BG Kritik:

Nurse - Eine ziemlich kranke Schwester


von Christian Mester

Nurse (USA, 2014)
Regisseur: Douglas Aarniokoski
Cast: Paz de la Huerta, Katrina Bowden

Story:
Abigail Russell ist Krankenschwester. Aufgrund eines Kindheitserlebnisses traumatisiert, verführt sie in ihrer Freizeit regelmäßig verheiratete Männer, um sie dann spöttisch umzubringen. Als sie sich in ihre neue Kollegin verliebt, die nicht so recht will, gibt sie alles daran, deren Männerfiguren von der Bildfläche verschwinden zu lassen...

Schwester, Schwester. Tupfer, Schlüpfer, Skalpell und literweise Blut bitte.

Paz ist in dem Musikvideo Videogames von Lana del Rey zu sehen


Heute passiert es nur noch selten, dass Filmposter Aufmerksamkeit auf sich ziehen können, aber bei der Nurse klappte das ganz hervorragend. Hauptdarstellerin Paz de la Huerta ist darauf abgebildet, bis auf Hütchen und Highheels völlig nackt, blutbesudelt. Das markante Poster ging um die Welt und erreichte viele, wenn auch nicht genug um einen Kinostart zu schaffen.

Im Wartezimmer gehts direkt los mit den ersten Beschwerdeanzeichen. Schwester Paz spielt in jeder Szene so übertrieben nuttig, dass man ihre Figur der tödlichen Versuchung keine Minute ernst nehmen kann. Was hier als bombensexy geplant war, übersteigt sämtliche Parameter und wird mit jedem Hinternwackeln, jedem tiefen Ausschnitt und lüsternen Blick nur noch alberner. Abby ist angewidert von Männern und nutzt ihren Sexappeal um sie im Geheimen umbringen zu können, aber de la Huerta verfügt nicht über die passenden Grenzen, diese Abscheu, oder dieses Tragen einer aufgesetzten Maske von Abbys wirklicher Persönlichkeit abzugrenzen. Mit etwas Humor könnte man sie so als Friseurin in einem neuen Manta Manta unterbringen, nicht aber in einem cool gedachten Serienkillerfilm. Auch in persönlichen Momenten erscheint sie klottenhohl dämlich und unsympathisch. Was de la Huerta zumindest nicht ist, keusch. Die Nurse ist etliche Male in natura zu sehen, doch es werden zu viele Male. Wie bei Sin City 2 wird die nackte Haut rasch öde, weil die Regie nichts damit macht.

Nurse 2 ist geplant


Dass sie eine nicht weiter interessante Täterin bleibt, wird durch ihr Hauptopfer nicht gutgemacht. Katrina Bowden (Piranha 2) gibt ihren natürlich blonden, dünnen kleinen Engel ab (so unschuldig, dass sie angezogen duscht), der mit Entsetzen bemerkt, wie um sie ihr herum all ihre Männerfreunde sterben. Bowden kann aber nirgends ergänzen und bleibt charismafrei. Andere bekannte Gesichter wie Kathleen Turner, Judd Nelson oder Boris Kodjoe (Resident Evil 4+5) haben nur kleine Randauftritte. Was man dem Film jedoch im Horrorbereich zu Gute halten muss: er lebt sein Krankenhausmotiv völlig aus. Abby spritzt, skalpelliert, defibrilliert, chloroformt und lähmt reihenweise Opfer. Das ist selten beschaulich inszeniert, aber wenn man seine Anforderungen so weit herunterschraubt, dass man de la Huerta bloß nackt und hin und wieder mordend sehen will, erfüllt der Film immerhin das.

Cast schwach, Regie durchschnittlich und Drehbuch ausreichend, doch der wahre Katheter kommt mit der Musik. Hier hat man offensichtlich davon geträumt, die Klangwelten der prämierten Serienkillerserie Dexter nachzumachen, mit viel Marimba und versuchtem Ambient. Der Score ist jedoch unterirdisch schlecht und nicht nur atmosphärekillend, sondern oftmals ausschließlich nervtötend. Ach, und das 3D hinter der Nurse? Nurse kommt in einem minimalen 3D Modus, der bis auf ein paar grotesk schlechte ins Bild geworfene CGI Scheren und derartigem nichts in 3D hat, vor allem nicht Paz de la Huerta.

Fazit:

Operation misslungen, Patient tot. Nachweislich an verkorkster Umsetzung verstorben. Wenigstens lassen sich eventuell etwas nackte Haut und ein bisschen von dem Blut weiterverwenden.

2 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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