hauptseite  |  kritiken |  news |  trailer showroom |  jetzt im kino  |  community  |  impressum



 

 

Kritik:
Paranoia - Riskantes Spiel


von Michael Herbst

Paranoia
(2013)
Regisseur: Robert Luketic
Cast: Liam Hemsworth, Harrison Ford, Gary Oldman

Story:
Adam (Hemsworth) ist ein junger Ingenieur, der seinen Job verliert, als er seinen Boss Wyatt (Oldman) zu offenherzig kritisiert. Frustriert geht er mit Freunden trinken und lässt es als Spesen notieren, was man in der Firma spitzkriegt. Wyatt lässt Adam entführen und erpresst ihn: entweder, er spioniert undercover das Unternehmen eines alten Konkurrenten (Ford) aus, oder er wird wegen Kreditkartenbetruges verklagt. Der ohnehin schon schwer verschuldete Adam sagt zu...

Kritik:
"Paranoia" ist kein Giallo, was es interessant machen würde. Stattdessen verbirgt sich hinter dem reißerischen Titel ein möchtegern-moderner Tech-Thriller über das sterile Thema Industriespionage im Bereich Smartphones.

Als junger Protagonist in der Klemme erweist sich Liam Hemsworth (The Expendables) als schlechterer Hemsworth Bruder neben "Thor" Chris Hemsworth. Mit dem Ausdrucksvermögen eines ungeübten Anfängers gibt er eine steife, unsympathische Performance ab, die es schwerfallen lässt, sich je auf seine Seite zu schlagen. Ein schlechtes Standbein, doch selbst die älteren Semester vom Poster, auf die man zählen können sollte, enttäuschen. Gary Oldman und Harrison Ford standen sich bereits in Air Force One als Gegner gegenüber, tun es in ihrem neuen Rematch aber deutlich spielfauler. Ford, kahl rasiert, wirkt nicht als Bösewicht, und Oldman ist in der gleichen Rolle zu sehen, die er schon unzählige Male spielen musste, die des unausstehlichen Schreihalses. Was übrig bleibt, ist der zwischen zwei Unsympathen agierende neue junge Unsympath, der sich damit prächtig in deren Fußstapfen wieder einfinden mag, nicht aber im Interesse des Zuschauers landet.

Harrison Ford zeigt erneut ein schlechtes Gespür für Hightech-Geschichten, denn wie schon im hundsmiserablen Firewall vor ein paar Jahren ist auch Paranoia ein Tech-Thriller, wie er nur von Leuten geschrieben worden sein kann, die keine Ahnung von Technik haben. Hackerszenen lassen die Augen rollen, und wie so oft werden alle Maßnahmen stets extrem vereinfacht gezeigt, wie sie zwar jeder direkt in der Theorie verstehen kann, wie sie so aber niemals funktionieren könnten. Wenn sich die selbsternannte Elite des Feldes über Unsinn unterhält und sie damit wichtigen Eindruck schinden wollen, als duellierten sich Steve Jobs und Bill Gates, macht sich der Film mehrfach peinlich in seinem Versuch, aktuell und relevant zu wirken.   

Robert Luketics Film hat abseits der Sachen, die nicht funktionieren, dann auch leider nichts sonst zu bieten. Der Held überkommt seine anfänglichen Mängel, recherchiert viel, lernt eine blonde junge Frau kennen und legt den (oder die) Bösen mit dem ältesten Trick der Welt herein. Was will man aber auch von einem Filmemacher erwarten, der zuvor Total verknallt in Tad Hamilton, Natürlich blond, Die nackte Wahrheit und Kiss & Kill gedreht hat? Ach ja, er hat auch den soliden Kartenspieler-Thriller "21" mit Kevin Spacey inszeniert, den man gerne kennen darf. Wie, scheint er aber mittlerweile wieder vergessen zu haben.

Fazit:
Vonwegen "riskantes Spiel". Paranoia geht so sehr auf Nummer Sicher, dass alles zu belangloser Durchschnittskost ohne Überraschungen wird. In seinen Bemühungen, topaktuell zu wirken, fällt man völlig auf die Nase, und die Besetzung zwei alter sehenswerter Haudegen wird ihrer nicht gerecht - oder sie selbst ihrem Image nicht, eins von beidem.

3 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

> Deine Meinung zum Film?

 

Copyright © 2004-2050 bereitsgesehen.de, alle Rechte vorbehalten
bereitsgesehen.de ist nicht für die Inhalte verlinkter Websites verantwortlich