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Kritik:
Nachts im Museum 2


von Christian Mester

Night at the Museum 2: Battle of the Smithsonian
(2009)
Regie: Shawn Levy
Darsteller: Ben Stiller, Robin Williams

Story:
Nachtwächter Daley (Ben Stiller) ist mittlerweile zum Unternehmensgründer geworden, sieht sich jedoch wieder zu seiner alten Rolle berufen, als seine lebenden Ausstellungsstückfreunde von einem fiesen Pharao bedroht werden...

Kritik:
Mit dem überraschendem Einspiel von über 500 Millionen Dollar hatte anfangs keiner gerechnet, Stiller nicht, Levy nicht; vor allem die Kritiker nicht, die den albernen Klamauk mit Ben Stiller gepflegt in der Luft zerrissen.

Das können sie jetzt auch wieder tun, denn der zweite Teil legt sich mühevoll ins Zeug, noch viel, viel schlechter zu sein - und schafft es mit Bravour. Versuchte der erste mit seiner halbwegs persönlichen Story von Daley und seinen schwierigen Familienprobleme noch irgendwie als realer Film zu funktionieren, überspringt Teil 2 das irre lachend, um in Zwangsjacke direkt zum eigentlichen "Spaß" zu kommen: dem wilden Durcheinander der animierten Ausstellungsstücke. Es dauert hier also keine zehn Minuten, bis die ersten animierten Tiere wild durch die Gänge hüpfen und sich Verfolgungsjagden mit Napoleon und Miniaturcowboys liefern.

Kleinste Kids werden das auch wieder klasse finden, doch wer über Pipi, Kaka und die anderen Teletubbies nicht mehr so wirklich lachen kann, ist wahrscheinlich ohnehin nicht mehr Teil der Zielgruppe. Waren die Witze im ersten schon gehörig flach, darf man schön weiterbuddeln, denn wie sie uns munter beweisen geht es noch flacher. Spätestens dann, wenn Ben Stiller im Film von einem rosa Riesentintenfisch abgeknutscht wird, Owen Wilson in 300-Zeitlupe mit seinem 2mm Schwert auf Schuhe einschlägt und eine griechische Statue mit Arnie-Akzent anfängt zu flexen, während kleine Armor-Statuen Boybandsongs singen und Napoleon sich darüber aufregt, dass jemand beim Wort "kurz" schon wieder in seine Richtung geschaut hat, weiß man, dass der Ticketkauf offensichtlich zu bereuen ist.

Dabei wäre es so leicht gewesen aus dem simplen Konzept eine leichte, lockere Familienkomödie zu machen, die eben nicht vollkommen dämlich ist. Hier erweckt es aber den Eindruck, als wolle man den Zuschauer offensiv in die Verdummung treiben, mit immer noch dümmeren Sprüchen und einer Handlung, die schon auf Beipackzetteln vom Ü-Ei durchdachter ausfiel.

Die Effekte sind größtenteils recht gut gemacht, werden aber überall so belanglos und lahm eingesetzt, dass sie eigentlich nicht der Rede wert sind. Von den Schauspielern ist merkwürdigerweise sogar fast nichts zu sehen; Stiller und Wilson sind leer und witzlos, Amy Adams bemüht sich, landet aber nirgends und Hank Azaria als lebendig gewordene Wachsfigur ist gar so lustig wie Zähneputzen mit Schleifpapier. Der kleine Auftritt von Robin Williams ist dann auch noch sowas von klein und schwindend, dass dieser Napoleon schon wieder sauer werden würde.

Kurzum, der Film ist die wohl peinlichste Großproduktion des Jahres und eine außerordentliche Schande für jeden einzelnen der 150 Millionen Dollarscheine die das Ding gekostet hat. Hätte man von der Geldmenge die Pyramiden Ägyptens mit grellen Helly Kitty Stickern zugeklebt, wäre das sicher sinnvoller investiert gewesen.

Fazit:
Nachts im Museum ist ein alberner Kinderspaß, der statt "ab 6" besser ein "bis 6" in der Altersempfehlung haben sollte. Gut gemacht, aber inhaltlich und unterhaltungstechnisch schwach.

3 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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