BG Kritik:

Nachts im Museum 3 - Das geheimnisvolle Grabmal


von Christian Mester

Night at the Museum: Secret of the Tomb (USA 2014)
Regisseur: Shawn Levy
Cast: Ben Stiller, Dan Stevens, Robin Williams

Story:
Nach Jahren nächtlicher Hampeleien droht für alle magischen Ausstellungsstücke des New Yorker naturhistorischen Museums ein letztes Erstarren. Die Zaubertafel, die für das Verwandeln der Wachsfiguren sorgte, verliert ihre Kraft. Nachtwächter Larry stellt daher flugs ein Ausflugsteam zusammen, um im britischen Staatsmuseum nach einer Lösung zu suchen.

Robin Williams‘ letztes Hurra.

"Durchsage: Können die Eltern von Nachts im Museum diesen bitte aus der Krabbelgruppe abholen? Er beißt die anderen Kinder."


8 Jahre sind vergangen, seit Ben Stiller mit Ensetzen feststellte, dass Attila der Hunne, Dinosaurierskelett Rexy, Präsident Theodore Roosevelt (Robin Williams), die Miniaturfiguren Octavius (Steve Coogan) und Jedediah (Owen Wilson) sowie der ausgestopfte Affe Dexter zum Leben kommen können. Das war ein reichlich alberner Kinderfilm, der aber wenigstens ein halbwegs unverbrauchtes Szenario bot. Teil 2 hatte Amy Adams als Pilotin mit dabei, war darüber hinaus aber nur noch gnadenlose Kleinkindunterhaltung mit viel Pipi und Kaka. Früher wäre das eine von Hercules‘ Herausforderungen gewesen.

Weil die beiden Filme zusammen rund eine Milliarde Kies einspielten, gibt’s jetzt also noch einen. Man könnte ihn gepflegt ignorieren, aber da es wahrscheinlich die letzte Kino-Erscheinung von Robin Williams ist, darf man dem Film fast so etwas wie Bedeutung zusprechen. Immerhin ist der Leinwandabschied von Williams genug Ausrede, um sich das noch mal anzutun. Eins der besten Filmposter von Ben Stiller Filmen war das zum zweiten Meine Braut, ihre Eltern und ich, in dem Stiller sich vor die Stirn schlägt. Mittlerweile passt es zu so einigen Stillers wie Aushilfsgangster, Ausgeflittert und The Watch. Wo, wenn wir die Greenbergs außen vor lassen und bei seinen Komödien bleiben, sind denn die neuen Tropic Thunders und Dogeballs? Spoiler: nicht im dritten Museum.

Robin Williams' letzter Kinofilm


Im zweiten Film brachte der Trip ins andere Museum neue Ausstellungsstücke hervor, also steht das auch hier wieder auf dem Plan. Handlung ist nicht wirklich vorhanden. Sie müssen eigentlich nur mit Pharao Ben Kingsley sprechen (lustigerweise aktuell auch im Kino als Pharaonensklave in Exodus), aber irgendwie schafft Levy es, den Weg bis zu diesem auf 90 Minuten zu strecken. Stiller kämpft gegen eine steinerne Schlange, die von der Animationskunst her mit der aus Anaconda 3 mithalten kann, Mini-Owen Wilson darf vor einem Mini-Pompeji mit Mini-Lava weglaufen, Steve Coogan wird von einem Affen vollgestrullt und mehr ist da schon eigentlich nicht. Es gilt das gleiche wie bei den ersten beiden Filmen. Stiller selbst wirkt arg gelangweilt, Wilson und Coogan hatten bei ihren Greenscreen-Aufnahmen sichtlich Spaß, kläffen aber bloß einen lahmen Kalauer nach dem anderen. Attila und die Indianerin füllen bloß das Bild aus, kriegen selbst nichts aufgetragen oder zu sagen. Was die Neuzugänge betrifft, gibt’s sogar einen Lichtblick zu verzeichnen. Der unbekannte Dan Stevens spielt Ritter Lanzelot und ist der einzige, der von der Tafel wirklich lebendig gemacht wirkt. Er versucht sich ein wenig an Errol Flynn Freibeutercharme und kriegt das gut hin, auch wenn ihm keiner sonst entgegenkommt. In kleinen Nebenrollen gibt’s noch den sonst immer vulgären Ricky Gervais, der sich nach Muppets Most Wanted als Kinderfilmfigur etablieren will; Rebel Wilson, auch hier wieder als notgeile vom Dienst; Alice Eve als Julia in einem Bühnenstück und einen gewissen Comicfiguren-Darsteller als Romeo, der seinen Cameo zu lang zieht.

Dann ist da natürlich der Schlussakkord. Ohne die epische Handlung zu spoilern drehen sich die letzten Minuten ums Abschied nehmen, und da traut sich der Kinderquatsch erstmalig an Emotionen heran. Robin Williams auf der Leinwand mit einem Lächeln „Lebewohl“ sagen zu sehen berührt, berührt sehr. Schließlich sagen in dem Moment Mrs Doubtfire, Aladdin’s Dschinn, Mister Dead Poets Society, sein Oscar gewinnender Professor aus Good Will Hunting und so viele andere Williams Figuren auf einmal Lebewohl. Williams hatte in den letzten Jahren leider keine guten Rollenangebote mehr (seine letzte gute Komödie war Tötet Smoochy vor 12 Jahren) und auch die des Roosevelt in den Museum war nichts. Nun wusste Levy nicht, was bis Veröffentlichung noch passieren würde, aber Robin Williams‘ Einsatz im Film symbolisiert, was er Hollywood in den letzten Jahren wert wahr: wenig. Uns und was wir mitbringen aber viel, also bleiben die Emotionen eine externe Sache.

Fazit:

Robin Williams’ wortwörtlich Lebewohl sagen zu sehen geht ans Herz. Ihn wieder einmal verschwendet zu sehen, an die Nieren, und dass alle drei Nachts in den Museen zusammen 400 Millionen Dollar gekostet haben, für derartig konsistent lieblos gemachten, albernen RTL 2 Donnerstagmittag Kinderquatsch, gibt so einen Hals.

2 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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