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Kritik:
Pacific Rim


von Christian Mester

PACIFIC RIM
(2013)
Regisseur: Guillermo del Toro
Cast: Charlie Hunnam, Rinko Kikuchi, Idris Elba

Story:
Sie sind 90 Meter hoch und werden von zwei Menschen synchron mit Gedankenverschmelzung gesteuert: Jaeger. Riesige Mechs, die nur zu einem Zweck gebaut wurden: gigantische Kaiju-Monster aufzuhalten, die seit einiger Zeit aus einem Dimensionsrift am Grunde des Pazifiks klettern und munter Städte in Schutt und Asche legen. Als die Frequenz der Angriffe zunimmt, sehen die Menschen dem Ende ihrer Tage entgegen...

Kritik:
Für die meisten Geeks ist Pacific Rim schon seit Ankündigung vor rund zwei Jahren DER Film des Jahres, egal wie er in fertiger Form geworden sein mag. Grund Eins: es ist ein 200 Millionen Dollar teurer Kaiju-Film, dh ein Monsterfilm in der Tradition der Godzilla oder Gamera Filme, über titanische Kampfmaschinen, die noch weitaus größeren Monster mit Riesenschwertern und Öltankern verhauen. Grund Zwei: Regie durfte Guillermo del Toro führen, der sich mit Blade 2, Pan's Labyrinth, zwei Hellboys und beinahe Regie bei der Hobbit Trilogie endlose Fans gemacht hat, und zudem, weil er zu den passioniertesten Befürwortern fantasievollen Kinos gehört. Ein Filmemacher, der gern Ungesehenes zeigen, der neue Spielzeugikonen schaffen, der das Kindliche im Zuschauer animieren will, ohne bloß Kindisches zu bringen.

Was die Monsterduelle betrifft, darf Rim dann auch in der Tat alle im Vorfeld erahnten Spektakel-lorbeeren ernten. Die riesigen Jaeger sind wundervoll designed, detailverliebt umgesetzt und erscheinen eindrucksvoll, vor allem wenn sie sich gewaltige Gefechte mit den interdimensionalen Eindringlingen liefern. Da wird sich durch Hochhäuser geworfen, bis in den Orbit gekloppt oder durch das Meer geschmissen, sodass die Gigantomanie des Ganzen, sofern man irgendetwas auf CGI Effekte geben kann und nicht RoboJox' krud-charmantes Stop Motion vermisst, beeindrucken muss - so etwas erlebt man wirklich nur selten im Kino, und muss jeden ansprechen können, der als Kind gerne mit Monstern gespielt hat.

Im direkten Vergleich mit den ähnlichen Transformers Filmen ergeben sich allerdings schon deutliche Unterschiede in der Handlung und dem Ton. So gibt es zwar eine Hintergrundmythologie, diese fällt aber relativ simpel und immer überschaubar aus, ohne je hanebüchen zu werden. Es gibt also keine Szenen wie die in Transformers 3, wo Megatron erst spät einfällt, dass er eine ganze Armee auf dem Mond vergraben hat, oder einen bescheuerten Plan, wie den Transformers Planeten direkt neben die Erde beamen zu wollen.

Pacific Rim ist also nie auffällig dämlich, doch gleichzeitig leider auch keineswegs auf Spannung aus, und sehr verhalten. In seiner Scheu vor zu komplizierten Plotsträngen fallen ausschließlich Klischees, und die Hauptfiguren darin mau aus. Rinko Kikuchis Rolle ist keine einer Megan Fox, hier also kein niederes Sexobjekt, kann aber aus einer gebrochenen Vergangenheit nur bedingt viel drauf machen. Sie ist gut und bekommt einen wirkungsvollen Flashback, aber für eine wirklich mitreißende Rolle bleibt selbst noch sie zu distanziert, und ihre ist noch die offenste von allen. Elba macht seinen Anführer zu einem stolzen, aber unnahbaren Ansprachenhalter, während Hauptheld Charlie Hunnam völlig blass und die übrigen Piloten belanglos bis irrelevant bleiben. Der Film ist bei 130 Minuten Lauflänge nur so gespickt mit Actionszenen, lässt seine wichtigen Charaktere aber zu sehr zurück. Als Comic Relief jeweils kurz, aber toll: Charlie Day als optisch an JJ Abrams erinnernder, verrückter Wissenschaftler, und Ron Perlman als Kaiju-Organhändler.

Dass die Piloten eher wenig Charakter haben, überträgt sich leider auch auf die Maschinen an sich, da diese keine eigene K.I. haben und nur von den Piloten gesteuert werden, sprich, man im Zusammenhang immer wieder auch an den lauen Hunnam gebunden ist. Schwerwiegender ist jedoch, dass die Monster aus der Tiefe schlechter wegkommen als die vielen Riesenmechs. Animiert sind sie mit der gleichen Fürsorge wie die Bots, doch vom Design her sind sie allesamt einfallslos ähnlich, grau unformig mit vereinzelt türkis leuchtenden Flächen versehen, an graumelierte Verwandte des Cloverfield Monster erinnernd. Viele undeutliche Nahaufnahmen und ständige Kämpfe bei Regen oder Nacht oder im Meer machen es schwierig, die vielen Kreaturen auseinander zu halten oder überhaupt genauer zu erfassen. Leider fehlt es ebenfalls an jeglicher Persönlichkeit auf ihrer Seite, so sind es nur instinktgesteuerte Wesen, die weniger Persönlichkeit an den Tag legen als jeder Gummigegner Godzillas.

Musikalisch mit durchschnittlichem Bla-Score vertont, weiß Pacific Rim dafür in Sachen 3D-Welten zu überzeugen. Del Toro lässt die Kämpfe fast ausschließlich relativ langsam inszenieren, holt Tiefen aus dem Bild und lässt Bots und Kreaturen gekonnt plastischer erscheinen. Kein neuer Avatar, aber der Aufpreis lohnt sich hier einmal.

Fazit:
Pacific Rim reizt das Thema gewaltiger Effektschlachten bis zur letzten Schraube aus und lässt mit Augenschmaus endlos staunen, wird aber von flachen Darstellern und fehlendem Esprit vor mehr zurückgehalten

7 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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