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KRITIK:
NINJA: REVENGE WILL RISE
von
Christian Mester
NINJA (2010)
Regie: Isaac Florentine
Cast: Scott Adkins
Story:
Eigentlich ist alles dufte im Dojo eines
typischen Martial Arts Ordens. Eigentlich, denn
eines Tages rastet einer der besten Schüler aus und
attackiert Amerikaner Casey (Scott Adkins). Sensei
ist nicht allzu begeistert und wirft den jungen Mann
erbost raus, der sich darauf einer seltsamen Sekte
anschließt und blutige Rache schwört...
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Scott Adkins spielte Deadpool in
X-MEN ORIGINS: WOLVERINE |
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Kritik:
"Teenage Mutant Ninja Turtles", "Surf Ninjas" und
"Beverly Hills Ninja: Die Kampfwurst" sind typische
Exempel dafür, dass der schwarz gekleidete
Shurikenschmeißer fester Bestandteil moderner
Popkultur wurde. Tom Cruise legte sich in "Last
Samurai" mit Ninjas an, auch James Bond bezwang mal
welche und der aktuelle Batman ist sogar selbst
einer. Prominente Vertreter einer geheimnisvollen
Kämpferkaste, die seit Jahrzehnten durch Kinofilme
hechten und in der Regel stets als beinharte Krieger
glorifiziert werden.
Die größten Fans dürfte die allgemeine Figur des
gewieften Schattenschleichers allerdings im Bereich
der B-Movie Action haben. "The Hunted", "Return of
the Ninja", "American Fighter", "Azumi", "The
Octagon" und "Ninja Scroll" sind festes
Pflichtmaterial für jeden Genrefan und an genau
diese wendet sich auch Isaac Florentines brandneuer
"Ninja". Florentine gilt aufgrund von "Undisputed 2"
momentan als womöglich bester B-Movie Regisseur und
Scott Adkins aus eben diesem als nächstmöglicher
B-Action Star. Dementsprechend waren Erwartungen
branchenweit recht hoch, dass "Ninja" großes Fankino
werden könnte. Aufgrund vieler Schwächen vermuteten
einige sogar, dass er trotz weitaus geringeren
Budgets besser als der letztjährige
"Ninja Assassin" werden könnte.
"Ninja" gehört zu einer Reihe branchenweit heiß
diskutierter Titel, die momentan als große
Hoffnungen aus dem großen DVD-Einheitsbrei
herausstechen wollen. Weitere Titel:
"Command Performance",
"The Tournament"
(beide bereits veröffentlicht), "Blood and Bone", "Icarus",
"Undisputed 3: Redemption", "Universal Soldier 3:
Regeneration" und "Ong Bak 3".
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In seinem IMDB Profil stehen unter Merkmale:
"Spektakulärer Kampfexperte" und "Charakterdarsteller" |
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Eines vorab: wer sich ausschließlich dafür
interessiert, zu sehen, wie Scott Adkins mit freiem
Oberkörper trainiert und sich allen anderen
qualitativen Widrigkeiten zum Trotz mit anderen
Martial Arts Künstlern rauft, kommt definitiv auf seine
Kosten und braucht darüber hinaus eigentlich nichts
weiter wissen. Wie schon in "Undisputed 2" brilliert
Adkins als glaubwürdiger Kämpfer, der in vielen
aufregenden Kampfszenen sein astreines Können zeigen
darf und unterhaltsam am laufenden Band austeilt. Gegenspieler Tsuyoshi Ihara ist ihm fast ebenbürtig und zeigt
sich als bissiger Ninja-Darsteller, der die
Bewegungsmuster und Posen der Figur großartig auf Lager hat
und sehr stilvoll kämpft. Im angenehmen Gegensatz zu
vielen modernen Actionfilmen bleibt die Kamera dabei
stets auf Abstand, um das Geschehen übersichtlich zu
zeigen, ohne selbst zu versuchen, Action per
hektischer Kamerabewegung zu vermitteln. Vor Blut
schreckt der Film nicht zurück, erscheint aber
erstaunlich blutarm. Im Vergleich zum letztjährigen
Extremblutbad "Ninja Assassin" setzt man weniger auf
rote Suppe, leider allerdings auch auf CGI-Blut.
"Ninja" hat zwei gewaltige Probleme. Scott Adkins
ist ein beachtlicher Kampfkunstexperte mit, wie
bereits erwähnt, olympischer Gottesstatur, aber beim
besten Willen kein Schauspieler. Adkins funktioniert
exzellent, setzt man ihn wie bei
"X-Men Origins:
Wolverine" unter Tonnen von Make-Up oder in "Undisputed
2" als wortkargen Klopper ein, sobald er allerdings
Dialoge runter rasseln und Emotionen
darstellen soll, sackt "Ninja" schwer getroffen zusammen.
