BG Kritik:

Need for Speed - Der Film


von Michael Herbst

Need for Speed (USA, 2014)
Regisseur: Scott Waugh
Cast: Aaron Paul, Imogen Poots, Dominic Cooper

Story:
Tobey (Aaron Paul) hat allen Grund zu Rachegelüsten. Hereingelegt von dem Rennfahrer Dino (Dominic Cooper) saß er unschuldig im Gefängnis. Wieder entlassen, findet er heraus, dass Dino bald Teilnehmer eines berüchtigten Untergrundrennens sein wird. Die Gelegenheit zur Revanche...



Krumme Jungs, teure Autos, qualmende Reifen: Need for Speed will das neue Fast & Furious sein.

Trotz 3D keine Tiefe: Tobey ist kein Dom oder Brian


The Last of Us, Halo, Bioshock Infinite. So viele Videospiele gäben interessante Filmprojekte ab, aber weil Gott uns scheinbar hasst, bekamen wir einen Need for Speed Film. Werden wir Filme zu Tetris, Minecraft und Farmville zur Belohnung oder Bestrafung kriegen, wenn dieser Erfolg findet?

Wenn die Spiele eine Narrative haben sollten, ist sie mit Sicherheit nicht allzu erzählenswert, weil man außerhalb noch nie etwas darüber gehört hat. Die gleiche Bestrebungsqualität hatte man beim Film, dessen Handlung dünnste Membran ist, die mit viel Leerlauf die Autoszenen zusammenhält. Standardheld jagt Standardbösewicht, hat Standardbeifahrerin, hat Standardhelfer. Einzig unscheinbar bleibt der kanadisch anmutende Racheplan, der nicht vorsieht den Bösen umzulegen, sondern ihn lediglich in einem wettrennen zu schlagen.

So höflich zurückhaltend Mechaniker Tobey erscheinen mag, ist Need for Speed als Film sehr viel gutheißender, was illegale Straßenrennen betrifft. In den Furious Filmen passieren alle Wettrennen in einer magisch anmutenden Alternativwelt, in der die ungestümen Raser nie das Leben Unbeteiligter riskieren können. In Need wird deutlich echter und rücksichtsloser in echten Straßenverkehr eingegriffen und gerammt und weggedrängt, sodass der Schaden anderer erheblich ansteigt. Die Furious Fahrer rechtfertigen ihre Vergehen mit einer mitreißenden Familienzugehörigkeit voller sympathischer Figuren. Need kann darauf nicht zurückgreifen und sich nicht auf verständlichen Antrieb stützen. Die gesamte Unterhaltungsnot liegt auf den kleinen Schultern Aaron Pauls, und der der glattpolierten Luxusfahrzeuge.

NFS wurde fast komplett ohne Computereffekte inszeniert


An den Rennszenen lässt sich nichts bemäkeln. Die Nobelflitzer in staubigen Zweikämpfen bei über 200 Sachen gegeneinander antreten zu sehen reißt mit und lässt das Popcorn selbst bei geringster Fahrleidenschaft wohl schmecken. Need for Speed wird seiner Existenz damit beinahe gerecht, denn gerade auf der großen Leinwand haben die Vollgasrennen Wucht. Ein Verzicht von CGI unterstreicht diese eine Sache, die als einziges mit ehrlicher Unterhaltungsambition entwickelt wurde. Enttäuschend ist jedoch der viele Leerlauf zwischendurch, der die Überlänge des Films anstrengend ausreizt.

Aaron Paul kann was, aber nichts beisteuern. Der emotionale Breaking Bad Junkie fühlt sich in einer witzarmen, schlecht geschriebenen Figur verloren und hat die meisten Dialoge mit Imogen Poots, die so auch in einem Transformers Film die "Hauptdarstellerin" sein könnte. Gegner Cooper darf ein wenig mehr Freude haben, ist im engen Cockpit seines Wagens auf Dauer aber auch zu eingeschränkt, um interessanter zu werden. Dass Scott Waugh Regie geführt hat, sollte erklären. Der Ex-Stuntman war einer der beiden Macher des Army-Werbefilms Act of Valor. Need for Speed hat viele Ähnlichkeiten aufzuweisen. Ähnlich fragwürdige, schlecht geschriebene Helden. Ähnlich auffällige Handlungsignoranz bei straker Detailleidenschaft für das technische, korrekte und gut aussehende Umsetzen des Themas. Pathos und besonders werbewirksam schmeichelhafte Kameraufnahmen - statt Soldaten sind es hier die Superbolliden. Nach Waughs Filmografie will man glatt einen Lamborghini kaufen und damit zum nächsten Meldeamt rasen, um sich für die Bundeswehr einzuschreiben.

Fazit:

Das, wofür Need for Speed steht, hat der Film zur Genüge. Das, was einen guten Film ausmacht, nicht. Kommt darauf an, was einem reicht.

4,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
> Lies alle Meinungen zum Film! (226)


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