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Kritik:
Pacific Rim


von Marco Steimels

PACIFIC RIM
(2013)
Regisseur: Guillermo del Toro
Cast: Charlie Hunnam, Rinko Kikuchi, Idris Elba

Story:
Sie sind 90 Meter hoch und werden von zwei Menschen synchron mit Gedankenverschmelzung gesteuert: Jaeger. Riesige Mechs, die nur zu einem Zweck gebaut wurden: gigantische Kaiju-Monster aufzuhalten, die seit einiger Zeit aus einem Dimensionsrift am Grunde des Pazifiks klettern und munter Städte in Schutt und Asche legen. Als die Frequenz der Angriffe zunimmt, sehen die Menschen dem Ende ihrer Tage entgegen...

Kritik:
Vom Nerd für Nerds, so könnte man sich die Hintergrund-Idee von Pacific Rim erklären, denn in Fan-Kreisen genießt Guillermo del Toro hohes Ansehen, welches nicht zuletzt seinen beiden Hellboy Verfilmungen, dem fantasievollen Pans Labyrinth und dem Mitwirken beim Hobbit zu verdanken ist. Der sympathische Mexikaner mit dem Auge für beeindruckende Bilder lässt hier haushohe Monster, bei denen Godzilla-Veteranen vor Freude heulend Dankesbriefe verfassen, und ebenso hohe Kampfroboter aufeinander prallen. Was zuletzt nach einem wahr gewordenem Geek-Traum klingt, schickt sich an, eine tiefe Verbeugung an das Kaiju Genre mit Vertretern wie Ultraman, Mothra, Gamera und auch dem König der Monster himself zu bieten. Wollte J.J. Abrams Cloverfield schon vor ein paar Jahren erfolglos das Monster-Filmgenre Massenmarkt tauglich machen, hat Pacific Rim mit seinem Bombast und dem del Toro typischen Flair durchaus Chancen dies nun zu vollbringen.

Die Story ist schnell erzählt, denn diese dreht sich hauptsächlich um den Widerstand der Menschen gegen die zunehmend heftigeren Angriffe der Kaijus, Monster, die durch einen Dimensionsriss im Pazifik die Erde angreifen. In einem kurzen Prolog erklärt der Hauptcharakter Raleigh Becket (Charlie Hunnam, Sons of Anarchy) was in der Zeit bis zur Filmgegenwart passiert ist und wir erfahren, dass er nach einer Tragödie im Kampf gegen die Kaijus beschlossen hat, sich aus dem aktiven Kampf zurückzuziehen. Fünf Jahre später wird er vom dauerhaft miesgelaunt aussehenden Stacker Pentecost (Idris Elba, Thor), dem Leiter des Pan Pacific Defense Corps aufgesucht, da die Angriffe der Monster immer häufiger und vernichtender werden und Becket zusammen mit seiner neuen Partnerin Mako Mori (Rinko Kikuchi, Naokos Lächeln) den wieder in Stand gesetzten Jaeger Kampfroboter „Gipsy Danger“ als Bollwerk gegen die Kaijus in den Krieg führen soll. Es wird der Plan entwickelt, den Riss durch eine gezielte Detonation zu schließen, doch die Kaijus stellen sich ihnen mit aller Macht entgegen.

Ähnlich kurz gefasst wie die Story sind auch die Charaktere, was sie aber keinesfalls unsympathisch macht. In kleinen Flashbacks wird versucht den Figuren mehr Tiefe zu verleihen, was aber nur bedingt klappt (Wer wirklich mehr über die Hintergründe und Motivation der einzelnen Personen erfahren möchte, sollte einen Blick in das offizielle Prequel-Comic von Cross Cult werfen). Auf der anderen Seite finden sich dennoch für del Toro typische skurrile Charaktere wie die beiden Wissenschaftler Newt und Gottlieb, sowie Ron Perlman als dekadenter Organ-Händler, der die Innereien der getöteten Monster gewinnbringend auf dem Schwarzmarkt verkauft. Der Film bietet dadurch auch des Öfteren etwas für die Lachmuskeln ohne dabei wie die Transformers auf die Schiene des Fremdschämens abzugleiten.

Beim Design der Jaeger und Kaijus hat man sich sehr viel Mühe gegeben. Die Kampfroboter weisen stark unterschiedliche Designs auf und lassen die Herzen aller Kind-Gebliebenen höher schlagen. Die Monster könnten ein wenig vielfältiger sein, jedoch wird im Film eine plausible Lösung dafür geboten. Die Kämpfe zwischen den Parteien sind jedes Mal ein Fest für die Augen und der 3D Effekt bietet in Pacific Rim einen absolut lohnenswerten Mehrwert. Weiterhin wurde mit soviel Liebe für Details gearbeitet und die Zerstörungsorgie ist nie der Mittelpunkt des Films, sondern die logische Konsequenz der kämpfenden Giganten. Anders als bei Michael Bays Krach-Bumm-Bots vom Planeten Cybertron wirkt die Action nie aufgesetzt und seelenlos. Mit über zwei Stunden Laufzeit und ein paar ruhigeren Momenten im Mittelteil wird der Film aber nicht langweilig und bei vielen Szenen starrt man einfach nur noch ungläubig auf die Leinwand, weil man das gerade Gesehene erst einmal verarbeiten muss. Guillermo del Toro liefert hier Bombast-Effekt-Kino der Extraklasse ab

Untermalt wird das ganze von einem großartigen Soundtrack für den Ramin Djawadi (Game of Thrones) ein buntes Allerlei zusammengestellt hat, was zu jeder Zeit passend und prägnant ist. Auch hier finden sich erneut Hommagen an den japanischen Monster-Film.

So klischeehaft und vorhersehbar der Film in manchen Situationen sein mag (Zum Glück gibt es keine Lovestory), so unterhaltsam ist er bis zum Schluss. Er kann seinen Erwartungen gerecht werden, hätte darüber hinaus aber definitiv mehr Luft nach oben gehabt. Von den für die Mythologie erschaffenden zwei Dutzend Jaegern sieht man im Film nur eine Hand voll und auch die Kaijus hätten präsenter sein dürfen. Den Platz als Blockbuster des Jahres darf sich del Toros Film dennoch heimlich einstecken. Er und Travis Beacham haben ein neues Franchise zum Leben erweckt, welches Potenzial hat, die Herzen der kleinen und großen Kinder zu erobern.

Fazit:
Guillermo del Toro liefert mit Pacific Rim ein Fest für die Augen ab. Ein hoher Style-Faktor mit großartigem 3D Bonus und eine Verbeugung an Ray Harryhausen sowie den japanischen Kult-Monstern macht den Kinobesuch zu einem besonderen Erlebnis. Pacific Rim macht einen riesigen Hunger auf mehr, hätte aber mit mehr Charaktertiefe und Hintergrund eine bessere Wertung erhalten können.

8,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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