Selbst Ex-Ninja und Vollblutnichttalent Michael
Dudikoff hatte damals mehr Präsenz als Adkins, der sich in
teils emotional gedachten Szenen hilflos tut und
offen zeigt, dass er für diesen Job eventuell doch
ein paar Stunden weniger Gewichte gehoben und öfters
mal Texte gelesen hätte. Dolph Lundgren und Steven
Seagal sind schon nicht gerade das, was man allen
Ernstes Schauspieler nennen kann. Der Punkt ist
aber, im Gegensatz zu anderen, zu Recht
unbekannteren Martial Arts Experten wie Don "The
Dragon" Wilson, Billy Blanks oder Daniel Bernhardt hat
ein Van Damme etwas Eigenes, einen signifikanten
Charakterzug, der seine Auftritte zu etwas
Besonderem macht und von anderen Gleichartigen
unterscheidet. Scott Adkins muss das noch für sich
finden, agiert hier nichtssagend.
Die zweiten unübersehbaren Probleme sind
Ausleuchtung und Regie. Der 22fache "Power Rangers"
Regisseur Isaac Florentine hatte augenscheinlich
zahlreiche Sparmaßnahmen zu beachten, die immer
wieder störend auffallen. Viele der Sets sind
vollkommen kahl und sehen nach billigem TV-Film aus,
eine spätere Kampfszene auf einem Dach passiert vor
einer offensichtlichen Greenscreen und viele der
weiteren Nebendarsteller sind markant schlecht (vor
allem Adkins' weibliche Begleitung kreischt und
quengelt sich nervig durch die Szenenbilder). Jetzt könnte
man es sich leicht machen und dem Film verschmitzt
vorhalten, ohne das Budget eines "Ninja Assassin"
ohnehin keine Chance auf Besseres gehabt zu haben,
doch weit gefehlt. "Ninja Assassin" ist trotz
seiner hunderte Mitarbeiter und rund 10-15fach größerem
Budget zwar ein besserer, aber kein soviel besserer
Film (was die Macher von "Ninja Assassin" peinlich
berühren sollte). Ein besserer zwar, da Rain ein
interessanterer Hauptdarsteller ist als Adkins und
der Film insgesamt schicker aussieht, doch all die
exzessiven CGI-Kettenklingenkämpfe lassen nicht
davon absehen, dass die Story ähnlich hohl und Adkins Kampfakrobatik ähnlich
spektakulär ist - und das alles ohne Geld und CGI,
nur durch langjähriges Training und Erfahrung.
"Ninja" darf man
hingegen vorhalten, dass Florentine in "Undisputed
2" schon mal bessere Regiearbeit geleistet hat und
er
bis auf die existenziellen Kämpfe ein reichlich
schwacher Film ist. Dass die Story flach und
vorhersehbar ist, spielt bei der Art Film keine
sonderlich wichtige Rolle, ist aber kein Grund,
höchstalberne Sekten-Elmos mit einbringen zu müssen. Schlimmer ist, dass die
Charaktere wesentlich griffiger sein könnten und der
Film durch einige kreativen Entscheidungen ohne
zusätzliches Geld, dafür mit geschicktem Know How
und Kniffen besser aussehen hätte können. Auch die
exzellenten Kämpfe sind etwas trocken eingefangen
und auch wenn der Film in 85 Minuten relativ wenig
Story erzählt und oftmals zur Sache kommt, geht das
auch noch besser. "Revenge of the Warrior" wird
weiterhin die absolute Referenz der "Unter 10
Millionen Dollar" B Movie Actionfilme bleiben und
auch an Florentines eigenen "Undisputed 2" kommt "Ninja"
nicht ganz heran, ist aber trotz aller
Mängelanzeigen ein stattlicher B Movie Actioner und
einer der besseren seines Fachs.
Fazit:
Anscheinend harsche Kritik, doch B-Movie Actionfans
sehen leicht über die zahlreichen Schwächen und
Budgetprobleme hinweg und feiern "Ninja" als guten
Genre-Eintrag, der Lust auf mehr macht und Dank
seiner echten Stunts und ungetäuschten Kampfszenen
für Genrefans sehr zu empfehlen ist. Wer von der Van Damme / Seagal / Dudikoff / Snipes / Lundgren
Videothekenecke allerdings grundsätzlich eher
weniger hält, bleibt besser fort. "Ninja" hat
schwache Darsteller und abgesehen von hochkarätiger,
echter Action nur wenig zu bieten.
4 / 10
10 -
Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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