filmisch verarbeitet wird, wählte
es Duncan Jones für seinen kleinen Debütfilm. Obwohl
er der Sohn von Rockikone und Multimillionär David
Bowie ist, hatte es der Engländer anfangs nicht
leicht. Zahlreiche Hürden galt es zu überwinden,
bevor sich überhaupt ausreichende Mittel finden
konnten, seine ungewöhnliche und vor allem alles
andere als Mainstream orientierte Sci-Fi Geschichte
umsetzen zu können.
Der Ersteindruck der Werbung zum Film täuscht; "Moon"
ist kein Horrorfilm. Es gibt
Spannungsmomente, allerdings zielt Jones nicht
darauf ab, ala "Event Horizon" oder "Pandorum" zu
gruseln. Was er hingegen macht, ist ein emotionales
Drama zu erzählen, das im Konstrukt und der
Atmosphäre einer schaurigen Science-Fiction Story
stattfindet. Mittelpunkt des ersten Abschnitts ist
Sams Einsamkeit. Mutterseelenallein dreht Sam
Rockwell seine Runden als Arbeiter, der seine
Jobwahl bereut und sich tierisch danach sehnt,
andere Menschen, vor allem seine Familie, wieder zu
sehen und zu berühren. Als einziger Kontakt bleibt
ihm das wenig fruchtende Gespräch mit einem Roboter,
dessen menschliche Stimme und Antwortschema den
geringen Anschein einer Konversation erweckt.
Rockwell spielt dies hervorragend und macht seinen
Sam mit vielen Eigenarten zu einem sympathischen
Kerl, der Mitleid erweckt. Interessanter wird es im
zweiten Abschnitt, wenn Sam auf einmal auf eine
andere Gestalt stößt, die ebenfalls sein Gesicht
trägt. Der andere Sam ist charakterlich anders
gestrickt und so ergibt sich ein faszinierender
Schlagabtausch auf der Suche nach Wahrheiten, in dem
Rockwell beidseitig zu begeistern weiß. Er ist so
glaubhaft und unterhaltsam im Gespräch mit sich
selbst, dass man sich glatt eine ganze Sitcom nur
aus Sams bestehend anschauen könnte.
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Jones will eventuell einen zweiten Teil
folgen lassen |
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Natürlich hat das Auftauchen der Imitation wichtige
Brisanz für die eigentliche Story. Als Zuschauer
darf man sich fragen, ob der mittlerweile
ausgebrannte originale Sam Wahnvorstellungen
bekommt, ob er einen Klon vor sich hat, einen
Außerirdischen, ob er einen tatsächlichen anderen
Kollegen falsch wahrnimmt, ob er selbst echt ist, ob
er sich überhaupt auf dem Mond befindet und viele
andere Fragen.
Man könnte durchaus sagen, dass es einen Twist im
Film gibt, allerdings spielt es keine große Rolle ob
man diesen schon vor seiner Offenbarung errät oder
nicht; getragen wird alles von Rockwells
ansprechendem Schauspiel in seiner Dualrolle, die
bis bis zum Ende interessant eingesetzt wird, sowie
der Regie.
Jones erweist sich als toller Regisseur. Trotz der
vermeintlichen Leere und Gemächlichkeit des
Geschehens wird "Moon" keine Sekunde langweilig;
obwohl Thrill, Action und Horror fehlen, verfolgt
man Sams Enthüllungen mit Spannung. Sein Drehbuch
erzählt eine interessante Geschichte, dessen
Konzepte nach bester Sci-Fi Manier nachdenken
lassen, er setzt es hochprofessionell um, Rockwell
bringt Emotionen dazu, dazu kommt, dass der Film
auch noch verteufelt gut aussieht. Dass der Film
lediglich 5 Millionen Dollar gekostet hat, wird gut
versteckt. Die kalte, sterile Mondbasis und die
kleine Außenszenerie sehen hervorragend aus,
vorbildlich wird sogar manch 20 Millionen Dollar
Produktion gezeigt, wie man es auch machen kann. Die
Sahne auf dem Kuchen ist die Tatsache, dass Jones
technisch sogar mit der Doppelexistenz spielt und
die Figuren gemeinsame Objekte benutzen oder sich
sogar berühren. Letztendlich endet das ganze, das
dann rückblickend ein wenig an einen gewissen
anderen sozialkritischen Low-Budget Sci-Fi Titel
erinnert, auf einer zufriedenstellenden Note.
Fazit:
Atmosphärisch, spannend, emotional, nachdenklich
stimmend, toll gespielt, "Moon" ist sehenswerter
Science-Fiction Stoff der leisen Töne.
8 / 10
10 -
Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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