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Kritik:
Paranormal Activity:
Die Gezeichneten


von Michael Herbst

Paranormal Activity: The Marked Ones
(2014)
Regisseur: Christopher Landon
Cast: 
Andrew Jacobs, Jorge Diaz

Story:
Als eine von Jesses Nachbarinnen ermordet wird, bricht dieser aus Neugier in ihre Wohnung ein. Dort findet er ein Foto von sich, und nach dem nächsten Schlaf unheimliche Bissspuren an seinem Arm. Zusammen mit seinem Freund Hector geht er der rätselhaften Sache auf den Grund.

Kritik:
Willkommen im neuen Jahr, willkommen beim neuen Paranormal Activity. Dass Die Gezeichneten als neuer Teil der besucherstarken Reihe nicht zu Halloween anläuft und keine Nummer mehr und dafür einen Untertitel trägt, darf allerdings keine riesigen Änderungen erwarten lassen. Man ist sich wie beim ersten Spin-off Tokio Nights, dem Muster und der verlässlichen Einnahmequelle so treu wie möglich geblieben und macht mit nur kleinen Abweichungen getrost weiter wie bisher.

Nachdem sich schon der vierte Teil eher auf die Jugendlichen der Familie konzentrierte, geht es hier noch spezieller um solche. Im alleinigen Mittelpunkt stehen die jungen Taugenichtse Jesse und Hector, von denen einer von einer höheren Macht besessen wird. Er wird von den aus den letzten Teilen bekannten Hexen als Gezeichneter auserkoren, was ihm eine Bindung mit einem Geist verschafft. Sein Freund dokumentiert die Verwandlung mit der Kamera, die zunächst noch harmlos erscheint, sogar lustig wird. Als Gezeichneter bekommt er leichte Superkräfte, deren Aufnahmen durchaus Erinnerungen an Chronicle wecken.

Dann wird es aber zum versprochenen Horrorfilm, denn der Besessene verändert sich. Es gibt einige mysteriöse Vorkommnisse, erste Bedrohungen und Poltergeistangriffe. Es wird versucht, mit den Geistern zu kommunizieren. Es wird exorziert und am Ende kulminiert alles im typischen Reihenfinale, in dem der Druck seinen Höhepunkt findet und aus der Finsternis unheimliche Gestalten auftauchen. Alles natürlich stets von den Figuren gefilmt, jeder Vernunft zum Trotz.

Hector und Jesse sind während des Ganzen glaubhafte, aber einsilbige Teenagerfiguren. Ihre Dialoge bestehen hauptsächlich aus Ausrufen „wie krass der Scheiß denn da gerade ist, Alter“. Im Gegensatz zu dem blonden Mädchen aus dem vierten Film hängen sie jedoch nicht nur in ihrem heimischen Zimmer herum und sind häufiger mal unterwegs, wodurch der fünfte Film nicht mehr so bewegungsfaul wirkt. Die Recherche, die die Jungs anstellen, verleiht der Handlung ein aktiveres Verhalten. Es ist nicht mehr so, dass man passiv auf den nächsten Angriff wartet. Ein paar der peitschenden Angriffe überraschen wie gehabt und da der Film kürzer als 90 Minuten geht, bleibt wenig Raum für Langeweile.

Christopher Landons Regie unterscheidet sich nicht von seinen Vorgängern. Dass auch dieser Teil seine effektvollen Gruselmomente hat, ist nicht abzustreiten. Man darf aber strittig anbringen, dass jede Heimvideoaufnahme, in der lange nichts passiert und dann jemand plötzlich einen Stuhl ins Zimmer wirft, erschrecken kann und das allein gewiss keine Kunst ist, auch beim nunmehr fünften Film der Reihe. Die Gezeichneten ist wieder genau so, wie ein Youtube Video mit Millionen Klicks aber geringem Erinnerungsgehalt. Ein erster Schritt hin zur möglichen Anerkennung wäre, das leidige Found Footage Prinzip endlich mal loszuwerden. Dann brauchbare Darsteller dazu holen und sich mit mehr Mut von der ewig gleichen Formel entfernen, erst dann kann man sich eventuell annähernd an viel, viel bessere Genrevertreter wie Insidious und Conjuring: Die Heimsuchung heranwagen.

Fazit:
Die Gezeichneten ist, wie man’s persönlich nimmt, bloß oder zum Glück noch einer von den Paranormal Activity Filmen. Durch die technische, inhaltliche und qualitative Identitätsgleichheit zu den übrigen liefert er erneut wirksame Szenen und neue Offenbarungen zur grundlegenden Mythologie. oder langweilt schon wieder als billig inszenierte Wiederholung des Erfolgs vor fünf Filmen, der schon damals nicht mehr als eine handvoll guter Schreckmomente in einem ansonsten unerträglichen Indie-Quatsch war. Es fällt daher schwer, ihn von den anderen zu differenzieren, zu sagen, ob er nun besser oder schlechter ist. Wie man die anderen auch gemocht haben mag, der hier ist mehr davon.

3,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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