BG Kritik:

Nicht mein Tag


von Daniel Schmitt

Nicht mein Tag (2014)
Regisseur: Peter Thorwarth
Cast: Moritz Bleibtreu, Axel Stein, Jasmin Gerat, Anne Maria Mühe

Story:
Als ein Banküberfall schief läuft, ist der kriminelle Napo (Moritz Bleibtreu) gezwungen, den von seinem Leben gelangweilten Till (Axel Stein) als Geisel zu nehmen. Es beginnt eine Fahrt, die beide verändern wird...



Über das deutsche Kino kann man lange und ausgiebig diskutieren und meistens einigt man sich darauf, dass man es wirklich besser ginge. Selten ist ein „Der Untergang“ oder ein „Bader Meinhof Komplex“ dabei. Man gibt sich sogar schon mit einem „Fack ju Göhte“ zufrieden, welcher zwar verdient erfolgreich ist aber eigentlich nichts besonderes. Entweder dämlich oder historisch, das können die deutschen Studios aber wirkliche Blockbuster oder Action bleibt noch immer aus. Ja, kein Risiko eingehen! Es könnte ja daneben gehen. Dafür werden uns zu Hauf Katastrophen wie „Buddy“ oder austauschbarer Einheitsbrei des Schweighöfer/Schweiger Schwadrons serviert. Kein Wunder das amerikanische Filme in deutschen Kinos vorherrschen. Dabei vergisst man aber jene die sehr wohl ihr Handwerk verstehen. Diese Zahl ist gering und sie zeigen sich selten, aber sie existieren.

Zu diesen fähigen Menschen gehört auch Peter Thorwarth, der mit seiner Unna-Trilogie („Was nicht passt, wird passend gemacht“, „Goldene Zeiten“ und „Bang Boom Bang“) für aufsehen sorgte. Ihm und Stefan Holtz, welcher Co-Autor für „Bang Boom Bang“ und als Autor für „Nicht mein Tag“ beteiligt war, ist eine gelungene Umsetzung von Ralf Husmanns Buch „Nicht mein Tag“ gelungen und startet somit das neue Kinojahr mit einem guten deutschen Film.

War in World War Z und Inside Wikileaks: Moritz Bleibtreu


Das ist wirklich nicht der Tag des Bankangestellten Till. Gelangweilt von seinem Job, gelangweilt von seiner Ehe und gleich nach einem Streit mit seiner Frau, spaziert er in den Banküberfall des Kleinkriminellen Napo und wird prompt dessen Geisel. Kann nicht schlimmer werden? Till landet in einer Lebenskrise und fährt mit Napo nach Holland um ein "seriöses Geschäft" zu erledigen, was natürlich mächtig schief geht. Denn was Napo nicht wissen konnte, in Till steckt mehr als nur der brave Banker.

Nix mehr mit "Fetti"; Axel Stein ist schmal geworden


Moritz Bleibtreu ist bereits international etabliert. „World War Z“ oder auch „Inside Wikileaks“, heben sind nur zwei seiner letzten weltweit erfolgreichen Filme. Auch wenn es nur Nebenrollen waren, so ist sein Talent unbestreitbar. Laut seinen Worten, ist er ein Schauspieler, der sich seine Rollen danach aussucht, ob er dem Film was geben kann oder nicht. In manchen ist es wirklich wenig, in anderen wiederum viel. Als Gelegenheitsgangster Napo amüsiert er aber auf ganzer Linie und zeigt ihn in mehreren Facetten. Zugegeben, die Rolle hat wenig Hintergrund. Er ist ein Krimineller, der eigentlich nur mit seinem Auto und seiner Freundin nach Frankreich fahren will und da hört es auch schon auf, aber wieso mehr hinzufügen wenn so wenig schon so gut funktioniert? Eben. Hinzu kommt, dass er sich sporadisch zurückhält und dem neuen Axel Stein die meiste Zeit des Films überlässt.

Wieso neu? Da Axel Stein kaum wiederzuerkennen ist. Selten hat sich ein deutscher Schauspieler äußerlich so stark geändert und das nicht mal für eine Rolle. Der Wandel vom charismatischen Dickerchen zur fitten Vaterfigur, tut dem Schauspieler sichtlich gut und auch seiner Rollenspannweite. Auch wenn seine ernsthafte Seite nur am Anfang des Filmes zu Tragen kommt und er danach wieder in alte Verhaltensweisen verfällt. Das macht aber den Charme von „Nicht mein Tag“ aus. Beide Figuren, Napo wie auch Till, tauschen ihre Postion im Film. Der verantwortungslose Napo, sorgt sich um jemand anderen und der besorgte Till, wird unberechenbar. Stein wie auch Bleibtreu machen das hervorragend und ergänzen sich dabei so gut, dass es fraglich ist, wer von den beiden Figuren gerade ein Stockholm-Syndrom entwickelt oder ob eine Freundschaft entsteht.
Die Handlung, wenn auch gut erzählt, ist allerdings nichts besonderes. Erst die Geisel, dann der Komplize. Es wird berechenbar und man bedient sich ein paar wenigen Klischees. Gegend Ende ergibt sich dann noch ein gewisser Spannungsbogen, der aber recht schnell gelöst wird. Alles davor ist aber durchaus gelungen und witzig erzählt. Mehr will der Film nicht und was er will gelingt. Insgesamt ein guter Tag für das deutsche Kino.

Fazit:

„Nicht mein Tag“ ist ein gelungener deutscher Road Trip nach amerikanischer Manier, der sich ein paar kleinen Klischees bedient, aber trotzdem einen witzigen und soliden Film ergibt. Besonders die Chemie zwischen Moritz Bleibtreu und Axel Stein machen den Film zum Pflichtprogramm für alle die genug vom romantischen Schweighöfer/Schweiger Standardmaterial haben.

7 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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