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Kritik:
Parker


von Christian Mester

PARKER
(2013)
Regie: Taylor Hackford
Cast: Jason Statham, Jennifer Lopez

Story:
Nach einem gemeinsamen Bruch wird Profidieb Parker (Jason Statham) von seinen Kollegen überwältigt und, für tot erklärt, zurückgelassen. Bald wieder auf den Beinen, tut er sich mit einer Immobilienmaklerin (Jennifer Lopez) zusammen, um Vergeltung zu schwören... 

Kritik:
Jason Statham ist eine sichere Bank: man weiß immer exakt, was man von ihm persönlich in einem auf ihn zugeschnittenen Film erwarten darf, und das zahlt sich aus. Ob in Safe, Killer Elite, The Mechanic, Blitz, Death Race, selbst in Schwerter des Königs ist er stets der charismatische derbe Kerl mit dem Hang, den Falschen auf die Füße zu treten, um das dann unterhaltsam aufzulösen. Auch hier wieder, im Vergleich zu Transporter 1 weiterhin keinen Tag gealtert, fit, stählern und hochmotiviert, dominiert er jeden seiner Momente und trägt zu jedem unterhaltsamen Moment der Story bei, ist an keinem der misslungenen Elementen Schuld.

Leider hilft ihm das hier nicht viel, da der Film um ihn herum miserabel ist. Nach einem bereits nur semi-spannenden Einstieg, bei dem Statham und Gang (darunter Michael Chiklis aus The SHIELD) eine Art Jahrmarkt überfallen, fällt Parker in ein tiefes Loch, aus dem es nicht mehr herausgeht. Der Rachefeldzug an sich ist kein Stück spannend, da Parker seinen alten Kollegen immer eine Hutkrempe voraus ist - und sie ohnehin fürchterlich inkompetente ihres Faches sind, bei denen es schon an Fantasy grenzt, dass sie überhaupt so lange unerwischt bleiben konnten - aber sie werden auch so fade nacheinander abgearbeitet und bleiben keine Bedrohung, dass der finale Showdown gerade Mal ein letztes Aufbäumen vorm Einschläfern ist.

Schockierend ist Michael Chiklis als Anführer der feindlichen Gang, von dem man gar nicht glauben mag, dass er in der Serie The SHIELD ein furchterregendes, faszinierendes kriminelles Subjekt spielte, vor dem verständlicherweise jeder Angst hatte. Vic Mackey gegen den Transporter? Hola, aber woran es auch liegen mag, ob an Desinteresse am Stoff, ungünstig gewählter Herangehensweise oder schwachem Script, whatever: seine Figur im Film ist für Statham's maximal ein Schluck Wasser in der Kurve, und verfällt schauspielerisch in plattes Overacting, dass es nicht mehr schön ist.

Zu loben hingegen ist Jennifer Lopez, die hier eine scheue, schüchterne Maklerin spielt, die nur durch Zufall mit in die Sache gezogen wird. Sie spielt es sehr überzeugend und niedlich, wenn das Script ihr allerdings sehr zu Schaffen macht. Ständig versucht ihre Figur, Statham's anzugraben, doch Hackford hält sie auseinander, da Parkers Ehefrau auch noch existiert, komischerweise aber extra auf Abstand gehalten wird und nur random mit ihm zu tun hat. Statham raunzt Lopez meistens an und befehligt sie umher, ohne dass es jemals irgendwo hin führt. Romantik kommt dabei gewiss keine auf (nichts hallt gen Out of Sight), und die Comedy, an der sich das ganze versucht, schlägt noch weiter fehl. So soll es lustig sein, dass sich Statham einmal als Priester und einmal als Texaner verkleidet, aber zugleich ist es nichts.

Dann wenigstens Action? Auch Fehlanzeige. Lediglich nach rund 70 der elendig zähen Minuten taucht unvermittelt Daniel Bernhardt (Matrix Reloaded) als Attentäter auf, der Statham für eine Minute in einen scheinbar anderen Film tritt. Plötzlich wird sich randalierend durch ein Zimmer bewegt, Fausthiebe tun richtig weh, es wird blutig und hässlich zur Sache gegangen. Nur um kurz darauf wieder gelangweilt mit dem Cabrio umher zu fahren und irgendwie die Zeit totzuschlagen, bis man über den kümmerlichen Showdown zum Abspann kommt. Dass Hackford, Oscar nominierter Regisseur von Ray, derart in den Sand setzt, ist unbegreiflich. Zumal er auf einen reichen Fundus an Parker-Material hat zurückgreifen können, ist die Figur doch Star einer 24 Teile umfassenden Buchreihe. Der letzte bekannte Film war Payback mit Mel Gibson, der zumindest okay ausfiel. Dieser? Falschparker.

Fazit:
Wenn schon Parker, dann lieber Lewis oder Richard, aber Statham's ist ein actionarmer, spannungsloser No-Thriller, den jeder, der The SHIELD in guter Erinnerung behalten will,
besser nicht schaut.

3,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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